2009/01/14

Das Forrest-Gump-Syndrom

Wann wird wohl der Zeitpunkt kommen, an dem ich am Forrest-Gump-Syndrom zu leiden beginne? Diese Frage beschäftigte mich einige Zeit nach meinem Bericht über den Jakobsweg – wohl als Resultat des Posts, aber irgendwie auch unabhängig davon.
Ich muss gestehen, das oben genannte Syndrom gibt es nicht, bzw. ich zumindest habe noch nie davon gehört. Aber es ist mir gleich als Bezeichnung eingefallen, als ich über das folgende Problem nachgedacht habe: Wann wird der Zeitpunkt kommen, an dem ich genug habe von dem, was ich Tag für Tag mache?
Ohne an dieser Stelle ins Detail gehen zu wollen ist eines klar: Nach erfolgreichem Studium arbeite ich seit nunmehr fast fünf Jahren, und ich mache das, was mir am meisten Spaß und Freude bereitet. Natürlich gibt es auch dabei Aufgaben, die man am liebsten nicht erfüllen würde und Tage, an denen einem die ganze Arbeit gehörig auf den Wecker geht, aber unter dem Forrest-Gump-Syndrom verstehe ich etwas anderes.
Den Film mit Tom Hanks habe ich anfangs überhaupt nicht gemocht, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass ich noch zu jung war und ihn nicht wirklich verstanden habe, als ich ihn das erste Mal gesehen habe. Seitdem aber gefällt er mir immer besser, je öfter ich ihn sehe; zuletzt vor einigen Tagen im Fernsehen. Im Film kommt eine berühmte Szene vor, als Forrest Gump entschließt, alles hinter sich zu lassen und einfach laufen zu gehen. In der Folge läuft er mehr als drei Jahre lang quer durch Amerika.
Natürlich ist diese Szene überspitzt dargestellt, wie so vieles im Film, aber unabhängig davon stellt sich mir die Frage, wann ich denn meinen langen Lauf beginnen werde? Oder ob ich ihn jemals beginnen werde? In einer Welt, in der ich zwar das mache, was ich am liebsten tue, in der aber – gerade zurzeit der Weltwirtschaftskrise – nicht abzusehen ist, wie lange man das noch machen kann. Und in einer Welt, in der einem auf Schritt und Tritt erzählt wird, dass man nach einigen Jahren den Job wechseln soll, dass es heute keinen mehr gibt, der ein Leben lang haargenau dasselbe macht.
Momentan ist richtig, momentan ist gut, wie es Herbert Grönemeyer im berührenden Lied Mensch singt. Aber wer weiß, was auf einen zukommt, was vom Leben zu erwarten ist, wie, in welche Richtung man sich selbst entwickelt und wie man in x Jahren denken wird. Wer weiß, ob und wann man am Forrest-Gump-Syndrom erkrankt... ?

Kommentare:

  1. Wie sagt man so schön - jeder ist seines Glückes Schmied. Du alleine bestimmst den richtigen Zeitpunkt, die richtige Entscheidung und den Erfolg ...

    Für mich gibt es nichts langweiligeres als ein ganzes Leben immer das Gleiche zu machen. Ich habe schon öfter eine radikale Veränderung umgesetzt.

    Ich finde Menschen sehr spannend, die sich immer wieder neu erfinden, immer wieder alles in Frage stellen, aus der Routine ausbrechen und sich immer wieder neue scheinbar unerreichbare Ziele stecken ...

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  2. Ich LIEBE diesen Film. Der ist einach nur genial.
    Wenn es momentan richtig ist, dann bleib doch dabei.
    Wer sagt, dass ein Wechsel immer das Richtige ist. Das Leben an sich ist doch interessant. Und meist kommt eine Veränderung, ein Schritt, wenn man überhaupt nicht damit rechnet.

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  3. @Stefan: Man hat es sicherlich selbst in der Hand, aber wenn man sich pudelwohl fühlt, wie ich gerade, dann sollte man wohl gar nichts ändern, oder?!

    @Nila: Ich bleibe dabei, ja. Aber man überlegt halt trotzdem, wie es wohl in Zukunft sein wird.

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