2008/12/30

Silvester auf Knopfdruck

Ein bisschen komisch werden wir schon angeschaut von den Menschen. Aber ich glaube, immer mehr (junge) Leute denken über Silvester ähnlich, wie wir. Auf die Frage, was wir denn machen werden, antworten wir auch dieses Jahr, wir werden zu Hause feiern.
Zugegeben, zu einer Fete würden wir vielleicht noch gehen, das kann nämlich sehr lustig sein, aber wenn sich halt nichts ergibt, dann bleiben wir lieber zu zweit oder im Kreis der Familie. In Restaurants können wir auch das ganze Jahr über gehen, wenn es nicht überfüllt und überteuert ist. Und auf der Straße feiern... nein, das kam früher auch schon mal vor, aber ich habe einfach das Gefühl, dass ich dafür zu alt bin. Oder eben nicht der Typ dafür bin, egal wie man es ausdrückt. Es ist laut, kalt, auf Schritt und Tritt trifft man auf besoffene Menschen, die herumschreien oder herumpöbeln.
Auf jeden Fall halten wir uns auch dieses Jahr vom Getümmel fern und werden in kleinem Kreis anstoßen. Und wie ich das von immer mehr Menschen um mich herum höre, geht es ihnen ähnlich. Auf Knopfdruck lustig zu sein und die Sau rauszulassen ist halt für viele nichts.

2008/12/28

Hurra, wir leben noch!

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Aus einem unerklärlichen Grund hat nämlich unser Internet-Provider etwa eine Woche lang gestreikt. Besser gesagt der Internet-Service. Folge: Zuerst konnte ich noch kurz ins Netz, bevor die Verbindung unterbrochen wurde, aber dann -- just ein-zwei Tage vor Heiligabend -- war dann endgültig Schluss mit lustig. Ich konnte keine Weihnachtsgrüße per E-Mail versenden, weder den netten Lesern danken, die mir auf ihrem eigenen oder auf meinem Blog ein schönes Fest gewünscht haben, noch selber Beiträge verfassen.
Ich muss schon sagen, es war wie früher... keine Mails, kein Blog, kein Surfen -- und das zig Tage lang. Aber nachdem ich mich über den ersten Schock hinweggesetzt hatte, war das Ganze auch irgendwie spannend. Die Dame des Hauses hat, glaube ich, den Internet-Provider und seinen mangelnden Service in ihr Gebet mit eingeschlossen, wir haben das Weihnachtsfest ohne Computer und Internet genossen. Anstelle von Blogs gab es nette Stunden zu zweit, anstelle von Surfen aberwitzige Stunden mit Monty Python. Verwandtschaftsbesuche, Treffen mit Freunden, Essen und Trinken haben mich mehr als besänftigt. Von den tollen Weihnachtsgeschenken und der Fertigstellung unserer Bücherregale gar nicht zu sprechen.
Ich habe mir die Feiertage zwar aus Internet-Sicht anders vorgestellt, aber ich muss sagen, es war insgesamt eine angenehme Erfahrung so ganz ohne Netz zu Hause. An dieser Stelle möchte ich natürlich die netten Weihnachtsgrüße verspätet erwidern und wünsche schon mal vorab zur Sicherheit allen Blogger-Kollegen ein erfolgreiches 2009! Wer weiß, wie lange ich hier noch tippen kann...
Ansonsten gibt es also -- wie aus dem Obigen ersichtlich -- für die nächsten Tage genug Schreibstoff für mich und genug Lesestoff für all die netten Leser da draußen. In diesem Sinne: Bis bald, hoffentlich...

2008/12/18

Backe, backe Kuchen!

Die Dame des Hauses hat heute Geburtstag und da hagelt es natürlich nur so Geschenke von allen Seiten! Von ihren Eltern hat sie (haben wir) ein sehr interessantes Präsent bekommen: einen Brotbackautomaten. Hört sich nach viel Arbeit an, aber angeblich soll das Ganze gar nicht so schwer und das Ergebnis noch dazu sehr lecker sein. Zumindest habe ich das bereits von einigen Personen gehört.
Die Maschine eignet sich natürlich nicht nur dazu, Brot zu backen, sondern auch zu Kuchen, Pizzateig und sogar Konfitüre. Nun, wir werden sehen, wie das ganze in Wirklichkeit aussehen wird. Ich glaube, es folgt zuerst eine kürzere oder längere Testphase: was, wie, wie nicht, wie viel usw. Ich hoffe aber, das Ergebnis wird sich schon am Anfang sehen lassen und vor allen Dingen schmecken! In diesem Sinne: Mahlzeit!

2008/12/11

Licht aus!

Nun soll es also endgültig beschlossene Sache sein, wenn man den Meldungen in der Presse glauben darf: Die EU will die traditionelle Glühbirne bis zum 1. September 2012 schrittweise endgültig aus dem Verkehr ziehen. Zuerst die 100 Watt-Birnen und dann auch die Leistungsschwächeren.
Die Energiesparlampen setzen sich ja in immer mehr Haushalten durch, und so weit ich das als Laie beurteilen kann, ist das auch in Ordnung so. Zwar muss man sich daran gewöhnen, dass diese nicht gleich mit voller Helligkeit strahlen, aber das stellt ja kein wirkliches Problem dar. Viel ärgerlicher finde ich zum Beispiel, dass sie bei häufigem Ein- und Ausschalten eine kürzere Lebensdauer haben, als die herkömmlichen Glühbirnen, weshalb ich mir immer doppelt überlege, ob ich sie einschalte, oder doch lieber eine klassische Glühlampe in der Nähe nutze. Auf diesem Gebiet besteht meiner Meinung nach dringender Weiterentwicklungsbedarf.
Auch die Anschaffungskosten sind natürlich höher, was bedeutet, dass man behutsamer mit den Energiesparlampen umgehen muss, als mit den alten Birnen. Aber vielleicht werden ja die Preise mit den noch größeren Produktionsmengen und der zu erwartenden größeren Konkurrenz in Zukunft etwas sinken. Wir werden sehen.

2008/12/08

Puzzlespiel

Endlich ist es soweit. Wie bereits vor einem halben Jahr an dieser Stelle angedeutet, haben wir uns schließlich überwunden und die notwendigen Bücherregale für unser Wohnzimmer ausgesucht, bestellt und gestern auch schon mit dem Geduldspiel des Zusammensetzens begonnen. Die Wahl fiel nämlich auf den Klassiker namens Billy des bekannten schwedischen Möbelgeschäfts. Sieben Bücherregale, um all die vielen Bücher unterbringen zu können, und alle mit Glastüren, um sie auch so gut wie möglich vor Staub zu schützen. Und natürlich auch, weil es einfach besser aussieht.
Für die nächsten ein-zwei Wochen haben wir also ein festes Programm, aber ich hoffe, dass sich die Mühe lohnen wird. Es hat schon was, wenn die Wohnung nach und nach gemütlicher und zu einem wirklichen Zuhause wird.

2008/12/06

Der Sinn des Lebens

Von Zeit zu Zeit muss man auch sich selbst Geschenke machen, glaube ich. Vor allem, wenn es um echte Klassiker geht. Und diese beiden DVDs, die ich mir nun günstig zugelegt habe, sind wahrlich Kultfilme.
Natürlich sind die Monty Pythons nicht jedermanns Geschmack, aber wenn man die Truppe um John Cleese mag, dann sollten die legendären Werke Das Leben des Brian (1979) und Der Sinn des Lebens (1983) aus der Haus-Videothek auf keinen Fall fehlen.
Ich glaube, es wird während der Feiertage viel gelacht werden. Es ist mal wieder Zeit für „die Maschine mit dem Ping“, für „Every Sperm is Sacred“, Schwanzus Longus und natürlich den Evergreen „Always Look on the Bright Side of Life“. Kaum zu glauben, dass all das bereits fast dreißig Jahre her ist...
Fehlt nur noch Die Ritter der Kokosnuß (1975), der erste Spielfilm der Pythons, die es ja schon leider seit Ewigkeiten nicht mehr gibt. Aber unsterblich sind sie allemal geworden, sowohl mit diesen Filmen, als auch mit der Fernsehreihe Monty Python’s Flying Circus.

2008/12/02

Es war einmal...

Keinen der sieben Harry Potter-Romane habe ich gelesen, das muss ich vorausschicken. Nicht, weil ich sie ablehnen würde, sondern weil es andere Bücher gibt, die mich mehr interessieren, und weil ich nicht glaube, dass mir J. K. Rowling nach J. R. R. Tolkiens Der Herr der Ringe noch große Überraschungen bieten kann. Aber wie sie ihren neuen Roman, der in zwei Tagen erscheint, auf den literarischen Markt einführt, ist schon hoch professionell, muss ich sagen. Und deshalb schreibe ich an dieser Stelle über sie.
Ich glaube, sie hätte es nicht nötig, Werbung für ihr neues Werk Die Märchen von Beedle dem Barden zu machen, denn jeder Fan würde es sich blind kaufen. Aber Frau Rowling hat das neueste Buch mehr als geschickt vorbereitet: es kommt nämlich bereits im letzten der sieben Potter-Romane vor. Und eine der im Werk enthaltenen fünf Geschichten wird dort sogar nacherzählt. Damit hat sie den Übergang von der Erfolgsserie zu ihrem neuesten Werk überaus klug gestaltet. Ein bisschen Harry Potter hat sie erhalten, und doch ein neues Buch veröffentlicht, das nicht mehr einen Teil der Romanfolge bildet.
Damit hat sie die große Frage aufgeschoben. Diejenige nämlich, ob sie bei ihrem nächsten Werk den endgültigen Schritt wagen und schaffen wird: gänzlich wegzukommen vom Zauberlehrling und seiner Welt, die ihr Ruhm und Glanz beschert haben.

2008/11/29

Made in China

Erst in den letzten Jahren habe ich die chinesische Küche für mich entdeckt, aber gestern war es wieder einmal so weit: wir waren Chinesisch essen. Ich muss sagen, dass ich bei den ersten Malen angenehm überrascht war. Ich hätte nicht gedacht, dass chinesisches Essen so gut schmecken kann. Inzwischen kann man ja nicht mehr von Überraschungen reden, da ich so ungefähr weiß, was ich erwarten kann.
Gestern habe ich wieder einmal eine meiner Lieblingsspeisen, nämlich Tintenfisch, gegessen. Diesmal mit Bambus, Shiitake-Pilzen, sonstigem Gemüse und natürlich Reis. Sehr lecker, auch ohne Essstäbchen, mit denen ich noch nicht probiert habe, zu essen. Die Dame des Hauses hat sich für Entenbraten mit Pflaumenmus entschieden, was zwar nicht meinem Geschmack entspricht, aber ihr gut geschmeckt hat.
Das ja angeblich die chinesische Küche in Europa mit der in China nicht zu vergleichen ist, stört mich im Grunde genommen wenig. Natürlich hat man die Speisen im Laufe der Jahre an den Geschmack der Europäer angepasst, und damit habe ich überhaupt kein Problem, so lange es so lecker schmeckt, wie gestern.

2008/11/25

Feigling

In einem Programmkino habe ich gestern einen richtig guten Film aus dem Vorjahr gesehen. Der ziemlich lange Titel lautet: Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford.
Ich muss sagen, es ist ein Werk, das ich mir sicherlich irgendwann noch einmal anschauen werde, weil es sich lohnt. Obwohl es mehr als zweieinhalb Stunden dauert und obwohl darin nur nachrangig Wildwest-Action-Szenen vorkommen, wird der Film -- zumindest für mich -- nicht langweilig. Gemächlich erfahren wir immer neue Details aus dem räuberischen Leben des Banditen Jesse James, der ja zu einer Art Volksheld in den USA geworden ist und im Film brillant von Brad Pitt verkörpert wird. Dieser ist zum Glück nicht nur ein Frauenschwarm, sondern hat auch Talent. Der andere -- oder vielleicht der eigentliche? -- Hauptdarsteller ist Casey Affleck, der Robert Ford, den späteren Mörder von James, spielt.
Wie es dazu kommt, dass einer, der den großen Banditen seit seiner Kindheit abgöttisch, fast schon krankhaft verehrt, und die große Ehre hat, dass dieser ihm sein Vertrauen schenkt, schließlich sein Vorbild erschießt, davon handelt dieses Werk von Regisseur Andrew Dominik. Dabei ist dem Film hoch anzurechnen, dass er Jesse James nicht als späteren Volkshelden darstellt, sondern als einen Mann, der durchaus grausam war und seine Fehler hatte.
Ein sehenswerter Film also, der sicherlich nicht zum Mainstream gehört, aber eine spannende, erzählenswerte Geschichte erzählt und auch etwas sagen möchte und kann.

2008/11/23

It's been fifteen years of silence...

Im Grunde ist es ja nur ihr drittes richtiges Album. Und doch genossen sie einst Kult-Status und wurden als die Erben der Rolling Stones gepriesen. Wenn ich noch hinzufüge, dass ihr neuestes Werk siebzehn Jahre nach der letzten, Original-Lieder enthaltenden Platte erscheint, dann ist das ganze kurioser als kurios.
Heute wird nämlich das neue Album von Guns N’ Roses mit dem Titel Chinese Democracy veröffentlicht. Eigentlich ihr sechstes seit Appetite for Destruction (1987). Warum ich doch lieber von der dritten Platte rede? Nun, G N' R Lies (1988) war mehr eine EP, als ein richtiges Album, Use Your Illusion I und II (1991) sollten infolge der gleichzeitigen Veröffentlichung eher als ein getrenntes Doppelalbum angesehen werden und „The Spaghetti Incident?“ (1993) war eine reine Cover-Platte.
Die Entstehung von Chinese Democracy war natürlich eine Farce, das ist allgemein bekannt. Und mit dieser Farce, infolge derer heute nur mehr Axl Rose von der ursprünglichen Besetzung übrig geblieben ist, sind im Grunde auch Guns N' Roses als Band gestorben. Na ja, vielleicht nicht wirklich gestorben, aber auf jeden Fall ist die Band, die heute, fünfzehn Jahre nach der letzten Veröffentlichung, das neue Material vorlegt, bestenfalls nur mehr ein Soloprojekt von Axl, das weiterhin unter dem Namen GN’R läuft.
Es ist sehr schade um diese meine einstige Lieblingsband, die es aber auch so – binnen einiger Jahre – zur lebenden Legende geschafft hat. Nicht nur wegen der Exzesse, der provokanten Songtexte, der skandalträchtigen Live-Auftritte, aber zum Glück auch wegen der Musik. Sie prägte eine ganze Generation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die nun teilweise – mit mir zusammen – an die paar wundervollen Jahre zurückdenken.
Vielleicht wird der eine oder andere auch das neue Album kaufen, oder es zumindest hinunterladen, aber im Innersten weiß ein jeder, dass das nicht mehr dasselbe ist. Genauso, wie Queen, das gerade ebenfalls ein neues Werk veröffentlicht hat und sogar auf Tour ist, mit der Gruppe um den ebenfalls legendären Freddie Mercury identisch ist.
Eines tröstet mich jedoch neben der guten alten Musik: Zum Glück hat die Karriere der GN’R-Mitglieder nicht so geendet, wie die einiger anderer Rockstars, die weit weniger exzessiv gelebt hatten, als Axl & Co., die – Gott sei dank! – immer noch unter uns weilen, leben und Musik machen. Und ob sie das nun unter dem Namen Guns N’ Roses tun, ob man sich die neuen Werke überhaupt anhört, oder stattdessen lieber in Erinnerungen schwelgt, ist dabei nicht wirklich von Bedeutung.

2008/11/22

Unerwünschter Gast

Gefehlt hat er nicht, aber heute Nachmittag hat er leider auch bei uns vorbeigeschaut: der erste Schnee, den ich natürlich auch auf die Schnelle fotografiert habe, noch bevor es dunkel wurde.
Ich kann mich zwar nicht mehr erinnern, aber angeblich hat es auch im Vorjahr um diese Zeit bereits bei uns geschneit. Für diesen Winter prophezeien die Meteorologen im Übrigen einen überdurchschnittlich schneereichen Dezember und Januar.
Kein großer Grund zur Freude für mich, denn ich mag die kalte Jahreszeit und den Schnee in der Großstadt überhaupt nicht. Binnen weniger Stunden wird der ganze Schnee zu Matsch, die öffentlichen Verkehrsmittel fahren auf einmal noch seltener, als sonst, und das heißt dann regelmäßig in der Kälte stehen und frieren. Und ständig die Brillengläser putzen, damit man etwas sieht.
Aber zumindest Kindern macht es ja immer Spaß, und falls es in ungefähr einem Monat auch zu Weihnachten schneien sollte, dann ist das schon etwas Besonderes, muss ich gestehen.

2008/11/21

Kleider machen Leute

So langsam hält ja nach dem Herbst auch der Winter hierzulande Einzug, auch wenn der erste Schneefall, wie in Deutschland heute, bei uns noch (zum Glück) auf sich warten lässt. Das bedeutet aber keineswegs, dass angenehme Herbst- oder gar Spätsommertemperaturen herrschen würden, ganz im Gegenteil.
Warum ich das so betone? Nun, mir will einfach nicht in den Kopf, wie halbwegs vernünftige Menschen bei solch einem Wetter so herumlaufen können, als hätten wir noch einen sonnigen, angenehm lauwarmen September.
Gestern habe ich nämlich einen Halbwüchsigen im kurzärmeligen T-Shirt gesehen, und heute einen jungen Mann Mitte Zwanzig in einer "Dreiviertelhose". Glauben einige wirklich, dadurch cooler zu wirken? Oder möchten sie sich und der Welt vortäuschen, dass immer noch ein Hauch von Spätsommer in der Großstadt zu spüren ist? Nun, ich weiß es nicht. Ich spüre nicht den sanftesten Hauch von Spätsommer, sogar unter Herbst stelle ich mir etwas anderes vor.
Für mich sind solche Menschen einfach nur dumm. Übrigens auch die Mädchen, die ihre Taille in der kälteren Jahreszeit seit einigen Jahren mit Vorliebe unbedeckt lassen, aber das ist eine andere Geschichte...

2008/11/18

Jolly Roger

Heute kam die Meldung, dass vor der Küste Somalias erneut ein Schiff von Piraten gekapert wurde. Und zwar diesmal kein gewöhnliches Schiff, sondern ein Tanker, der mit Öl im Wert von 100 Millionen US-Dollar beladen ist.
In den letzten Jahren häufen sich die Meldungen über solche Vorfälle, und trotz des ernsten Themas muss ich immer ein wenig schmunzeln, wenn ich darüber höre. Beim Wort Pirat fällt mir nämlich spontan das Bild eines klassischen Ganoven ein, das wir wohl alle in unserem Kopf haben. Mit Hut, Augenklappe, Drei-Tage-Bart, Holzbein usw. Die typischen Klischees eben.
Dabei haben die heutigen Piraten nicht viel mit diesem Ganoventyp zu tun. Man sollte vielleicht stattdessen die etwas neutralere Formulierung Seeräuber verwenden, dann müsste ich nicht immer so schmunzeln, wenn ich von solchen Ereignissen höre.
Ansonsten glaube ich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das erste Buch über diese modernen Seeräuber geschrieben, oder der erste Film über sie gedreht wird. Oder gibt es womöglich schon solche modernen Piraten in der Kunst?

2008/11/16

Nomen est omen

Da kann man ja nur den Kopf schütteln. Vorhin habe ich einen Bericht im deutschen Privatfernsehen darüber gesehen, auf welche Namen Eltern kommen, wenn es darum geht, ihren Kindern einen Namen zu geben. In Deutschland gibt es angeblich keine einheitliche Regelung, wie man seinen Nachfahren nennen darf, und in Zweifelsfällen entscheidet das Gericht darüber, ob ein Name akzeptabel ist, oder nicht.
Aber was denken sich eigentlich Menschen dabei, die ihr Kind Nemo, Tom Tom, London oder Grammofon nennen wollen? Nein, angeblich kein Scherz: Grammofon! Wie können Menschen, die eigentlich -- ich betone: eigentlich -- als Eltern verantwortungsbewusst handeln müssten, auf derart dumme Gedanken kommen? Wahrscheinlich weil sie wollen, dass ihr Kind auffällt (und sie als Eltern natürlich auch). Dass es dadurch eher zum Deppen gemacht wird, verdrängen sie dabei.
Übrigens: der Vorname Fanta ist angeblich zulässig, obwohl es sich um einen Markennamen handelt und demnach verboten sein müsste. Das Argument des Gerichts lautete jedoch, dass der Name genauso gut ein ausländischer Mädchenname sein könnte... Na, dann, in diesem Sinne...

2008/11/14

Wirklich witzig

Irgendwie sind in den letzten Jahren die witzigen E-Mails, die immer wieder die Runde machen, weniger geworden. Zumindest hat es für mich den Anschein. Vor einigen Jahren landeten regelmäßig witzige Bilder, Präsentationen, Kalauer und Witze in meinem elektronischen Postfach, die ich dann natürlich immer weitergeschickt habe. Egal, ob sie gut waren, oder nicht.
Mit der Zeit begann ich dann zu selektieren und habe nur wirklich Witziges (was natürlich äußerst subjektiv ist) weitergeschickt. Seit einiger Zeit merke ich jedoch, dass ich kaum mehr solche Sachen bekomme, und ich weiß nicht, warum. Entweder, weil der elektronische Briefwechsel vermehrt für das Arbeiten genutzt wird und die Menschen die per E-Mail eingehenden Witze leid sind und einfach löschen. Oder weil es nicht viel Neues gibt, was einen Rundbrief wert wäre.
So oder so, manchmal würde ich mir wünschen, mehr solche E-Mails zu bekommen, damit sie einen aus dem Alltagstrott reißen und erheitern. Natürlich vor allem neue Sachen, aber zum Teil wären auch alte hin und wieder schön, die man schon längst vergessen, oder dummer Weise damals nicht gespeichert hat.
Und warum mir das eingefallen ist? Ich habe heute eine deutschsprachige Mail mit zahlreichen Witzen und Kalauern erhalten, die ich noch nicht kannte und über die ich mich köstlich amüsiert habe. Eine kleine Kostprobe möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten, auch, wenn mancher den untenstehenden Witz sicherlich schon kennt:

Prüfer: Der erste Mensch im Weltall, wie hieß der?
Azubi: James Tiberius Kirk! Da staunen Sie, oder?
Prüfer: Allerdings!
Azubi: Dass ich sogar wusste, was das “T” in James T. Kirk bedeutet.
Prüfer: Schon mal was von Juri Gagarin gehört?
Azubi: Selbstverständlich!
Prüfer: Ja und?
Azubi: Der hat doch so Löffel verbogen, im Fernsehen.
Prüfer: Aha, und Mr. Spock war der erste Mann auf dem Mond.
Azubi: Nein, das war Louis Armstrong!

2008/11/09

Auf Einkaufstour

Dieses Wochenende kann sich aus Bekleidungssicht sehen lassen, denke ich. Gestern haben wir eine neue Winterjacke und heute einen schicken neuen Anzug für mich gekauft. Es kommt ja nicht so oft vor, dass die Frauen dieser Welt bei solchen Einkaufstouren leer ausgehen, aber diesmal habe nur ich etwas bekommen.
Okay, einerseits hat sich die Dame des Hauses schon über die Woche ein Paar neue Schuhe gekauft, die in diesem Fall tatsächlich schon längst überfällig waren (kommt auch nicht so oft vor), andererseits wollte sie sich am Wochenende auch ein neues Kleid kaufen, aber sie hatte kein so großes Glück, wie ich mit den zwei Kleidungsstücken. Vielleicht beim nächsten Mal...
Es ist nicht so leicht, das Passende zu finden. So einen schönen dicken Anorak (mit Kapuze) wollte ich schon im vorigen Herbst/Winter haben, aber entweder das Angebot oder der Preis haben bisher nicht gestimmt. So einer mit Fell am Kragen oder ähnliches kommt mir nämlich nicht ins Haus, und ich weigere mich auch, ein Vermögen für eine einfache Winterjacke auszugeben, nur weil da der Name irgendeiner bekannten Firma draufsteht, oder deren Logo abgebildet ist.

2008/11/04

Waluliso

Das menschliche Gehirn ist ein interessantes Ding, muss ich schon sagen. Es behält Informationen und schafft Verbindungen, die noch nach Jahren vorhanden sein können, auch wenn man geglaubt hat, dass man sie längst vergessen hat.
Beim Surfen im Internet bin ich heute auf folgenden Spruch gestoßen: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.“ Dieser Spruch gilt einerseits als Indianer-Weisheit, andererseits als ein Motto von Greenpeace, aber ich habe ihn auf einem anderen Wege kennen gelernt und mir gemerkt: über eine Person mit dem Künstlernamen Waluliso, die diesen Spruch ebenfalls propagierte.
Und nun, als ich zufällig über diese leider Gottes noch immer sehr aktuelle Weisheit gestoßen bin, ist mir dieser nette alte Mann eingefallen, an den ich mehr als ein Jahrzehnt lang nicht mehr gedacht hatte, ja sogar mit einer gewissen Traurigkeit vernommen habe, als ich mich schlau gemacht habe, dass er bereits 1996 verstorben war.
Waluliso gehörte tatsächlich fest zu Wien dazu, war immer wieder in der Innenstadt anzutreffen, als ich noch als Kind in der Stadt wohnte. Er schien immer gut gelaunt zu sein, und sein Lächeln, seine bloße Erscheinung zauberten auch auf das Gesicht seiner Mitmenschen im Nu ein Lächeln. Sowohl auf das der Einheimischen, als auch auf das der Touristen, die nicht so recht wussten, was sie mit dem „schrägen Vogel“ anfangen sollten. Die Präsenz von Waluliso verzauberte aber auch sie binnen einiger Augenblicke und überzeugte sie von seiner Menschlichkeit und Gutwilligkeit. Möge er in Frieden ruhen!

2008/10/31

All Hallows' Even

Es nervt schon manchmal. Einerseits die Tatsache, dass man in den letzten Jahren fast überall in Europa mit diesem "Halloween-Schmarren" begonnen hat. Vor -- sagen wir mal -- einem Jahrzehnt wussten bei uns nur die wenigsten, was das überhaupt ist, ob man es essen oder trinken kann. Aber seitdem gibt es in den Geschäften Halloween-Dekorationen, es werden Halloween-Partys gefeiert und überall redet man davon.
Ich glaube ja, der ganze Hype wurde von der Wirtschaft nach Europa importiert, damit es zwischen Ostern und Weihnachten noch etwas gibt, womit man den Menschen möglichst viel Geld abknöpfen kann. So oder so, ich mache den Unfug nicht mit, weder in diesem Jahr, noch in naher Zukunft, zumal das ganze überhaupt keine Tradition bei uns hat und deshalb in meinen Augen fremder als fremd erscheint.
Was ich aber heute aus gleich drei Kanälen gehört habe, war beim dritten Mal auch schon sehr lahm und hat kurzfristig noch mehr genervt: Zuerst im Radio, dann im Internet und schließlich im Fernsehen kam der Wortwitz "Hallo Wien!", den ich bisher in meinem ganzen Leben noch nicht im Zusammenhang mit diesem Fest gehört hatte, aber heute, unabhängig voneinander, gleich dreimal, davon einmal sogar ins Ungarische übersetzt und extra erklärt. Schrecklich!
Wie gesagt: Halloween und "Hallo Wien!" bitte ohne mich! Stattdessen gedenke ich in diesen ein-zwei Tagen -- auch wenn Halloween schon am 31. Oktober und Allerseelen erst am 2. November ist -- lieber derer, die nicht mehr unter uns sein können, die wir aber für immer in unser Herz geschlossen haben.

2008/10/25

Maroni

Eines der vielen Anzeichen dafür, dass der Herbst und bald auch der Winter in die Stadt Einzug hält, ist das Erscheinen der Maronianbieter in der Stadt, die ich früher nur aus Wien kannte, die aber seit einigen Jahren auch hier bei uns regelmäßig auftauchen. Die ersten Vorboten habe ich in dieser Woche bereits gesehen.
Obwohl ich Maroni sehr mag, habe ich heute das erste Mal abgepackte Esskastanien gegessen, also nicht von einem Straßenverkäufer gekaufte, sondern geschälte und gekochte aus einer Packung. Sie sehen -- wie man auf dem beigefügten Foto erkennen kann -- nicht nur aus, wie die von den Ständen, sondern schmecken auch genauso gut, auch wenn sie der Aufschrift zufolge aus China stammen. Ich hätte sie vielleicht vor dem Verzehr erwärmen können, damit der Geschmack noch mehr an die auf der Straße Verkauften erinnert, aber schließlich ist es ja draußen noch nicht so kalt, geschweige denn in unserer Wohnung.
Ich werde mir das Produkt für die Zukunft merken. Schmeckt wirklich sehr gut! Und übrigens, für alle Experimentierfreudigen da draußen: Der Aufschrift zufolge können die Maroni auch als Einlage in Suppen verwendet werden.

2008/10/23

Und zisch und klack und weg

Was es nicht schon alles gibt?! Beim Öffnen der Flasche Ottakringer Inoffizielles Fanbier, die wir von einem lieben Freund aus Wien geschenkt bekommen haben, gab es nicht den typischen zischenden Laut, den man als Biertrinker gewohnt ist, sondern eher ein "plopp". Nach genauerem Studieren des Kronenverschlusses habe ich dann gesehen, warum: die Innenseite ist so gestaltet, dass die Flasche mit Hilfe des Verschlusses wiederverschlossen werden kann. Nette Idee, auch wenn eine Flasche Bier doch recht schnell weg ist.
Aber daran sieht man mal wieder, dass sich die Marketing-Fachleute auch bei solch traditionellen Produkten und Verpackungen immer wieder etwas Neues einfallen lassen können. Wie zum Beispiel auch Bier in PET-Flaschen, das es seit wenigen Jahren bei uns gibt. Auch, wenn ich es bisher noch nie gekauft habe... ich glaube, in dieser Hinsicht bin ich dann doch recht konservativ.

2008/10/18

Makaber

Unweit von unserer Wohnung befindet sich ein Mehrfamilienhaus mit einer ganz makabren Hausnummer, die ich schon seit Längerem fotografieren wollte. (Ja, vor allem die Hausnummer, nicht so sehr das Haus...)
Heute habe ich mir dafür einmal Zeit genommen. Das Gebäude wurde im Übrigen erst vor einigen Jahren, auf jeden Fall nach dem Jahre 2001 erbaut.


2008/10/16

Blind Date

Ich muss gestehen, es hat schon etwas Prickelndes, wenn man sich mit einer Person verabredet, mit der man seit knapp vier ein halb Jahren regelmäßigen telefonischen und E-Mail-Kontakt hat, sie aber noch nie zuvor gesehen hat. Genau so etwas ist mir heute passiert.
Das ganze hatte schon etwas von einem Blind Date, muss ich sagen, auch wenn es sich in diesem Fall um eine reine Geschäftsbeziehung handelt, und auch, wenn man sich bei einem echten Blind Date wohl viel eher trifft, nicht erst nach so vielen Jahren.
Es war eine sehr interessante Erfahrung, und nicht nur deshalb, weil man auf Grund der Stimme und der E-Mails seine ganz eigene Vorstellung davon hat, wie die Person wohl aussieht und wie ihr Charakter ist. Sondern auch, weil ich bisher nur kürzere Telefongespräche und noch kürzere E-Mail-Wechsel mit der Person hatte. So war es dann doppelt spannend, die Person endlich leibhaftig kennen zu lernen, und ich muss sagen, es war ein sehr angenehmes Treffen.

2008/10/10

Say cheese, I'm your dentist!

Endlich habe ich Zeit gefunden, mich etwas eingehender unserer Digitalkamera zu widmen, die wir noch nicht so lange besitzen (Olympus µ 820, für alle Experten da draußen...), und dabei habe ich mit Erstaunen festgestellt, wie leicht es doch eigentlich ist, die Bilder von der Kamera auf den PC zu übertragen.
Das mag für manche komisch klingen, aber ich bin halt kein Technikfreak, und deshalb sind mir solche und ähnlich Spielereien ein großes Mysterium. Das mit dem genaueren Studieren des neuen Fotoapparates habe ich auch aufgeschoben, weil ich mir dachte, ich muss zuerst die Software installieren, die sich auf der beigefügten CD-ROM befindet. Dann hat sich jedoch beim Lesen der Bedienungsanleitung heute herausgestellt, dass das überhaupt nicht notwendig ist, und so habe ich gleich problemlos einige Bilder auf den PC übertragen können.
Das bedeutet auch, dass es in der Zukunft hoffentlich mehr Bilder im Blog geben wird, noch dazu eigene, um bestimmte Dinge und Ereignisse zu illustrieren.

2008/10/07

Trautes Heim

Es ist doch etwas Schönes, wenn man sieht, wie das eigene Zuhause schöner und gemütlicher wird. Gestern und heute sind wir nämlich um gleich zwei Möbelstücke reicher geworden.
Das heutige Fundstück war eine kleine Rattan-Kommode mit drei Schubladen für das Esszimmer. So ein Teil wollten wir schon längere Zeit haben, weil es gut aussieht, gut in unsere Wohnung passt und auch praktisch zum Verstauen von kleineren Sachen, bzw. Dokumenten ist.
Und gestern ist auch unser Garderobenschrank fertig geworden, den wir von einem Tischler haben anfertigen lassen. Mehr als ein Jahr haben wir jetzt ohne Garderobe, bzw. Kleiderhaken in unserer neuen Wohnung verbracht, und das war mehr als genug. Zuerst haben wir nichts Passendes gefunden, weil alle Möbel, die uns gefallen haben, um einige Zentimeter größer waren, als möglich. Und dann haben wir das Gespräch mit einem Tischler in Sachen Maßanfertigung immer wieder aufgeschoben.
Der nagelneue Einrichtungsgegenstand besteht aus einem Schuhschrank, der eigentlichen Kleiderablage mit drei großen und zwei kleineren Haken, sowie einer nach vorne hin offenen, aber oben geschlossenen "Hutablage". Passt, was Größe und Farbe betrifft, natürlich genau in unser Vorzimmer. Perfekt!

Update: Und hier die passenden Bilder dazu...




2008/10/04

Termine, Termine

Ich erlebe es nicht das erste Mal, dass Menschen einen wichtigen Termin ganz einfach vergessen, aber ich verstehe es noch immer nicht. Ich meine einen wirklich wichtigen Termin, nicht so etwas, wie zum Beispiel mal eben zum Friseur zu gehen, was man auch ein oder zwei Tage später machen kann.
Und wenn dieser Termin noch dazu mit der Arbeit zu tun hat, dann verstehe ich das gleich doppelt und dreifach nicht. In diesem Fall geht es nämlich nicht nur darum, dass die Mitmenschen vergeblich auf einen warten, dass der Plan der anderen ganz einfach über den Haufen geworfen wird, sondern auch darum, dass man als "Termin-Vergesser" seine eigene Position schwächt und in den Augen der Kollegen und Vorgesetzten einen schlechten Eindruck macht.
Wieso ist es so schwierig, sich einen wichtigen Termin im Kalender vorzumerken? Und auch regelmäßig in seinen Kalender hineinzuschauen? Wie wollen solche Menschen einen Schritt nach oben auf der Karriereleiter machen? Und was glauben sie, was die Mitmenschen in solchen Fällen von ihnen denken?

2008/10/02

Verschollen

Ein Fünkchen Hoffnung besteht immer noch für all die Verschwörungstheoretiker da draußen. Aber nur mehr ein Fünkchen.
Nachdem gestern bereits Ausweise und andere persönliche Gegenstände des amerikanischen Millionärs Steve Fossett, der im September 2007 samt seinem Flugzeug über der Sierra Nevada verschollen war, aufgetaucht sind, hat man heute auch seinen Flieger gefunden. Er selbst ist aber immer noch nicht aufgetaucht.
Ich muss sagen, dass es auch mich zeitweise gereizt hat, an eine Art Verschwörungstheorie zu glauben: Zum Beispiel, dass der abenteuerlustige 63-Jährige allen einen Streich spielen wollte. Oder, dass er sein Leben von Grund auf ändern wollte und deshalb untergetaucht ist, und jetzt an einem exotischen Ort sein neues Leben genießt.
Mit den jetzigen Funden scheint aber immer klarer, dass man sein Flugzeug und seine Leiche bisher ganz einfach infolge des unwegsamen Geländes nicht gefunden hat. Vielleicht wird seine Leiche nie auftauchen, womöglich müssen weitere Jahre verstreichen, bis ihn ein anderer Wanderer findet. Wer weiß?
Sein vermeintlicher Tod hat aber so oder so etwas Kurioses: Er zeigt, dass selbst Millionen von US-Dollar nicht vor solch banalen Unfällen schützen. Und auch, dass sich Fossett zwar mit Weltrekorden verewigen konnte, seine Rekordjagd aber ein abruptes Ende nahm, weil man eines nie vergessen darf: Der Mensch glaubt zwar oft, Herr über Natur und Technik zu sein, am Ende jedoch scheint es genau andersrum zu sein.

2008/09/30

1408

Nun, wir haben uns die zum Geburtstag bekommene DVD Zimmer 1408 angeschaut (die Extras stehen noch aus). Der Film, gedreht nach einer Novelle von Stephen King, handelt von einem Schriftsteller, Mike Enslin, der Spukhäuser besucht, über sie schreibt und übernatürlichen Phänomenen auf den Grund geht, ohne jedoch selbst an solche Sachen zu glauben. Auf diese Weise kommt er auch ins Dolphin Hotel in New York City, wo er jedoch eines besseren belehrt wird: In seiner Suite, in der in der Vergangenheit bereits zahlreiche Menschen gestorben sind, passieren jetzt nach und nach unglaubliche Sachen, und bald geht es für Enslin nur mehr darum, lebend hinauszukommen. Was einfach klingt, wird für ihn zu einem wahren Höllentrip.
Der ziemlich überzeugend gemachte Film lebt einerseits von den sehr spektakulären Spezialeffekten, andererseits von dem geschickten Element, das der Zuschauer nie weiß, was real ist und was sich nur im Kopf von Enslin abspielt. Zudem vermeidet das Werk altbekannte Horrorklischees und blutige Szenen.
Der Auftritt von John Cusack als Mike Enslin ist gut gelungen; Samuel L. Jackson hat hier dagegen nur eine verhältnismäßig kleine Rolle, genauso, wie die anderen Schauspieler.
In der langen Reihe von Verfilmungen von Stephen King-Werken, die den schriftlichen Werken leider meistens nicht das Wasser reichen können, gehört dieser Film sicherlich zu den besser gelungenen. Auf jeden Fall sehenswert.

2008/09/28

Ein Jahr älter

Wie gestern vorausgesagt, ist tatsächlich nichts aus dem Rad fahren geworden: Heute habe ich nämlich Geburtstag, und da war natürlich eine kleine Familienfeier angesagt.
Das Essen, das meine Mutter zubereitet hat, war ausgezeichnet. Noch dazu habe ich auch eine sehr schmackhafte Schokoladentorte bekommen. Und mit den Geschenken bin ich diesmal tatsächlich angenehm überrascht worden.
Unter anderem habe ich einen Fahrradcomputer bekommen, damit ich meinem alten-neuen Hobby in Zukunft noch professioneller frönen kann. Auch eine Verfilmung einer Stephen King-Novelle, Zimmer 1408, war unter den Präsenten, die ich damals nicht im Kino gesehen hatte, obwohl ich mir im Allgemeinen kein King-Werk und keine King-Verfilmung entgehen lasse. Und von der Dame des Hauses gab es unter anderem ein Geschenk, das im Grunde eine gemeinsame Überraschung für uns ist: ein kleines, aber feines Weinregal aus Holz, auf dem bis zu acht Flaschen Platz haben. Es ist nicht nur sehr praktisch, sondern macht sich auch hervorragend als Dekoration in unserer Küche.
Auch auf diesem Wege ein herzliches Dankeschön an meine Lieben. Überraschungen und Geschenke sind doch eine feine Sache, auch wenn ich im Grunde ohne sie auskommen könnte.

2008/09/27

An die Arbeit!

Tja, manchmal heißt es (auch für mich) am Wochenende: arbeiten! Heute wollte ich eigentlich wieder mal Rad fahren, das hatte ich mir Mitte der Woche fest vorgenommen, weil das Wetter da draußen noch ziemlich akzeptabel ist, und wer weiß, wie oft ich noch bis zum nasskalten Herbst oder dem noch kälteren Winter die Möglichkeit dazu haben werde. (Einen Vorgeschmack auf den unschönen Herbst gab es ja schon jetzt im September.)
Aber wie so oft, kommt es erstens anders, zweitens als man denkt. So habe ich dann gestern zur Kenntnis genommen, dass es mit dem Sport am Wochenende nichts wird, denn heute musste ich ackern, und das von morgens bis abends, damit ich mich zumindest morgen ein wenig ausruhen kann. Allzu sehr hat mich die Nachricht diesmal nicht erschüttert, weil die Woche, was die Arbeit betrifft, alles in allem doch recht ruhig war.
Und jetzt bin ich zwar ziemlich ausgelaugt, habe aber zumindest einen großen Schritt nach vorne gemacht, und morgen... nun, da wird leider auch nichts aus dem Rad fahren. Warum, darüber hoffentlich morgen mehr...

2008/09/23

Shoot and run

Nicht schon wieder, dachte ich mir, als ich die Nachricht gelesen habe, dass in einer Berufsschule in einer finnischen Kleinstadt ein 22-jähriger Amokläufer neun Menschen getötet und sich selbst danach schwer am Kopf verletzt hat. In regelmäßigen Zeitabständen hören wir nun schon von solchen Taten, die vor etlichen Jahren vor allem in den USA typisch waren.
Danach folgen dann immer die altbekannten Diskussionen, ob der Einfluss von Horrorfilmen, und -büchern, Computerspielen und Bands mit härterer Musik und härteren Texten dazu führen können, dass Jugendliche ganz einfach durchdrehen. Ich glaube zwar, dass da etwas dran ist, aber das eigentliche Problem sehe ich anderswo: nämlich in der Familie und im Freundeskreis.
Ich selbst habe früher viel mit Shoot-and-run-Computerspielen wie Quake und Wolfenstein gespielt, regelmäßig Horrorfilme gesehen, lese immer noch solche Bücher und höre immer noch Musik, die nichts für Weicheier ist. Trotzdem bin ich nicht durchgedreht, trotzdem ist es mir nie in den Sinn gekommen, so etwas zu begehen. Genauso wenig, wie Millionen anderer Fans auf der ganzen Welt.
Was für Eltern und Verwandte müssen diese Jugendlichen eigentlich haben? Welche Werte werden ihnen da vermittelt? Was wird ihnen vorgelebt? Kümmern sich diese Eltern überhaupt um ihre Kinder? Fragen sie sie abends, was sie den ganzen Tag so gemacht haben? Ich glaube, wohl kaum, denn in einer durchschnittlichen, um nicht zu sagen normalen Familie, wo sich die Eltern um die Kinder kümmern und ihnen positive Werte vermitteln, kommt so etwas, glaube ich, nicht vor.
Noch dazu habe ich in den jetzigen Berichten gelesen, dass in Finnland jede vierte Familie eine Schusswaffe besitzt, womit das Land hinter den USA und Jemen auf dem dritten Platz liegt. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen zuerst mit diesen traurigen Fakten auseinandersetzen, bevor sie die Verantwortung auf bestimmte Autoren, Filme oder Bands schieben. Denn eine zerrüttete Familie mit einer Schusswaffe ist an sich schon eine explosive Mischung...

2008/09/22

Kritische Masse

Heute fand bei uns wieder eine Critical Mass-Veranstaltung statt. Ich habe ja, wie ich an dieser Stelle unlängst berichtet habe, vor Kurzem wieder angefangen, Rad zu fahren, und da achtet man verstärkt auf solche Ereignisse. Heute war ich zwar nicht dabei, dazu herrscht mir bei diesen Events ein viel zu großes Gedränge, aber ich finde diese Aktionsform sehr lobenswert.
Gerade in Budapest, wo es leider immer noch verhältnismäßig wenige Fahrradwege gibt und man deshalb häufig auf der Fahrbahn oder dem Gehsteig fahren muss. Vielleicht helfen Ereignisse wie dieses, das es ja erst seit einigen Jahren bei uns gibt, auch dabei, die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen auf die große Menge an Radfahrern, ihre Rechte und Bedürfnisse zu lenken.
Und natürlich auch die Aufmerksamkeit der Autofahrer. Oft sind ja auch Radfahrer rücksichtslos gegenüber Autofahrern und Passanten unterwegs, aber in der Mehrheit der Fälle achten eher die Autofahrer nicht genügend auf die Radler, genauso, wie sie oft auch die Fußgänger außer Acht lassen. Ein guter Anlass also, um aufeinander aufmerksam zu werden und sich gegenseitig im Straßenverkehr zu respektieren. Hoffentlich nicht nur an diesem Tag oder ein-zwei Tage lang, sondern auf Dauer.

2008/09/17

Auge zu und durch

Lange Zeit hatte ich Glück mit Sportverletzungen, aber heute hat es mich leider erwischt. Nein, zum Glück nichts Schlimmes (ich hoffe, das bleibt auch so), aber ärgerlich und noch ein wenig schmerzhaft.
Einmal die Woche spiele ich mit Freunden Fußball und das schon seit etwa elf Jahren. Immer wieder gibt es da kleinere-größere Verletzungen: verstauchte Knöchel, Sehnenanrisse, gebrochene Arme und Finger hatten wir alles schon. Ich bin zum Glück bisher immer ziemlich gut weggekommen; die einzige wirklich größere Verletzung war eine angebrochene Nase vor zig Jahren, die aber keine allzu großen Schmerzen bereitet hat und gut verheilt ist.
Heute aber habe ich bei einem Einsatz vor dem Tor den Ball direkt auf das linke Auge bekommen. Mit voller Wucht, als der Torwart ihn nach vorne schießen wollte. Jetzt sieht das Augenlid ziemlich blutunterlaufen aus und schmerzt auch noch ein wenig, aber während des Spiels (das ging ja weiter, da blieb nicht viel Zeit zum Erholen) war der stechende Schmerz bedeutend stärker.
Ich hoffe, dass es nicht schlimmer wird. Sieht zumindest nicht danach aus, weil ich gut sehe. Kein verschwommenes Bild oder ähnliches. So, aber nun ab ins Bett, damit sich das lädierte Auge ein wenig entspannen kann.

2008/09/14

Death, won't you let me stay?

Zwar stehe ich noch immer unter der Wirkung des neuen Metallica-Albums Death Magnetic, aber da sich dies meinem Gefühl nach noch geraume Zeit nicht ändern wird, habe ich mich entschlossen, in diesem euphorischen Zustand über den Nachfolger von St. Anger zu berichten, auf den die Fans fünf lange Jahre warten mussten.
Kurz gesagt: Die Altmeister sind zurück, und zwar so laut, so schnell und so energiegeladen, als wären sie nie weggewesen. Mit diesem, dem insgesamt neunten Studioalbum, haben Metallica nicht nur ihre Fast-Auflösung aus der Zeit vor St. Anger hinter sich gelassen, sondern auch das "Wutalbum" aus dem Jahre 2003, das die Fast-Auflösung musikalisch aufarbeiten sollte.
Nach dem ersten Anhören der neuen Platte merkt man schon, was einem beim Vorgänger abging, auch wenn man es als echter Fan lange nicht wirklich wahrhaben wollte: Es fehlten die Gitarrensoli, es fehlte ein Schlagzeug, das in jedem Song eine solide Grundlage bietet und nicht hohl wie das Spielen auf Tonnen klingt. Wenn schon 8-10-Minuten-Lieder, fehlten oftmals die teils genialen Verbindungselemente zwischen den Stücken, die Wechsel, die einen das Lied weiter genießen und nicht als zusammengeschustertes Werk erscheinen lassen.
All das, was ich vermisst habe, finde ich nun bei Death Magnetic wieder. Die Lieder sind zwar nicht kürzer geworden und hier und da habe ich noch immer das Gefühl, weniger wäre mehr gewesen, aber wen interessiert das ehrlich gesagt bei dem frenetischen Tempo, das die vier Jungs vorlegen und durchziehen?! Das Schlagzeug von Lars Ulrich klingt endlich wieder nach Schlagzeug, Kirk Hammett spielt wieder atemberaubende Soli, Robert Trujillo legt mit seiner ersten Metallica-Platte als Bassist gleich ein Meisterwerk hin und James Hetfield ist wieder der Alte. Auf der Rhythmusgitarre und hinter dem Mikro genauso, wie textlich.
Denn das neue Album ist nicht nur musikalisch, sondern auch textlich gesehen schwere Kost, wie das der Titel bereits vermuten lässt: Passagen, wie "I blind my eyes, I hardly feel it passing me by / I open just in time to say goodbye", "Breaking your teeth on the hard life coming / Show your scars" oder "Suicide! I’ve already died / It’s just the funeral I’ve been waiting for" lassen vermuten, dass James -- wie schon auf dem Vorgänger-Album -- erneut seine Traumata und seine hinter sich gelassenen Alkohol- und Drogenprobleme verarbeitet, und das ist keineswegs ein Zuckerschlecken.
Nur zweimal lassen es die vier Musiker etwas gemütlicher angehen: Mit The Day That Never Comes ist eine Ballade im Stil der Klassiker One und Fade to Black vertreten, die zwar gemächlich anfängt, aber in einem wahren musikalischen Feuerwerk endet. Und da wäre dann noch der dritte Teil der Unforgiven-Reihe, bei dem mir vorab ein wenig angst und bange wurde, da ich befürchtet hatte, das ganze könnte zu einer Farce werden. Weit gefehlt, zum Glück: Das Lied ist den ersten beiden Teilen ebenbürtig.
Zehn Songs -- darunter ein Instrumental-Stück -- lassen das Herz eines jeden Metal-Fans höher schlagen. Auch das derjenigen, die sich schon nach dem kommerziell erfolgreichsten Album Metallica (1991) von dem Quartett abgewandt hatten. Death Magnetic ist in meinen Augen nämlich eine Rückkehr zu den Trash-Wurzeln der ersten vier Alben, ohne jedoch dabei die seither beschrittene Entwicklung zu leugnen. Hut ab!

2008/09/11

Warten auf Godot

Während ich heute auf jemanden gewartet habe, habe ich mich gehörig gelangweilt. Ausnahmsweise mal kein Buch dabei, nichts zum Arbeiten, auch keinen MP3-Player, kein Fernseher und kein Internet in der Nähe. Während ich meine Gedanken sortiert habe, sind mir einige Lieder eingefallen, deren Texte ich dann so vor mich hingesummt habe. Und da ich zum Glück zumindest Papier und Kugelschreiber in der Tasche hatte, kam mir die Idee, mal diejenigen -- kürzeren oder längeren -- Songzeilen aufzuschreiben, die mir spontan zu den jeweiligen Buchstaben des Alphabets einfallen, und zwar mit einer Einschränkung: Jeder Interpret durfte nur einmal vorkommen. (Ein kleineres Problem hatte ich nur beim Buchstaben "X", aber ich glaube, ich habe auch das ziemlich gut gemeistert!)
Viel Spaß also bei der Liste und gutes Raten! (Die jeweiligen Interpreten führe ich nämlich nicht an.)
Man könnte sagen, die Liste ist so etwas, wie ein Abbild meiner Gedanken und Emotionen, zumindest was den heutigen Morgen betrifft. Der gute Sigmund Freud hätte sicher seine Freude daran gehabt...

Am Strand des Lebens / Ohne Grund, ohne Verstand

Baby, you can drive my car / Yes, I'm gonna be a star

Come to me, be my disguise / Open your coat, let me crawl inside

Don't damn me when I speak a piece of mind / 'Cause silence isn't golden when I'm holding it inside

Einer für alle, alle für einen / Wenn einer fort ist, wer wird denn gleich weinen?

Fear of the dark / Fear of the dark / I have a constant fear that something's always near

Goldeneye -- I found his weakness / Goldeneye -- He'll do what I please

Hold me / Thrill me / Kiss me / Kill me

I would walk 500 miles and I would walk 500 more / Just to be the man who walked 1000 miles / To fall down at your door

Jump up an down / And move it all around

Killing in the name of...

Love is in the air / Everywhere I look around

Morning has broken / Like the first morning / Blackbird has spoken / Like the first bird

Nothing compares to you...

Open your eyes / Open your mind / Proud like a god / Don't pretend to be blind

Pink -- It's my new obsession / Pink -- It's not even a question

Question of time...

Ride like the wind / Fight proud, my son / You're the defender / God has sent

Sit down next to me / Sit down, down, down, down, down / In sympathy

Too much love will kill you / If you can't make up your mind / Torn between the lover / And the love you leave behind

Under the bridge downtown / Is where I drew some blood / Under the bridge downtown / I could not get enough

Vielen Dank für die Blumen / Vielen Dank, wie lieb von dir

Wollt ihr das Bett in Flammen sehen? / Wollt ihr in Haut und Haaren untergehen?

X-it light / Enter night / Take my hand / We're off to never-neverland

You win again / So little time / We do nothing but compete

Zeige mir den Weg / Nimm mich mit / Eh der Wind sich dreht

2008/09/08

Schwarzes Eis

Neben dem lang ersehnten Album von Metallica, das am Freitag dieser Woche erscheint, meldet sich auch eine andere legendäre Hard Rock-Band im Herbst zurück. Acht Jahre nach dem letzten Studioalbum veröffentlichen AC/DC im Oktober ihre neue Platte mit dem Titel Black Ice.
Ich habe schon mal vorab in die erste Single Rock 'n Roll Train im Internet reingehört und habe gleich wieder festgestellt, warum ich die Band mag, aber kein Die-Hard-Fan von ihnen bin. Das Lied lässt einen gleich mitwippen und mitsingen, klingt aber ziemlich ähnlich, wie die meisten AC/DC-Songs. Die Markenzeichen der Band sind sofort, bei den ersten Klängen zu erkennen, und die fünf Jungs machen ihre Arbeit gut. Sie sind sich und ihrer Art von Musik all die Jahrzehnte treu geblieben, das ist ihnen sicherlich hoch anzurechnen. (Ein anderes Beispiel par excellence -- mehr oder weniger aus demselben Genre -- wäre das Trio ZZ Top.) Aber ich persönlich brauche halt einfach mehr Abwechslung bei den Songs, um bei Hard Rock-/Heavy Metal-Musik auf die Dauer richtig in Fahrt zu kommen.

2008/08/31

The Dark Knight

Nicht weil der Hype so groß ist, sondern weil ich überall gehört habe, dass er wirklich sehr gut sein soll, haben wir uns gestern mit einem Freund den neuen Batman-Film The Dark Knight angesehen. Nun, ich muss mich den positiven Kritiken anschließen: das Werk ist tatsächlich ein sehr guter Film, der mir gut gefallen hat. Voll von actionreichen Szenen wird er keine Minute langweilig. Die Kameraeinstellungen sind genauso aufregend, wie die Handlung. Die Schauspieler -- unter anderem Christian Bale, Michael Caine, Gary Oldman und Morgan Freeman -- machen ihre Sache sehr gut.
Und dann wäre da natürlich noch der im Januar dieses Jahres verstorbene Heath Ledger, der den Joker spielt. Überwältigend spielt. In manchen Szenen so, dass es einem heiß und kalt über den Rücken läuft, in manchen aber so, dass man schmunzeln, ja gar lachen muss. Eine grandiose Leistung, auch wenn ich mich der weit verbreiteten Meinung, dass er dafür posthum einen Oscar bekommen sollte, nicht bedenkenlos anschließe. Meines Erachtens ist das eine großherzige Übertreibung infolge des tragischen Todes von Ledger, der mit knapp 30 Jahren verstorben war. Eine Nominierung ist sein Spiel sicherlich wert. Ob er dafür auch einen Preis bekommen sollte, sollte man aber meiner Meinung nach eher von der Konkurrenz abhängig machen.
Auch der Aussage, dass Ledger ein besserer Joker sei, als Jack Nicholson, kann ich mich nicht anschließen. Die beiden Figuren, die beiden Auffassungen der Rolle sind vollkommen verschieden. Nicholson hat 1989 einen Clown-Joker gespielt und zwar auf fantastische Weise. Die Rolle von Ledger dagegen ist ein Psychopath, ein völlig verrückter Freak. Dabei sind seine Gestik, Mimik, seine Worte und seine Aussprache einfach überzeugend und rücken die eigentliche Hauptfigur des Batman in den Hintergrund. Eine beeindruckende Leistung, wobei einem ständig der Gedanke im Hinterkopf herumspukt, dass dieser Mensch nicht mehr unter uns weilt. Und das macht den neuen Batman-Film zu etwas wirklich Besonderem.

2008/08/26

Allium sativum

Ihr könnt mich ruhig für verrückt halten und schwachsinnig nennen, aber heute Abend habe ich wieder mal zwei Knoblauchzehen verzehrt. Nur so, nebenbei zum Abendessen, weil ich Knoblauch mag. Einerseits schmeckt er gut (und scharf... ich mag Scharfes), andererseits soll er ja auch sehr gesund sein. (Nachzulesen unter anderem hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Knoblauch)
Ich mag Zwiebeln im Allgemeinen sehr, und seit einiger Zeit esse ich auch regelmäßig Knoblauch. Ich meine als Ganzes, nicht nur zerkleinert in diversen Speisen. Wie gesagt: nur so nebenbei zum Abendessen. Und natürlich nur dann, weil er ja -- wie allgemein bekannt -- einen ziemlich strengen Geruch hat. Der Mundgeruch ist aber spätestens nach dem Zähne putzen am Abend und dem Zähne putzen nach dem Frühstück am nächsten Morgen vollständig weg, also keine Panik :)

2008/08/21

Gedenken

Wieder hat es einen tragischen Flugzeugabsturz gegeben, diesmal in Spanien. Bei der gestrigen Katastrophe in Spanien kamen 153 Menschen ums Leben, einige der 19 Überlebenden schweben immer noch in Lebensgefahr.
Bei Flugzeugabstürzen horcht man immer unwillkürlich auf. Das liegt wohl an der positiven Tatsache, dass solche Unglücke nicht jeden Tag passieren, aber auch an der zumeist hohen Opferzahl. Dabei passieren auf den Straßen Europas und der Welt täglich Dutzende Verkehrsunfälle, bei denen viel zu viele Menschen ihr Leben lassen müssen -- insgesamt deutlich mehr, als bei Flugunfällen. Es mag sonderbar klingen, aber auch ihnen würde meiner Meinung nach dasselbe Gedenken zustehen, wie den Opfern von Flugzeugabstürzen.
Als Opfer ist man ja hier und da vollkommen ausgeliefert. Zugegeben, die Vorstellung, dass man unter Umständen aus mehreren Tausend Metern Höhe Richtung Erde stürzt, erscheint zwar beim ersten Gedanken erschreckender, jedoch nur beim ersten. Oder ist vielleicht ein Frontalunfall mit einhundert Sachen nicht so bestürzend?
Ich würde mir wünschen, dass die Medien Flugzeugabstürze nicht immer so aufbauschen. Oder zumindest dabei auf die tatsächlichen Verhältnisse hinweisen. Nicht zuletzt deswegen, weil wir alle im Straßenverkehr mehr dafür tun können, die Zahl der Opfer zu senken, als im Falle von Flugzeugkatastrophen...

2008/08/16

Porträt eines Verbrechers

Ich habe heute einen sehr interessanten Artikel auf der Homepage der FAZ gelesen: http://www.faz.net/s/Rub4521147CD87A4D9390DA8578416FA2EC/Doc~E3E1D49CEF221424A889310EEBCC34390~ATpl~Ecommon~Sspezial.html
Er handelt von einer Amerikanerin, die als Gerichtszeichnerin arbeitet, noch dazu zurzeit gerade beim Guantánamo-Prozess. Man hört ja immer wieder von sonderbaren, ganz und gar nicht alltäglichen Berufen, und dieser hier ist auch ein schönes Beispiel dafür. Es hat schon etwas Faszinierendes, wenn man Kunst mit den Schattenseiten des Lebens verbindet und regelmäßig Verbrecher abbildet. Es erinnert mich einerseits an die Straßenkünstler, die in der Fußgängerzone meistens Touristen porträtieren. Andererseits sind es in diesem Fall im Allgemeinen Unmenschen, denen der Künstler ein menschliches Gesicht geben muss.
Der Beruf des Gerichtszeichners erscheint mir jedoch wohl auch deshalb so interessant und sonderbar, weil er -- wie im Interview erwähnt -- in unserer hochmodernen, digitalisierten Welt wie ein Relikt aus alten Zeiten wirkt. Etwas, was sich trotz des technischen Fortschritts behaupten und seine Bedeutung und Daseinsberechtigung im Alltag wahren konnte.

2008/08/13

Somewhere Back In Time

Nach den Konzerten von Paradise Lost und Santana, über die ich an dieser Stelle bereits berichtet habe, wurde mein ganz persönlicher musikalischer Sommer gestern Abend von einer meiner Lieblingsbands abgerundet: Iron Maiden traten beim Sziget-Festival auf und bescherten den angeblich etwa 57 000 Zuschauern im Rahmen ihrer Somewhere Back in Time World Tour einen -- nicht nur aus wettertechnischer Sicht -- heißen Abend.
Es war toll, die Band zum dritten Mal live zu erleben, zumal die Jungs um Bruce Dickinson dieses Mal mit einer Hommage an ihre eigene Powerslave-Tour aus dem Jahre 1985 den Globus umrunden. Und das hieß: neben den alten Klassikern gab es auch ein fantastisches Bühnenbild und eine mitreißende Bühnenshow mit Maskottchen Eddie in mehrfacher Ausführung und kleineren Feuerwerken.
Die Songs alle zu nennen hätte nicht viel Sinn, ich würde sowieso ein-zwei vergessen, aber teilweise gab es Klassiker, die man seit 1985 nicht live hören konnte. Mit Rime of the Ancient Mariner, Powerslave und Moonchild spielte Maiden gestern mindestens drei Songs, die nach Ende dieser Tour, von der noch drei Auftritte übrig sind, vielleicht nie mehr wieder live erklingen werden.
Zwei Stunden Ekstase waren das, und mir läuft es immer noch kalt und heiß über den Rücken, wenn ich an den gestrigen Abend zurückdenke. Band und Publikum haben alles gegeben. Noch nie spielten Maiden vor so vielen Zuschauern in Ungarn, wie das Sänger Bruce Dickinson mehrfach betonte, aber vor allem: Die Bandmitglieder sind mit über 50 noch so gut in Schuss, dass man aus dem Staunen gar nicht herauskam. Seit Februar war es das insgesamt 66. Konzert der Gruppe!
Ich hoffe, es war nicht das letzte Mal, dass ich diese legendäre Band live erleben konnte.

2008/08/07

Dabei sein ist alles

Morgen ist es so weit: Olympia 2008 beginnt, und ich glaube, dass sich in den nächsten mehr als zwei Wochen ein Großteil der Nachrichten und Berichterstattungen im Fernsehen, im Rundfunk, in den Tageszeitungen und natürlich im Web mit diesem Weltereignis in China beschäftigen wird. Schließlich ging es ja auch schon im Vorfeld in den Medien sehr häufig um die anstehenden Spiele: die Organisation, die Bauarbeiten, die Zensur in China und und und.
Ich verfolge die Olympischen Spiele im Grunde immer nur so nebenbei. Es gibt einfach zu viele Sportarten und Wettbewerbe, die mich größtenteils gar nicht interessieren. Folglich informiere ich mich nur oberflächlich über die Ergebnisse und die Aufreger. Nichtsdestotrotz lässt es mein Herz immer höher schlagen, wenn ich mal einen Wettkampf sehe, an dem einer unserer Sportler oder unsere Nationalmannschaft beteiligt ist. Da fiebert man auch ungewollt mit, drückt die Daumen. Man kann das Nationalgefühl, Patriotismus, Vaterlandsliebe oder Nationalstolz nennen, aber am Ende erscheint dieses Gefühl immer im selben Gewand: Man hofft, dass am Ende ein möglichst gutes Ergebnis für den "eigenen" Sportler, die "eigene" Mannschaft dabei herauskommt.
Und so wird es auch diesmal sein, glaube ich. Ein-zwei Wettkämpfe werde ich mir ansehen, bei einigen Ereignissen, Spielen werde ich mitfiebern und hoffe, dass der Medaillenspiegel am Ende ein möglichst ansehnliches Ergebnis zeigt. Auch, wenn ich mir darüber im Klaren bin, dass nicht nur Medaillen zählen. Denn bei den Olympischen Spielen gilt stets mehr denn je: Dabei sein ist alles!

2008/08/05

Esst mehr Obst!

Ich habe ja vor kurzem geschrieben, dass ich kein Umweltschutzapostel bin. Nun, ein Gesundheitsapostel bin ich auch nicht, aber trotzdem muss ich sagen: Der Sommer ist, was schmackhaftes Obst und Gemüse betrifft, einfach unschlagbar!
Am Wochenende habe ich auf dem Markt eine halbe Wassermelone und Honigmelonen eingekauft. Gestern und heute haben wir die Wassermelone verdrückt, und sie war perfekt. Kalt, saftig und süß. Sehr lecker. Vorige Woche haben wir Mais gegessen, das erste Mal selbst gekocht, so hat es natürlich doppelt so gut geschmeckt. Und natürlich immer wieder jede Menge Pfirsiche und Nektarinen, die auch sehr gut sind.
Ach ja, und heute Abend gab es dann einen sehr leckeren hausgemachten gemischten Salat mit Tomaten, Paprika, Zwiebeln, Oliven, Gurken und einem Joghurt-Dressing.
Wahrscheinlich ist mir das ganze aufgefallen, weil in diesem warmen, teilweise schwülen Wetter all das viel besser schmeckt. Es löscht den Durst und ist keine schwere Kost. So abwechslungsreich könnte es ruhig auch in der kalten Jahreszeit sein, wenn oft sogar die Laune schlechter ist, als im Sommer.

2008/08/03

Abenteuerlust

Ein Verwandter war heute bei uns zu Besuch, der vor einem halben Jahr nach Irland "ausgewandert" ist. Nur für eine befristete Zeit, aber ohne Job, ohne Wohnung, ohne Bekanntschaften dort. Er hatte sich fest vorgenommen, einerseits besser Englisch zu lernen, andererseits Geld zu verdienen, und zwar mehr, als er hier verdient hatte.
Es ist ihm auch gelungen, eine Wohnung und eine recht gute Stelle zu finden, und er hat vor, noch etwa zweieinhalb Jahre zu bleiben. Und er ist nicht der einzige: zahlreiche Polen, Tschechen, Letten und Litauer arbeiten in Dublin, sagt er, und sparen sich im Laufe von nur wenigen Jahren eine stattliche Summe zusammen, mit der sie zu Hause ihr (neues) Leben beginnen können.
Bewundernswert, diese Abenteuerlust. Zig Kilometer von der Heimat entfernt, ohne Bekannte und Freunde bauen diese Menschen -- teilweise allein, teilweise zu zweit -- für eine bestimmte Zeit ein neues Leben auf. Sie lernen eine völlig andere Kultur kennen, erlernen eine neue Sprache in einer Weise, die am geeignetsten dafür ist, und kehren dann nach etlichen Jahren mit vielen Erlebnissen, Lehren und einem Startkapital in ihre Heimat zurück. Dafür müssen sie aber einige Jahre lang auf vieles verzichten, das aber nehmen sie gerne in Kauf, damit sie später zufriedener sind, als vorher. Sei es, weil sie sich mehr leisten können, oder einfach, weil sie sich und der Welt bewiesen haben, dass sie solch große Abenteuer meistern können.

2008/07/31

Wetterkapriolen

Zuerst hat es zu hageln begonnen, das laute Pochen war auf den Häuserdächern klar und immer lauter zu hören. Pures Eis, sonst nichts. Dann, nach einigen Minuten, immer stärker einsetzender Regen, der noch immer andauert.
Dieser Sommer macht schon wieder von sich reden, und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Vorige Woche wurde der Kälterekord gebrochen, davor und auch in dieser Woche teilweise heißes Sommerwetter, aber dann immer wieder untypisch lange Regenperioden. Wenn wir bedenken, dass es im Vorjahr mit Temperaturen um die 40 Grad einen neuen Hitzerekord gab, dann kann man, glaube ich, tatsächlich denen Glauben schenken, die davon sprechen, dass mit unserem Klima etwas nicht stimmt.
Ich bin kein Umweltschutzapostel und kein eifriger Klimaschützer, aber ich denke auch, dass das nicht mehr ganz normal ist. Zumal wir auch keine richtigen Winter mehr haben. Und ich denke auch nicht, dass sich all das von heute auf morgen ergeben hat. Aber genau deshalb sollten wir uns vielleicht manchmal Gedanken darüber machen, etwas für unsere Umwelt zu tun und an unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder denken. Vielleicht mal das Auto stehen lassen, das Licht abschalten, oder den Wasserhahn zudrehen, und -- was zumindest bei uns immer noch nur sehr langsam Verbreitung findet -- den Abfall selektieren.

2008/07/27

Zähne zusammenbeißen

Endlich komme ich dazu, von meinem kleinen schmerzhaften Abenteuer am Donnerstag zu berichten. Um fünf Uhr in der Früh bin ich, nachdem ich mich bereits eine Zeit lang im Bett gewälzt hatte, aufgestanden und habe ein Schmerzmittel genommen, da ich ganz schlimme Zahnschmerzen hatte. Der ominöse hintere Backenzahn war schon seit einiger Zeit empfindlich, aber ich gehe nur ungern zum Zahnarzt, deshalb habe ich die Sache so lange hinausgeschoben, wie es nur ging. Ich weiß, ich weiß, eine sehr schlechte Angewohnheit von mir (und von vielen anderen Menschen), aber was soll ich tun?!
Nach zwei weiteren Stunden, in denen ich zum Glück schlafen konnte, stand ich dann auf und wusste, dass ich keine andere Wahl habe: ich muss zum Zahnarzt. Das ganze war im Grunde gar nicht so schlimm, auch wenn ich immer ziemlich nervös vor solchen Besuchen bin. Ich habe zwar -- trotz einer Spritze -- ein wenig gelitten, aber eigentlich war es nicht unerträglich. Natürlich war da ein Loch, und so hieß es auch Nerven raus, Wurzelbehandlung, bzw. so heißt es noch immer, denn ich muss nächste Woche noch zurück.
Okay, es war nicht gerade angenehm, nach vier Jahren (ja, ja, ich weiß und schäme mich sehr dafür) wieder im Zahnarztstuhl Platz zu nehmen, das Geräusch des Bohrers und das alles bedeckende Gesicht des Zahnarztes über mir zu ertragen, aber eigentlich sollte ich mir klar machen, dass es Schlimmeres gibt und in Zukunft regelmäßig zum Zahnarzt gehen, zumal dann wohl seltener gebohrt werden müsste.
Auch ein System, wie in Deutschland wäre nicht schlecht, über das ich gestern von zwei dort lebenden Freunden gehört habe: Da bekommt man angeblich, wenn man jedes Jahr zum Zahnarzt geht und sich das mit einem Stempel bestätigen lässt, später zum Beispiel Rabatt auf die Dritten.

2008/07/23

Jenseits der Wahrheit

Ich bin kein großer Kinogänger. Gestern war ich aber wieder einmal im Kino, da ich die Möglichkeit hatte, den neuen Akte X-Film mit dem Untertitel Jenseits der Wahrheit vor der Premiere zu sehen. Die Serie war ein Klassiker, ich glaube, darüber muss man keine Worte verlieren. Das müssen auch diejenigen neidlos anerkennen, die sie nicht gemocht (und nicht geschaut) haben.
Der zweite Film, der nun exakt zehn Jahre nach dem ersten in die Kinos kommt, ist nicht schlecht, hat mich aber nicht vollkommen überzeugt. Eigentlich hatte ich erwartet, dass er sich erneut um Außerirdische dreht, was aber überhaupt nicht der Fall ist. Stattdessen führt uns die Story in die Geheimnisse der Stammzellenforschung ein und ist viel mehr ein Mystery-Film, ein Krimi mit Horror-Elementen, als ein Thriller. Die im Übrigen spannende und zum Teil spektakuläre Handlung (u. a. mit wunderschönen winterlichen Landschaftsaufnahmen) ist meines Erachtens kein typischer Akte X-Plot, falls es so etwas überhaupt gibt. Oder zumindest hätte man aus den ein-zwei typischen Ansätzen viel mehr machen müssen.
Nichtsdestotrotz war es gut, Mulder und Scully, also David Duchovny und Gillian Anderson, wiederzusehen. Sehr gut fand ich auch die Momente im Film, in denen sich die Protagonisten nicht ganz ernst nehmen und quasi mit einem Augenzwinkern spielen. Ein-zwei kleinere Lacher sind also trotz des ernsten Themas vorprogrammiert.
Mein Fazit: Ein sehenswerter Film, wenn auch kein Klassiker. Echte Fans werden wohl mehr erwartet haben.

2008/07/21

I want to ride my bicycle, I want to ride my bike...

Gestern bin ich nach x Jahren wieder das erste Mal so richtig Rad gefahren. Nach wie vielen Jahren genau, weiß ich gar nicht, aber in der letzten Zeit habe ich diese Freizeitbeschäftigung (oder soll ich lieber schreiben: diesen Sport?) ungerechter Weise vernachlässigt. Früher bin ich nämlich ziemlich viel gefahren, keine großen Touren, nichts Weltbewegendes, aber doch.
Und nun also der Neubeginn, zum Glück nicht mehr allein, sondern zu zweit. Nachdem ich mein Rad die Woche über habe durchsehen lassen, ging es gestern in die nähere Umgebung. Sonnenschein, Grünflächen, Fahrtwind, schon nach wenigen Metern auftauchende andere Radler -- und das angenehme Kribbeln (in den Beinen) ist sofort zurück. Erinnerungen kommen hoch: Da bin ich schon... Da habe ich mal... Stell dir vor, dass damals...
Eines hat sich in der Zwischenzeit jedoch geändert: ich achte noch mehr auf jedes in der Nähe auftauchende Fahrzeug und nähere mich den Kreuzungen noch vorsichtiger, als damals. Zu viele zu schreckliche Unfälle hat es in der jüngsten Vergangenheit gegeben, die einen zu besonnenem Handeln veranlassen.
Fast zweieinhalb Stunden treten wir in die Pedalen, immer wieder mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht, und am Ausgangspunkt angekommen spüre ich, als ich vom Drahtesel steige, eine bekannte angenehme Erschöpfung in den Beinen. Der erste Ausflug liegt also hinter uns, und ich hoffe, dass noch viele folgen werden.

2008/07/20

Magnetik

Der lang ersehnte Nachfolger des im Jahre 2003 erschienenen Metallica-Albums St. Anger nimmt langsam, aber sicher konkrete Formen an. Die für den September erwartete Platte wird, wie seit einigen Wochen bekannt, den Titel Death Magnetic tragen. Vor ein paar Tagen ist auch das voraussichtliche Cover auf der offiziellen Homepage veröffentlicht worden, das zumindest für mich noch ziemlich gewöhnungsbedürftig ist.
Neben der Schlichtheit der Formen und Farben ist die Rückkehr zum klassischen Schriftzug der Band auffallend, die -- zusammen mit den bisherigen Äußerungen der Bandmitglieder und der Kritiker -- auch eine Rückkehr zu dem klassischen Sound der Gruppe symbolisieren könnte. Was bereits bekannt ist, ist die Tatsache, dass es -- im Gegensatz zu St. Anger -- wieder Gitarrensoli geben wird, und in dieser Woche kam auch die Nachricht, dass ein rein instrumentales Lied auf der Platte erscheinen soll. Nun denn, wir dürfen weiterhin gespannt sein!

2008/07/15

Unerklärlich

Schon wieder hat es im Sport einen tragischen Todesfall gegeben. Der ungarische Kanute György Kolonics, zweimaliger Olympiasieger, der sich gerade auf seine fünfte Teilnahme an den Olympischen Spielen vorbereitete, ist heute im Trainingslager an Herzversagen gestorben. Und zwar mit nur 36 Jahren.
In den vergangenen Jahren hat es -- vor allem in der Welt des Fußballs -- immer wieder Meldungen über verstorbene Sportler gegeben, die allesamt unter 40, ja teilweise sogar unter 30 waren. Ich frage mich jedes Mal, so auch nach diesem schockierenden Ereignis, wieso es in letzter Zeit vermehrt zu diesen unfassbaren Fällen kommt. Hat es mit den teils unmenschlichen Leistungen zu tun, die diese (Spitzen-) Sportler Woche für Woche erbringen? Die ihnen abverlangt werden, die sie erbringen müssen, um in der Liga der ganz Großen mitspielen zu können? Oder ist es vielleicht eine Folge von diversen Aufputschmitteln, irgendwelchen "legalen Drogen", die zwar ihre Leistungen kontinuierlich verbessern, aber ihren Körper letztendlich ruinieren?
Ich kenne die Antwort nicht, aber ich weiß, dass der Spitzensport sicherlich nicht so viel wert ist, dafür sein Leben zu opfern. Nicht einmal ein Sieg bei einer Welt- oder Europameisterschaft, oder bei den Olympischen Spielen. Auch, wenn sie, wenn uns der Ehrgeiz packt, wenn sich am Ende alle nur an den Namen des Siegers erinnern, sollten sie sich und wir uns jedes Mal vor Augen führen, dass auch ein zweiter oder dritter Platz bei einem großen Turnier, auch ein gutes Qualifikationsergebnis eine ungeheuerliche Leistung ist, die den meisten von uns verwehrt bleibt.

2008/07/10

Old Cats on the Clock

Ich weiß gar nicht, wie das bisher ausbleiben konnte: die Wiedervereinigung der ersten Boygroup im modernen Sinne des Wortes. Ja, New Kids on the Block sind tatsächlich zurück, als wären sie nie von der Bühne verschwunden. Dabei singen sie nicht nur ihre alten Hits, sondern planen neben den derzeit laufenden Konzerten angeblich auch ein neues Album.
Wer das außer ihnen wirklich braucht, ist eine andere Frage. 14 Jahre nach der Auflösung trifft nun bei ihrer Reunion der damalige Spottname Old Cats on the Clock endlich tatsächlich auf sie zu. Nachdem die fünf Jungs ohne ihre Bandkollegen keinen wirklich nennenswerten Erfolg im Musikgeschäft verbuchen konnten (zumindest Donnie Wahlberg legte auf ganz anderem Gebiet, in der Welt des Kinos, eine mehr oder weniger erfolgreiche Karriere hin), versuchen sie es nun wieder gemeinsam: und zwar mit knapp vierzig Jahren! Als Boygroup! Oh, Mann, meiner Meinung nach ist das mehr als peinlich...
Natürlich werden sie sich gemeinsam kein neues Image zulegen können, dazu haben sie sich in der einst so erfolgreichen Ära zu sehr in eine Schublade manövriert. Und alleine haben sie es ja nicht geschafft. Anstatt sich aber auf ihren Lorbeeren auszuruhen, wagen sie einen Comeback-Versuch. Wir dürfen gespannt sein, ob ihnen die Wiedervereinigung den gewünschten Erfolg bescheren wird. Ich für meinen Teil bin da ziemlich skeptisch...

2008/07/07

Kopf ab!

Es scheint, als würde die ominöse Hitler-Wachsfigur, über die ich ja vor einigen Tagen an dieser Stelle berichtet habe, auch nach ihrer Ausstellung noch für viel Gesprächsstoff sorgen. Nachdem den Meldungen zufolge einer der ersten Besucher -- angeblich auf Grund einer Wette -- der Nachbildung gleich nach der Eröffnung am Samstag den Kopf abgerissen hat, erklärte nun das Wachsfigurenkabinett, die Figur erneut ausstellen zu wollen, obwohl viele vielleicht damit gerechnet haben, dass Madame Tussauds nach dem Zwischenfall einen Rückzieher macht.
Ich für meinen Teil verstehe gar nicht, warum man die Figur am Schreibtisch nicht von vornherein in eine Vitrine gesetzt hat. Auf diese Weise hätten es weder diejenigen leicht, die ein unerlaubtes Foto schießen oder das Exponat berühren möchten, noch diejenige, die die Figur nur demolieren wollen. Vielleicht entscheidet man sich ja nach dem Vorfall vom Samstag für diese naheliegende Lösung.

2008/07/05

Deutsch korrekt

Unlängst habe ich von einigen lieben Menschen das Buch Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod (Folge 3) des Sprachpflegers Bastian Sick geschenkt bekommen, denn sie wissen, dass ich regelmäßiger und begeisterter Leser der Zwiebelfisch-Kolumne auf Spiegel Online bin. Im Buch, das ich gerade fertig gelesen habe, sind zahlreiche Online-Artikel der letzten Zeit enthalten, teilweise jedoch mit unveröffentlichtem Material und auch einem großen Deutschtest für die Leser.
Man hat ja Bastian Sick infolge seines großen Erfolges vorgeworfen, er schreibe mitunter oberlehrerhaft und würde den Durchschnittsleser mit seinen Kommentaren ständig belehren. Ich hingegen finde seinen Stil einfach nur amüsant und ungezwungen. Seine Anmerkungen und Hinweise dienen meines Erachtens nicht dazu, zu zeigen, wie gut er seine Muttersprache beherrscht, oder wie schlecht manche Menschen Deutsch sprechen, sondern sind Tatsachenfeststellungen, die er teilweise in witzige Situationen einbettet und mit ironischen Sätzen überspitzt.
Unabhängig davon, ob man seinen Stil nun mag oder nicht, muss jedoch festgestellt werden, dass er eine sehr wichtige Arbeit auf dem Gebiet der Sprachpflege leistet. In seinem Buch -- und in seinen regelmäßigen Online-Beiträgen -- weist er unter anderem auf den immer größeren Einfluss des Englischen auf das Deutsche, auf grammatikalische, syntaktische und stilistische Fehler und auf mehr oder minder gleichwertige Worte im Wortschatz der verschiedenen deutschen Dialekte hin. Deswegen empfehle ich seine Werke auch auf diesem Wege nicht nur denen, die Deutsch als Fremdsprache lernen oder gelernt haben, sondern auch den Muttersprachlern, die mit ihrer Muttersprache dem Buch zufolge teilweise ebenfalls auf dem Kriegsfuß stehen.

2008/07/03

In Wachs gegossen

Am Samstag wird in Berlin das erste deutsche Madame Tussauds-Wachsfigurenkabinett eröffnet, von dem man sich die ersten Fotos bereits bei stern.de anschauen kann. Die Genauigkeit der Details ist auch in diesem Fall -- wie bei so vielen Wachsfigurenkabinetts -- faszinierend; die Schöpfer sind meines Erachtens wahre Künstler, die jede Anerkennung verdienen. Unter anderem werden in Berlin, wie man sieht, die Beatles, John F. Kennedy, Angela Merkel, Oliver Kahn und Marlene Dietrich zu sehen sein.
Und natürlich Adolf Hitler, über dessen Figur ja im Vorfeld heftig diskutiert wurde. Schließlich ist man aber meiner Meinung nach zu einer sehr versöhnlichen und guten Lösung gekommen: die Besucher dürfen nämlich die ominöse Wachsfigur nicht fotografieren, geschweige denn ein Bild von sich selbst mit der Figur machen lassen.
Unabhängig davon wäre es natürlich interessant zu erfahren, wie es anderswo mit dem Fotografieren aussieht, zum Beispiel in London, wo man die Wachsfigur der Diktatoren Saddam Hussein und Robert Mugabe besichtigen kann, die ebenfalls für schreckliche Verbrechen verantwortlich sind.

2008/07/01

Lisey's Story

Ich habe gerade einen der neuesten Romane meines Lieblingsschriftstellers Stephen King beendet, der vor Kurzem in Ungarisch erschienen ist und im Original den Titel Lisey's Story trägt. (Der meiner Meinung nach ziemlich abgedroschen klingende Titel der deutschen Ausgabe lautet im Übrigen Love.)
Der in der Öffentlichkeit als Horror-Schriftsteller abgestempelte King hat mich mit diesem Werk wieder einmal überrascht. Zwar finden sich im Buch zweifelsohne auch Horror-Elemente, aber King, der inzwischen 61 Jahre alt ist, versteht es, immer wieder Werke zu veröffentlichen, die viel mehr sind, als sinnloses Gemetzel. So auch in diesem Wälzer, der teils in unserer Welt, teils jedoch an einem fiktiven Ort spielt, und schon alleine deshalb nur schwer einer Gattung zuzuordnen ist. Eines ist jedoch sicher: die Fantasy-Elemente überwiegen gegenüber den Horror-Elementen.
Der Roman ist die Geschichte von Lisey Landon, der Ehefrau des Schriftstellers Scott Landon, der vor zwei Jahren verstorben ist. Lisey versucht nun einen Überblick über sein Oeuvre zu gewinnen und sich um den literarischen Nachlass zu kümmern. Gleichzeitig ist es aber auch die Lebensgeschichte von Scott, und folglich auch die Geschichte der Liebe und der Ehe der beiden. Stück für Stück erfahren wir, was dem später so berühmten fiktiven Schriftsteller in seiner Kindheit widerfahren ist, was es mit seinem Tod und der anderen Welt auf sich hat, in der er hin und wieder zu Besuch war.
All das wird von King mit einer Sprachgewalt und mit sprachlichen Feinheiten beschrieben, die ich in dieser Form bei ihm noch nie gelesen habe. Nicht umsonst wurde er für das Werk auch von den meisten, sonst so unbarmherzigen Kritikern mit Lob überschüttet. Es ist zwar fraglich, ob er es je schaffen wird, sich aus der Schublade des Horror-Schriftstellers zu befreien, bzw. die von ihm so verabscheute Kluft zwischen dem "Kanon der Literatur" und der Bestseller-Literatur zu überbrücken, aber Romane wie Lisey's Story tragen sicherlich dazu bei.