2019/02/28

Liste ohne Tücke II

Ich probiere hin und wieder gerne kleine digitale Helfer aus. Einiges davon bewährt sich langfristig im Alltag, wie das Programm Evernote, über das ich bereits vor Jahren hier geschrieben habe. Andere Programme müssen anderen, neueren oder besseren Programmen weichen, wie Wunderlist, das ich hier ebenfalls behandelt habe, das aber bei mir nach der Übernahme durch M*crosoft durch Todoist ersetzt wurde. Darüber vielleicht ein andermal mehr.
Hin und wieder habe ich in den vergangenen Jahren auch das Programm Workflowy benutzt, ein handliches Programm, ein sogenannter Outliner, der wie eine weiße Leinwand vor einem steht und mit dem ich gerne größere Projekte und komplexere Sachen entwerfe. Hierbei kann man an die einzelnen Gedanken und Ideen heranzoomen, sie gezielt und im Detail ausarbeiten, dann wieder herauszoomen und das große Bild, die Zusammenhänge sehen.

Eine Weiterentwicklung von Workflowy probiere ich gerade aus: Sie trägt den Namen Dynalist und macht im Grunde das gleiche. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass man in diesem Fall die Organisierung der Projekte, Gedanken und Ideen (also eigentlich der mehr oder weniger ausgearbeiteten Listen) mit Mappen unterstützen kann. Man erhält also nicht eine endlos lange, komplexe Liste, in der man an die einzelnen Projekte heranzoomen kann, sondern beliebig viele -- kleinere oder größere -- Listen, die zum Beispiel in privat und beruflich unterteilt sind.
Mir gefällt die Schlichtheit und Übersichtlichkeit sehr gut. Man könnte in dieser weiterentwickelten Version auch Termine und To-Dos verwalten, wobei mir Todoist und ähnliche Programme aber nach wie vor viel übersichtlicher und praktischer dafür erscheinen als Dynalist. Mal sehen, wie sich die kommenden Wochen und Monate mit dem Programm entwickeln.

Das Nonplusultra wäre ein kostenloses Programm, das die Vorzüge aller von mir verwendeten Programme und Apps vereint, aber diese Idee kommt vermutlich der eierlegenden Wollmilchsau gleich. Das ziemlich neue Programm Notion ist ein heißer Kandidat dafür, den ich sicherlich im Blick behalten werde, bietet aber meines Erachtens nur ein eingeschränktes kostenloses Paket. Mal sehen, wie es damit weitergeht und welcher Geschäftspolitik die Entwickler folgen werden.

2019/01/31

Abwarten und Tee trinken

Schon seit meiner Kindheit verspüre ich eine Abneigung gegen Kaffee. Der Duft bzw. Geruch hat mir ehrlich gesagt nie zugesagt, weshalb ich auch nicht wirklich den Drang verspürt habe, Kaffee unbedingt kosten, geschweige denn trinken zu müssen. Wenn es um Schokolade oder Kuchen mit Kaffee geht, dann ist das eine andere Sache: In geringen Mengen habe ich nichts dagegen einzuwenden, vor allem, wenn der Geschmack der süßen Speise den Kaffeegeschmack unterdrückt.

Zu Tee dagegen pflege ich seit jeher eine Liebesbeziehung. Es wäre zwar übertrieben, wenn ich sagen würde, dass ich mir den Morgen ohne Tee nicht vorstellen kann, denn abhängig bin ich nicht davon (wie im Übrigen viele Kaffeetrinker von ihrem Kaffee). Aber eine heiße Tasse Tee, vor allen Dingen im Winter, ist schon eine feine Sache. Und bei mir bleibt es im Allgemeinen auch nicht bei nur einer Tasse. Wenn ich nämlich Tee trinke, was an den meisten Tagen auch vorkommt, dann en masse. Mindestens einen, oft auch anderthalb Liter schwarzen Tee über den Morgen bzw. Vormittag verteilt. Gelegentlich am frühen Nachmittag, wenn mir die Augen zuzufallen drohen, auch ein-zwei Tassen grünen Tee.
Auch wenn ich Tee liebe, bin ich kein richtiger Feinschmecker. Gut, ich habe schon etliche lose Tees probiert, aber in letzter Zeit bin ich aus diversen Gründen wieder beim guten alten Teebeutel gelandet. Drei Minuten ziehen lassen, ein Schuss Zitronensaft hinein und fertig. Wenn Husten oder Heiserkeit an der Tagesordnung stehen, dann gerne auch ein Löffel Honig, aber im Übrigen ganz ohne. Vom vielen Kristallzucker, der im Kindergarten und zu Hause immer in den Tee kam, habe ich mich als Erwachsener überraschend leicht lossagen können. Mein Kaffee-Ersatz heißt also an den meisten Tagen Tee.

2018/12/31

Ade 2018

Das alte Jahr neigt sich so langsam dem Ende zu: Noch wenige Stunden, und wir können das Neue begrüßen. 2018 war insgesamt gesehen ein gutes, sehr erfolgreiches, aber auch anstrengendes Jahr. Viel Arbeit, viele übernommene Zusatzaufgaben, zwei kürzere Auslandsreisen. Mit den drei Dreikäsehochs wird es mit den voranschreitenden Jahren auch nicht unbedingt einfacher. Und wenn das noch nicht genug gewesen wäre, habe ich auch noch diesen Blog hier reanimiert, weil er mir gefehlt hat.
Auch wenn ich im Allgemeinen keine Versprechen oder ähnliches zu Jahresbeginn eingehe, habe ich mir persönlich für 2019 vorgenommen, beruflich etwas kürzer zu treten, die Dinge ihren Lauf nehmen zu lassen und abzuwarten, wie sie sich entwickeln. Man kann nicht immer und fortwährend alles geben, das geht an die Gesundheit, in jeder Hinsicht.
Nun, allen, die die Beiträge in diesem Blog noch mitverfolgen, wünsche ich hiermit ein glückliches, gesundes und schönes neues Jahr. Mögen alle unsere Wünsche -- oder guten Vorsätze -- in Erfüllung gehen! Ich hoffe, wir lesen uns!

2018/11/28

Frühstück ist fertig

Seit geraumer Zeit esse ich nun schon beinahe jeden Morgen dasselbe: Haferflocken. Was sich schlicht und einfach anhört, ist tatsächlich einfach, wird aber keineswegs langweilig. Meist kommt frisches Obst dazu, Trauben, Banane, Pfirsich, Kiwi, Orangen, Mandarinen  je nachdem, was es gerade zu kaufen gibt. Hin und wieder Milch, dazu ein Paar Flocken von einem handelsüblichen Müsli, quasi als Geschmacksverstärker. Oder in letzter Zeit statt Milch gerne auch Kefir. Ab und zu eingemachtes Obst.
Den Ansporn gab, einerseits nicht immer Brot zu essen. Andererseits wusste ich oft auch nicht so recht, was ich denn zweimal am Tag zu meinem Brot essen sollte. Auf Wurst und diverse Aufschnitte verzichte ich immer öfter. Man kann nicht immer Käse essen, Eier schon gar nicht.

Nun habe ich mir gestern und heute in der Früh das erste Mal Haferbrei zubereitet, und ich muss sagen: Ebenfalls ein voller Erfolg! In dieser nasskalten Jahreszeit schmeckt ein warmes Frühstück noch besser als ein Kaltes. Und dieses macht sogar noch mehr satt, als die gleiche Portion der bisherigen Menge an Haferflocken. Bisher hat mich der Zeitaufwand vom Versuch zurückgehalten, aber es sind wirklich nur wenige Minuten mehr, die notwendig sind, vor allem, wenn die Flocken am Abend zuvor eingeweicht wurden. Zum Brei gab's frisch geriebenen Apfel und eine Prise Zimt, morgen werde ich ihn mit einer zerdrückten Banane versuchen. Da kann nichts schiefgehen, denke ich.
Der Versuch "Haferflocken" hat sich also in jeder Hinsicht bewährt, es wird nicht langweilig, schmeckt und soll auch dem Cholesterinspiegel und der Darmflora ganz gut tun. Ein hervorragendes Beispiel dafür, dass gesundes Essen nicht fad sein und schlecht schmecken muss.

2018/10/09

Dictator

Unglaubliche 13 Jahre ist es nun her, dass die armenisch-amerikanische Band System of a Down ihr letztes Album veröffentlicht hat. Sie zählte zwar nie zu meinen absoluten Lieblingsbands, aber ich mag ihre Musik sehr gerne. Melodisch, abwechslungsreich, nicht vorhersehbar und temporeich. In den letzten Jahren sind sie immer mal wieder live aufgetreten, aber veröffentlicht haben sie nichts Neues.
Da kommt die neue Platte Dictator des Gitarristen der Band, Daron Malakian, die mit der Formation Daron Malakian and Scars on Broadway im Sommer veröffentlicht wurde, gerade recht. Und was für ein Werk das ist! Man könnte es glatt für ein stinknormales SOAD-Album halten, wenn man es nicht besser wüsste. Kein Wunder, schließlich zeichnete sich der Gitarrist, der hier auch singt und alle Instrumente selbst eingespielt hat, für die Musik und für viele der Texte bei System verantwortlich.

Nicht viele Alben schaffen es, derart eingängig zu sein, dass man schon beim zweiten Hören gesamte Teile des Albums wiedererkennt und beim dritten Hören bereits ganze Textpassagen mitsingen (respektive mitgrölen) kann. Noch dazu, ohne dass ich zu 100 Prozent auf die Musik geachtet hätte, weil ich währenddessen gearbeitet habe. Aber dieses Werk ist mit seinen insgesamt zwölf Songs (darunter ein Instrumentalstück) wirklich ein Meisterwerk, vom Anfang bis zum Ende. Fans von SOAD dürften das natürlich schon längst gewusst haben, aber für alle, die offen für Neues und für gute alternative Rockmusik sind, sei das hier eine wichtige Empfehlung unter den Veröffentlichungen dieses Jahres.

2018/09/05

Backversuche

Bleiben wir noch ein bisschen bei meinen Versuchen in der Küche. Ich habe vor ein paar Monaten ein interessantes Croissant-Rezept gefunden, das nicht allzu schwierig zu sein schien. Klar, es handelt sich eher um falsche Croissants, die im Grunde nur aufgrund der Form als solche bezeichnet werden können. Der Teig wird nämlich nicht öfter, nicht alle paar Stunden gefaltet, sondern nur einmal am Anfang, aber an das echte Rezept habe ich mich als Möchtegern-Hobbykoch ehrlich gesagt noch nicht getraut.
Vor einigen Wochen habe ich dann das Rezept ausprobiert und das Ergebnis war ziemlich gut. Kommt zwar nicht an den Geschmack und den Teig der echten Croissants heran, aber der Teig war wirklich sehr locker, leicht zu kneten und klebte überhaupt nicht.


Im Nachhinein habe ich ein wenig bedauert, dass ich keine Füllung in die Croissants getan habe, obwohl der Teig neutral ist, also sowohl eine salzige als auch eine süße Füllung vertragen hätte. Und da kam mir spontan, gleich nach dem Essen die Idee, die Croissants das nächste Mal zu füllen. Ein-zwei Tage später habe ich aber den Gedanken weiterentwickelt und mir vorgenommen, den Teig lieber in Calzone-Form zu backen, mit Tomatensoße, Käse und Oliven. Das Ergebnis von heute kann sich, glaube ich, sehen und schmecken lassen. Oben links ist der allererste Versuch zu sehen, danach wurden sie stetig besser. Dank der frischen Hefe ist der Teig noch lockerer und luftiger geworden, als bei den Croissants mit Trockenhefe.


Ein sehr gutes Rezept also, wie ich finde, und nach dem heutigen Mittagessen schwirrt auch schon die nächste Idee in meinem Kopf herum. Das Rezept wird beim nächsten Mal als klassisches Pizzarezept herhalten, weil der Teig, wie ich finde, perfekt dafür geeignet wäre. Ich bin schon gespannt!

2018/08/10

Unser täglich Brot III

Einige von euch, die mich im wahren Leben kennen, wissen bereits, dass wir ungefähr seit Anfang dieses Jahres unser Brot (zumindest teilweise) regelmäßig selber backen. Versuche hat es schon früher diesbezüglich gegeben, über die ich auch hier und hier berichtet hatte.
Viele werden jetzt denken: Ach, nein, diese Mühe werde ich mir nicht machen, das geht ja viel schneller und billiger aus dem Supermarkt. Oder vom Bäcker. So habe ich auch gedacht, bevor ich ein Rezept ausprobiert habe, das mir mein lieber Freund J. noch vor vielen Jahren zugeschickt hatte und das ich sicher aufgehoben habe. (Der Dank an dieser Stelle gilt  auch Evernote, über das ich bereits hier berichtet habe.) Das Rezept machte vor über zehn Jahren die Runde und ist unter dem Stichwort No-Knead-Bread oder Brot ohne Kneten bekannt.

Kurz zusammengefasst wird auch gleich klar, weshalb mir das Rezept in meiner jetzigen Lebensphase so zusagt: Vier Zutaten (beliebiges Mehl, beliebige Hefe, Wasser und Salz nach Belieben) und ein wenig Zeit ist alles, was es braucht, um ein gesundes Brot auf den Frühstückstisch zu zaubern. Gut, Zeit braucht es tatsächlich mehr als die paar Minuten, die ein Gang in den Supermarkt oder zum Bäcker kosten. Der in ein-zwei Minuten vermischte Teig muss nämlich etwa zwölf Stunden (tagsüber, wenn man sowieso arbeitet, oder nachts, wenn man schläft) stehen gelassen werden. Danach noch einmal umrühren, eine weitere Stunde stehen lassen und innerhalb von dreißig Minuten fertigbacken. Also schon Zeit, aber nur wenige Minuten tatsächliches Kochen.

Dafür wissen wir nun, was in unserem Brot steckt. Keine Zusatzstoffe, keine Konservierungsmittel, keine Farbstoffe, nicht Unmengen von Salz und Zucker und ähnliches. Zudem bietet sich die Gelegenheit alle paar Tage ein anderes selbstgemachtes Brot zu essen: Brotteig aus diversen Mehlsorten vermischt mit Oliven, Nüssen, Körnern, Fruchtstücken, Käse und so weiter. Der Fantasie sind im Grunde keine Grenzen gesetzt, und bis jetzt ist jeder Versuch sehr gut gelungen. Das heißt vor allem: Es handelt sich um ein bombensicheres Rezept, auch für Koch-Amateure, wie ich es bin. Vorerst wird es also munter weitergehen, wenn es nach mir geht. Aber auch der Familie schmeckt's, was natürlich ein nicht unbedeutender Faktor ist.