2009/06/10

Kein Zufall

Seit ich heute Abend die folgende Nachricht im Fernsehen gesehen und gehört habe, läuft mir jedes Mal ein kalter Schauer den Rücken hinunter, wenn ich daran denke. Vorige Woche ist nämlich ein fünfjähriger Junge in Ungarn auf dem Gelände eines Thermalbades auf tragische Weise ums Leben gekommen, als ein kleinformatiges Fußballtor umgekippt ist und ihn erdrückt hat. Das an sich ist schrecklich, doch heute kam eine weitere Nachricht, die mich zum Nachdenken gebracht und zutiefst bewegt hat.
Mit fünf Organen des kleinen Jungen haben nämlich ungarische Ärzte das Leben von fünf weiteren Kindern gerettet, die seit Wochen und Monaten auf Spenderorgane gewartet hatten. Dank der beiden Nieren, der Leber, der Lunge und des Herzens des kleinen Jungen haben diese fünf Kinder eine Chance bekommen und können hoffentlich noch lange weiterleben.
Ich glaube nicht an Schicksal, bzw. an Prädestination, auch wenn ich denke, dass alles im Leben einen Grund hat, dass nichts zufällig geschieht. Denn an Zufall glaube ich auch nicht. Ich denke, wir können den Lauf unseres Lebens selbst gestalten, aber ich glaube auch, dass wir hierzu bei der Geburt Eigenschaften, Fähigkeiten, Fertigkeiten und andere Mittel von Gott bekommen haben und auch während unseres Lebens bekommen. Es liegt letztendlich an uns, was wir aus diesen machen, was wir damit erreichen und auf welche Weise.
Ich glaube nicht, dass irgendwo geschrieben stand, der kleine Junge darf nicht mehr weiterleben, bin mir aber – vor allem angesichts der heutigen Nachricht – sicher, dass sein tragischer Tod nicht umsonst und nicht grundlos geschehen ist. Alles hat seinen Grund im Leben, auch wenn wir diesen oftmals nicht erkennen, oder vielleicht erst Jahre später verstehen. Denn wer könnte leugnen, dass in diesem Fall all dies seinen Sinn gehabt hat? Es muss für die Eltern sicherlich unfassbar sein, was geschehen ist, aber vielleicht gibt ihnen dieser Gedanke Trost, nachdem sie die erste tiefe Trauerphase hinter sich gelassen haben.

Kommentare:

  1. Ich denke für die Eltern des Jungen ist es einerseits schwer, aber ich glaube sie fühlen sich aber auch gut, weil ihr Junge nun in 5 anderen Kindern "weiterleben" darf.
    Es ist immer wieder bewundernswert, wenn Eltern trotz so einer schlimmen tragischen Situation so toll handeln, oder ist es in Ungar pflicht und man wird gar nicht gefragt? (Weiß ich ja nicht)

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  2. Nein, ich glaube, das ganze ist so geregelt, wie bei euch und solch eine Situation kommt auch nicht allzu häufig vor, denke ich.

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  3. ich glaub die eltern werden sich nicht " einerseits gut gühlen", sie werden schreiend anklagen: warum mein kind?
    julischnee

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  4. Ich glaube, jeder würde in solch einer Situation anders reagieren. Wir können nur rätseln, weil wir alle anders denken und anders reagieren. Natürlich, die erste und logischste Reaktion wäre die Anklage, aber es muss nicht zwingend die einzige sein.

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  5. Ich glaube eher so wie Julie. Wenn es das eigene Kind trifft, so ist es sicher kein Trost, dass mit den entnommenen Organan 5 weitere Kinder leben. Ich denke, man verflucht Gott und die Welt und auch noch die anderen 5 Kinder - weil die leben dürfen und das eigene Kind nicht.

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