2016/02/07

Erwachen

Im Jahr 2014 erschien der Roman Revival von Stephen King, über den ich hier nach dem Lesen noch nicht berichtet habe. Was als ganz normale Geschichte eines jungen Geistlichen mit einer tragischen Wendung in seinem Leben beginnt, gerät – etwas später als man vielleicht erwarten würde – zu einer übernatürlichen Story, wie wir sie gewohnt sind. Trotz dieser Ereignisse und Elemente, auf die ich hier nicht näher eingehen will, finden wir aber auch in diesem Werk grundlegende, dem Menschen sehr nahestehende Fragen: Diesmal geht es – aufgrund eines der Protagonisten nicht überraschend – um den Glauben, um Leben und Tod, um das Leben nach dem Tod und das, was der Mensch in diesem Bereich tun kann und darf, und was nicht. Nicht auf alle unsere Fragen erhalten wir – wie wir das vor allem in den letzten Jahren bei King gewohnt sind – während des Lesens eine Antwort, aber die Handlung regt auf jeden Fall zum langen Nachdenken an.
Parallel dazu spielt auch die Musikwelt eine wichtige Rolle im Roman und bildet, wie ich finde, einen sehr guten Gegenpol zum sehr ernsten Teil der Handlung. Dank dieser interessanten und spannenden Kombination und des nicht allzu großen Umfangs lässt sich das gelungene Buch ziemlich schnell lesen, geistert aber auch nach der Beendigung im Kopf herum und lässt einen nicht so leicht los.

2015/12/31

Ade 2015

Nun neigt sich auch dieses Jahr dem Ende zu, und schon bald heißt es überall in der Welt „Hallo 2016!“ Das alte Jahr war alles in allem ein durchwachsenes für uns, in erster Linie aus gesundheitlicher Sicht, wegen etlicher Krankheiten und Beschwerden im engeren und weiteren Familienumfeld. Hoffentlich geht es, wie es aussieht, an allen Fronten bergauf, aber streckenweise war das Jahr in dieser Hinsicht nicht einfach.
Privat und beruflich waren es – abgesehen vom Gesundheitlichen – im Übrigen 365 zumeist schöne und erfolgreiche Tage, da können wir wirklich nicht meckern, ohne größere herausragende Ereignisse. Hoffen wir, dass es 2016 genauso oder gar besser weitergeht und sich die Balance auch gesundheitlich wieder bei uns allen einstellt.
Wie immer danke ich an dieser Stelle all jenen, die hier regelmäßig mitlesen und hin und wieder sogar das kommentieren, was ich von mir gebe. Möget ihr auch im nächsten Jahr des Öfteren hier vorbeischauen, wenn es denn Nennenswertes zu berichten geben sollte. In diesem Sinne: Ein Frohes Neues euch allen! Wir lesen uns!

2015/12/23

Frohes Fest!

Lange hat sich hier im Blog nichts getan, womöglich haben mich einige sogar schon aufgegeben. Ob und wie es weitergehen wird, weiß ich noch nicht. Es gibt einerseits viel zu viel zu tun, sowohl beruflich als auch privat, andererseits fehlen mir ehrlich gesagt auch viel zu oft die zündenden Ideen. Zwar hänge ich nach siebeneinhalb Jahren doch sehr an diesem spezifischen Ort im Netz, aber ob das ausreichen wird, weiß ich noch nicht. Ich will die kommenden arbeitsfreien Tage auch dazu nutzen, um mir meine Gedanken über dieses virtuelle „Tagebuch“ zu machen.

Für das bevorstehende Weihnachtsfest wünsche ich all denjenigen, die hier noch mitlesen, ein gesegnetes, besinnliches Fest im Kreis der Liebsten. Lasst die Seele baumeln, entspannt ein wenig, denkt daran, was wir eigentlich feiern, worum es wirklich geht und auch an diejenigen, die euch lieb sind, aber nicht mehr gemeinsam mit euch feiern können.

2015/09/28

Zwischen 30 und 40

Schon wieder geht ein Lebensjahr zu Ende, und morgen bin ich ein Jahr älter, als heute. Noch dazu bin ich der großen 40 morgen schon ein Stück näher, als der 30. Aber was soll’s, den Lauf der Zeit mag ja niemand aufzuhalten, nicht wahr?
Der heutige Tag war im Grunde unspektakulär, so wie es sich für einen Montag gehört. Da ich ziemlich viel Arbeit um die Ohren hatte, habe ich den ganzen Tag, auch noch nach Feierabend durchgearbeitet. Aber natürlich durften die zahlreichen Gratulationen persönlich, per Telefon, SMS, E-Mail und F*cebook natürlich nicht fehlen. Wobei heute Abend ja Letzteres für geraume Zeit ausgefallen ist, was – wie könnte es anders sein – sicherlich an den vielen Glückwünschen lag, die ich dort bekommen habe.
Ab morgen geht es also ungebremst auf die 40 zu, bis dahin warten hoffentlich noch einige – zumindest zahlenmäßig – wenig spektakuläre Geburtstage auf mich. Aber dank der Gratulationen und der gemeinsam mit der Familie und mit Freunden verbrachten Zeit sind auch diese Anlässe eine schöne Erinnerung, die Kraft für den Alltag geben.

2015/09/23

Verdammt lang her

Aufmerksame Leser dieses Blogs – und auch der Teil des Freundeskreises, der hier mitliest – dürfte wissen, dass ich getrost als Sonntagsfahrer bezeichnet werden kann, und dass wir Eigentümer eines nicht gerade neuen Familienwagens sind. Besser gesagt – seit gestern – waren.
Nach auf den Monat genau einem Vierteljahrhundert haben wir uns schweren Herzens entschieden, der geliebten Familienkutsche Lebewohl zu sagen. Ich selbst bin seit meinem zehnten Lebensjahr mit diesem Opel Kadett groß geworden. Zuerst saß ich immer hinten rechts, dann immer öfter auch auf dem Beifahrersitz, bevor ich dann mit neunzehn Jahren – nach dem Erwerb des Führerscheins – erstmals selber den Wagen fahren durfte. Mann, war ich mächtig stolz darauf, dass mich mein Vater fahren ließ, wenn auch stets in Begleitung!
Seit knapp sechs Jahren war ich leider Gottes nur mehr alleiniger Fahrer des Familienautos, in dem zuerst die Dame des Hauses auf dem Beifahrersitz Platz nahm, bevor die Rückbank erneut mehr in Anspruch genommen wurde, zunächst hinten rechts, dann auch hinten links.

Nun hieß es also nach genau 25 Jahren Abschied nehmen. Nach langem Hin und Her, nach dem Abwägen der Argumente für und wider haben wir uns entschieden, uns einen neuen Wagen anzuschaffen. Zwar waren die niedrige gefahrene Kilometerzahl, der exzellente Zustand und die Aussicht auf einen Oldtimer in einigen Jahren zweifelsohne verlockend und die schönen Erinnerungen ein weiterer triftiger Grund für das Behalten, aber schließlich überwogen auf der anderen Seite die kleineren technischen Mängel, die in den nächsten Jahren womöglich vermehrt auftreten können, die jedes zweite – bald womöglich jedes Jahr – anfallende Hauptuntersuchung, der Sicherheitsaspekt bei zwei Kleinen und ähnliche Überlegungen. Aufgrund der Kosten und der fehlenden zweiten Garage kam das Auto auch als Zweitwagen oder „Museumsstück“ nicht wirklich in Betracht.

In solchen Momenten wird man ein wenig sentimental und denkt an die schönen Zeiten zurück, lässt Augenblicke und Gefühle Revue passieren. Doch Erinnerungen leben in Wirklichkeit in unserem Kopf, in unserem Herzen und in unserer Seele, es besteht also kein Grund, sich allzu fest an bestimmte Gegenstände zu klammern. Wir haben alles getan, um auf das uns ungewollt anvertraute Auto aufzupassen, es so zu bewahren, wie es auch mein Vater lange Jahre getan hat und gewollt hätte. Und darauf bin ich mächtig stolz. Mach’s gut, mein treuer Kumpel – es ist Zeit für frischen Wind...


2015/09/12

Seelenbuch

Nachdem ich in dieser Woche seit dem Erscheinen am 4. September das neue, insgesamt sechzehnte Studioalbum von Iron Maiden rauf und runter gehört habe, ist es wohl an der Zeit, meine Gedanken dazu aufs Papier auf den Bildschirm zu bringen. Fünf lange Jahre sind seit dem Vorgänger The Final Frontierich habe damals darüber berichtet – vergangen, aber die Band hat nun mit The Book of Souls das lange Warten sowohl aus quantitativer als auch aus qualitativer Sicht ausgiebig belohnt.
Zum einen handelt es sich um das längste Studioalbum der Bandgeschichte mit 92 Minuten Länge, was auch dazu geführt hat, dass es das erste Doppelalbum von Maiden geworden ist. Dementsprechend lang und pompös sind auch die meisten der elf Songs der Platte. Neben vier kürzeren Liedern um die fünf Minuten herum finden wir vier Songs mit sieben-acht Minuten Länge und gleich drei längere Stücke mit über zehn Minuten Laufzeit.

Aus qualitativer Sicht ist das Album quasi eine Fortsetzung dessen, was wir von Iron Maiden in der progressiveren musikalischen Phase seit der Wiedervereinigung mit Frontmann Bruce Dickinson – also in den letzten 10-15 Jahren – gewohnt sind. Die Stücke sind auch diesmal sehr riff- und sololastig, wie sollte es auch anders sein bei gleich drei hervorragenden Gitarristen? Der starken Stimme von Bruce Dickinson ist seine hier noch bevorstehende Krebserkrankung, die er inzwischen hoffentlich vollkommen überwinden konnte, nichts anzumerken. Der Bass von Bandleader Steve Harris gibt in allen Songs das meist galoppierende Tempo an, und das wie immer präzise Schlagzeugspiel hält das Zusammenspiel der Sechs zusammen.

Was insbesondere bei den längeren Songs für mich ein bisschen fehlt, sind die Refrains. Die starken Riffs und Themen geben zwar den Liedern einen guten Wiedererkennungswert und es handelt sich zweifellos um starke Perfomances, aber trotzdem denke ich, dass The Red and the Black oder das Schlussstück Empire of the Clouds mit einem guten Refrain noch stärker geworden wären. So wie zum Beispiel Death or Glory oder der überaus starke Auftakt If Eternity Should Fail, der wohl dank seines Ohrwurm-Refrains zu einem echten Publikumsliebling avancieren wird. Aber auch das traurige Tears of a Clown über den im Vorjahr verstorbenen Robin Williams wartet mit einem guten Refrain auf.
Hervorzuheben ist zudem natürlich das bereits erwähnte Schlussstück, das bis dato längste Lied der Band mit erstaunlichen 18 Minuten Länge und dem erstmals zu hörenden Klavierspiel von Dickinson. Eine tief bewegende musikalische Orgie, die die Katastrophe eines britischen Luftschiffes im Jahr 1930 grandios aufleben lässt und in Szene setzt. Genauso hörenswert, wie meiner Meinung nach die gesamte Platte, die erneut unter Beweis stellt, dass mit Iron Maiden in der Heavy-Metal-Szene noch eine Zeit lang zu rechnen ist.

2015/08/29

Schlafes Doktor

Der diesjährige zweiwöchige Sommerurlaub war zwar vom Gefühl her – wie immer – leider nicht besonders lang, dafür konnte ich gleich zwei Romane meines Lieblingsschriftstellers Stephen King beenden und damit meinen Rückstand in Bezug auf sein Oevre fast komplett wettmachen. Zuerst habe ich das Werk Doctor Sleep beendet. Etliche Jahrzehnte ist es her, dass das frühe Meisterwerk The Shining erschien, und nicht viele haben an die Fortsetzung dieses Romans geglaubt. Doch im Jahr 2013 war es soweit, und Danny Torrance, der Junge aus dem 1977 erschienenen Vorgängerroman, tauchte erneut auf den Seiten eines King-Werkes auf.
Die Handlung des Buches lässt sich leicht im Internet nachlesen, deshalb möchte ich an dieser Stelle nur darauf zu sprechen kommen, was mir besonders am Roman gefallen hat. Das ist die Tatsache, dass das Werk im Grunde auch als eigenständiges Buch dastehen kann, aber doch etliche Rückblicke auf den Vorgänger enthält, Momente aufzeigt, die stets in einem entsprechenden Umfang und an passender Stelle eingefügt werden, während die Geschichte des inzwischen erwachsenen Danny erzählt wird. Die Fähigkeit des Shining verknüpft die beiden Bücher natürlich eng miteinander, und auch das schwere Erbe des Vaters Jack Torrance spielt in der Fortsetzung eine wichtige Rolle. Doch die neuen Elemente überwiegen bei weitem und machen das Werk auf diese Weise zu einem spannenden Gemisch aus Alt und Neu, das den Leser fesselt. Auf jeden Fall lesens- und empfehlenswert!