2009/12/08

Feed me!

In Sachen Technik hinke ich ja immer ein wenig hinterher. Einerseits, weil sie mich nicht sonderlich interessiert, andererseits, weil ich auch nicht allzu viel davon verstehe – ich bin Geisteswissenschaftler.

(Notiz am Rande: Da fällt mir eine kurze Anekdote ein. Vor einigen Jahren habe ich mich bei einer Veranstaltung einem Besucher aus Deutschland (!) vorgestellt, wir haben ein wenig geplaudert und im Zusammenhang mit irgendeiner technischen Frage habe ich ihm dann so nebenbei erzählt, dass ich Geisteswissenschaftler bin und nicht viel von technischen Dingen verstehe. Daraufhin hat er mich verwundert angeschaut und gefragt, ob ich tatsächlich Theologe sei...)

Deshalb habe ich mich, obwohl ich schon ziemlich viel davon gehört und gelesen habe, erst in diesen Tagen dazu durchgerungen, mal den sogenannten Feedreader auszuprobieren, mit dem man sich die Blogs und Webseiten allgemein zusammenstellen kann, die man regelmäßig besucht und liest, damit dann die neuesten Artikel laufend auf einer Seite präsentiert werden.
 
So auf den ersten Blick scheint es eine ziemlich nützliche Sache zu sein. Man muss nicht gleich alle Seiten durchklicken, die man regelmäßig besucht, um zu schauen, ob es Neues gibt, sondern bekommt quasi alles automatisch „nach Hause“ geliefert.
Das einzige Problem ist, dass man, wenn man in einem Blog kommentieren möchte, natürlich die entsprechende Seite anklicken muss, was aber dank des in den Feedreader eingefügten Links ganz leicht geht.
Mal sehen, ob mich diese Anwendung auch langfristig überzeugt; die ersten Erfahrungen sind auf jeden Fall positiv. Besser spät als nie kann ich da nur sagen.

2009/12/05

Kuschelig

Schon wieder ist unsere Wohnung ein bisschen heimeliger und kuscheliger geworden. Nachdem wir ja vor fast genau einem Jahr unsere ganzen Bücher ordentlich in Bücherschränke einsortiert hatten, haben wir uns jetzt endlich dazu durchgerungen, auch einen Teppich für das Wohnzimmer zu kaufen. Das besagte Stück misst 2,70 x 2,00 Meter und passt farblich perfekt zu der Tapete und den Möbeln. Was das Design anbelangt, gab es da mit der Dame des Hauses überhaupt keine Meinungsverschiedenheiten, weil wir es beide im Allgemeinen eher klassisch als modern mögen.
Es ist schon ein komisches Gefühl, nach etwa zweieinhalb Jahren nicht nur den ebenfalls schönen, sorgfältig ausgesuchten Parkettboden im Wohnzimmer zu sehen, sondern auch den ansehnlichen Teppich, um vom Gefühl beim Gehen erst gar nicht zu sprechen. Noch dazu kann man es sich nun auch auf dem Boden gemütlich machen, wenn man mal Lust darauf hat, weil es da jetzt nicht mehr hart und kühl ist. Ich glaube, es war eine gute Entscheidung.



2009/12/03

Circus comes to town?

Manch einer, der hier mitliest, wird es sicher nicht glauben, aber es stimmt: Metallica haben seit nunmehr zehn Jahren nicht in Ungarn gespielt. In Ländern, wie Österreich oder Deutschland, wo sich jede Woche Superstars die Klinke in die Hand geben, kann man sich gar nicht vorstellen, wie sehr unser einer sich freuen würde, wenn einer seiner Lieblingsband wieder einmal bei uns unterwegs wäre.
Natürlich hält man diesen Zustand nicht lange aus, sodass ich in der Zwischenzeit die vier Jungs bereits zweimal, 2004 und 2007, in Österreich gesehen habe, aber wenn sie wieder mal in Budapest auftreten würden – und ich eine Karte ergattern könnte –, wäre das selbstverständlich etwas vollkommen anderes.
Interessanter Weise steht Belfast in Nordirland im internationalen Vergleich noch schlechter da: in diesen Tagen wurde dort ein Metallica-Konzert für 2010 nach zwanzig Jahren Abstinenz angekündigt! Und die ebenfalls vor kurzem bestätigten Auftritte in Riga, Vilnius und Moskau lassen zumindest ein wenig auf ein ungarisches Wunder hoffen. Es wäre sicherlich wieder einmal ein unvergessliches Erlebnis, zumal sich bisher zahlreiche Lieder des neuen Albums Death Magnetic im Repertoire befinden, das nach wie vor rockt!

2009/11/28

Sei höflich!

Wir leben in einer Welt, die einen immer rasanteren Lebensstil von uns erwartet, wo jeder immer unter Zeitdruck leidet und seine Zeit penibel einteilen muss. Parallel dazu hat sich – vielleicht sogar damit im Zusammenhang stehend – unsere Kommunikationskultur in den vergangenen Jahren vollkommen verändert. Heutzutage schreibt man wegen jeder Kleinigkeit eine E-Mail, eine SMS, oder ruft nur mal so auf dem Handy an. Auch in Situationen, in denen man sich das noch vor einigen Jahren doppelt überlegt hat. Zumal niemand, oder nur wenige ein Handy hatten und nur über das Festnetz erreichbar waren.

Was ich immer öfter erlebe und was mich ehrlich gesagt jedes Mal ganz schön auf die Palme treibt, ist unter anderem die Tatsache, wie manche Menschen mit der Kommunikation per E-Mail umgehen. Einerseits nervt es mich überaus, dass es einige nicht für notwendig halten, auf E-Mails, in denen sie mich um Informationen, Auskunft oder Daten fragen, zu antworten. Es würde genügen, mal kurz ein „Danke“ und vielleicht noch den Vornamen einzutippen, aber nein. Regelmäßig wird darauf verzichtet und es kommt überhaupt nichts. Ich persönlich empfinde das als höchst unhöflich und fühle mich jedes Mal ein wenig verarscht.

Das andere Phänomen ist mir in dieser Woche widerfahren. Da schicke ich ein Dokument an eine Person, zu der ich bisher nie Kontakt hatte, höflich, mit Anrede, Grußformel usw. Als Antwort kam ein kurzes „Habe ich bekommen“ und ein Monogramm. Okay, der werte Herr hat vergessen zu grüßen und auch das „Danke“ ist ausgeblieben, aber zumindest hat er geantwortet, nicht wahr? Einige Zeit später kam dann noch eine kurze Frage bezüglich des Dokuments: auch diesmal ohne Anrede, aber in diesem Fall auch ohne Namen oder Monogramm.

Ich frage mich, ob nur ich so altmodisch bin, ob die Welt an mir vorüberzieht, sich womöglich sogar in die richtige Richtung entwickelt, und ich im Grunde derjenige bin, der alles falsch versteht und sieht?! Ich weiß es nicht, aber ich denke, dass meine Erwartungen auch in der heutigen Zeit durchaus berechtigt sind. Der Fehler liegt, so glaube ich, bei den anderen. Nur wäre es meinerseits wohl ziemlich unhöflich, wenn ich – oft sogar ältere Mitmenschen! – darauf hinweisen würde, wie man sich in der zwischenmenschlichen Kommunikation, und sei es nur per E-Mail, verhalten sollte, was man sich erlauben darf und was nicht.

2009/11/23

"Die ganze Welt dreht sich um mich..."

Um an meinen Gedanken von vor einigen Wochen anzuknüpfen: Ich hoffe, dass Blogs erhalten bleiben, genauso wie das Pfeiferauchen noch immer durchaus seine Legitimität hat.
Als Blogger macht man sich ja oft darüber Gedanken, wie man sein eigenes Blog populärer machen könnte und mehr stille Leser, bzw. Leser, die auch regelmäßig Kommentare abgeben, für sich gewinnen könnte. Okay, man schreibt ja in erster Linie für sich selbst – zumindest ich –, aber insgeheim freut es einen natürlich immer, wenn man einen Anstieg bei den Besucherzahlen oder ein-zwei Kommentare auf der Seite sieht.

Als ich mir überlegt habe, wie das andere machen, was ich selbst tun könnte, sind mir natürlich die üblichen Ideen eingefallen: Blogroll erweitern, mehr auf anderen Blogs kommentieren, bei diversen Plattformen registrieren, bessere – vielleicht zum Teil kürzere – Artikel schreiben usw. Und auch wieder einmal der Gedanke, meine Bekannten auf den Blog aufmerksam zu machen, natürlich nur diejenigen, die zumindest in akzeptablem Maße Deutsch verstehen...

Beim genaueren Überlegen bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass ich das in Wirklichkeit nicht möchte. Nicht, dass es einen nicht reizen würde, weil diese Menschen wahrscheinlich regelmäßig vorbeischauen und vielleicht sogar kommentieren würden, da sie mich ja persönlich kennen und ich mich ab und zu auch persönlich mit ihnen treffe. Aber irgendwie liegt für mich der Reiz meines Blogger-Daseins gerade darin, dass meine Beiträge nur von einigen Freunden gelesen werden, die mich höchstwahrscheinlich noch besser kennen, als ich mich selbst, und dass ich eben diese alltäglichen Dinge, die sich ereignen, bzw. einige meiner Gedanken nicht mit jedem Teile, den ich kenne.
Den anderen Teil meiner Leser – und den überwiegenden Teil derjenigen, die auch Kommentare abgeben – stellen selbstverständlich diejenigen dar, denen ich noch nie persönlich begegnet bin und die ich nur aus dem Internet kenne.

Den Grund für mein oben beschriebenes Verhalten kenne ich nicht genau. Wahrscheinlich hängt es damit zusammen, dass ich mich nur vor denen ziemlich weit öffnen möchte, die einen seit Jahren, Jahrzehnten kennen und die Sachen, um die meine Gedanken kreisen, sowieso aus persönlichen Gesprächen kennen. Es könnte also so eine Art Schutzreflex sein. Man möchte nicht, dass einem nach Jahren von jemandem etwas vorgehalten wird, das man im Blog preisgegeben hat.

Um zu der Frage zurückzukehren, wie man ein Blog bekannter machen könnte: natürlich könnte auch ich viel mehr Menschen erreichen und mehr Leser haben, wenn ich mehr Zeit investieren würde. Aber allem Anschein nach ist mir das im Innersten doch nicht so wichtig, wie ich glaube, sonst würde ich es auch tun. Oder anders gesagt: Das bestätigt mich dabei, dass ich in erster Linie doch für mich selbst schreibe.
Ich glaube, ich hätte mich anfangs entscheiden müssen, oder müsste mich jetzt rigoros entscheiden: Entweder ein Blog führen, das vollkommen auf Kommentare und Blogroll verzichtet, oder aber alles daran setzen, immer und überall verlinkt zu sein und den langen Weg zum „A-Blogger“ beginnen. Ich dagegen habe die goldene Mitte gewählt, und da drängt es einen stets zu erfahren, wie es wohl links und rechts des Pfades aussehen könnte.

2009/11/19

Ungeheuer

In Zeiten von Schweinegrippe, Erkältungen und ähnlichen Erkrankungen sollte man ja vermehrt zu Obst und Gemüse greifen. Eine beliebte Gemüsesorte ist bei uns zu dieser Jahreszeit der Rettich, den es in verschiedenen Varianten zu kaufen gibt. Neulich haben wir nach längerer Zeit wieder einmal einen Daikon auf dem Markt gekauft, der in Ungarn – in wortwörtlicher Übersetzung – unter den interessanten Bezeichnungen „Eiszapfenrettich“ oder „Bierrettich“ verkauft wird.
Da der Vorrat schnell verbraucht war, wofür in erster Linie ich die Verantwortung trage, hat sich die Dame des Hauses gedacht, mich heute mit einem weiteren Exemplar zu überraschen. Als ich jedoch den schneeweißen Rettich am Abend erblickt habe, hat mich beinahe der Schlag getroffen.
Warum? Nun, seht am besten selbst, welche Größe das Gemüse hat. Und eins muss ich noch hinzufügen: Ein Schelm, der Böses dabei denkt! :-)

2009/11/17

Urlaub gefällig?

So etwas habe ich ja noch nie gehört, aber anscheinend gibt es das doch. Ich habe nämlich über eine holländische Firma gelesen, bei der die Arbeitnehmer für einen bestimmten Betrag zusätzliche Urlaubstage kaufen können. Noch dazu hat jeder die Möglichkeit, einen Teil seiner ungenutzten Urlaubstage zurückzugeben und hierfür bares Geld zu erhalten.
Das nenne ich Service! Zwar war in dem Bericht nicht davon die Rede, bis zu welchem Maß dies in beide Richtungen möglich ist, aber unabhängig davon klingt es auf jeden Fall überzeugend.
Ich glaube, so ein Angebot wäre für viele Menschen, bzw. in vielen Situationen sehr hilfreich. Für Familien mit Kindern, für Personen, die irgendwelche Wehwehchen haben und diese regelmäßig behandeln lassen möchten und in stressigen Lebenslagen, wie bei einem Umzug, dringlichen Behördenangelegenheiten und ähnlichem.
Ich wäre gespannt, ob so ein Service auch bei anderen großen Firmen, bzw. in anderen Ländern üblich ist, oder ob die Holländer uns allen auf diesem Gebiet einen Schritt voraus sind.