2012/06/13

Bitte, danke

Ich bin einer, der im Alltag gerne „Danke“ sagt, wenn mir jemand einen Gefallen tut, mir hilft oder ähnliches. Es ist ja heute nicht alltäglich, dass man – oft sogar von Fremden – Unterstützung bekommt. Andererseits tut es mir immer ein bisschen weh, wenn jemand nicht diese Einstellung hat und dieses einfache, kurze Wort im Umgang mit den Mitmenschen vermissen lässt. Zum Beispiel, wenn ich jemanden vorlasse, ihm oder ihr die Tür aufhalte usw.
Heute möchte ich aber über die positive Erfahrung berichten, dass mir unabhängig voneinander gleich fünf Leute für meine Arbeit gedankt haben. Nichts Weltbewegendes, es waren nur ein-zwei Worte, trotzdem tut das der Seele ungemein gut. Die gelöste Aufgabe war auch nicht sonderlich schwierig, mengenmäßig etwas viel ja, aber ich musste die mir anvertraute Arbeit erledigen, keine Frage. Dass sich gleich so viele Kollegen bei mir bedankt haben, ist ein schöner Lohn für die Mühe gewesen, den man im Alltag leider viel zu selten erhält.
Vielleicht sollten wir alle aus diesem Anlass ein wenig darüber nachdenken, wo und wann wir etwas höflicher zu unseren Mitmenschen sein und ein „Danke“ mehr über die Lippen bringen könnten, denn eines mehr geht doch immer, oder?! Lasset uns dementsprechend in nächster Zeit das Motto verfolgen: „Thank you makes the world go round!“

2012/06/07

Vier

Das kommt davon, wenn man sich nicht alles notiert, was man machen sollte und was es alles zu feiern gibt. Da habe ich nämlich glatt den Geburtstag dieses kleinen Blogs hier vor drei Tagen vergessen. Macht nichts: Besser spät als nie!
Vor drei Tagen ist dieses virtuelle Gedankenbuch vier Jahre alt geworden. Zwar habe ich in letzter Zeit viel um die Ohren und es gibt nicht mehr so viele Beiträge, wie früher – obwohl es auch damals im Vergleich zu anderen Blogs nicht wirklich viele Posts gab –, aber ganz verzichten möchte ich vorerst nicht darauf. Auch wenn ich im Allgemeinen nur wenige Kommentare bekomme und sich auch die Besucher nicht wirklich die virtuelle Klinke in die Hand geben: Es freut mich jedes Mal, wenn ich hin und wieder ein-zwei Rückmeldungen hier bekomme und ganz selten sogar ein persönliches Feedback von Freunden – wie zuletzt vergangenes Wochenende von einer lieben Freundin –, dass sie bei mir mitlesen. Das wärmt das Herz und tut dem Ego gut.
In diesem Sinne: Versprechen kann ich nichts, aber ich hoffe, auch im nächsten Lebensjahr des Blogs hin und wieder Gedankensplitter, Meinungen und Neuigkeiten an dieser Stelle veröffentlichen zu können. Vorerst einen ganz lieben Dank an alle lauten und leisen Mitleser da draußen!

2012/05/28

Auf den Spuren von Bilbo Baggins

Lange ist es her, dass ich Der Herr der Ringe von Tolkien gelesen habe. Es dürfte so vor zwölf-dreizehn Jahren gewesen sein. Einerseits war ich damals gespannt auf das Buch, andererseits wollte ich das Opus noch vor dem angekündigten dreiteiligen Kinofilm lesen, um mir mein eigenes Bild von Mittelerde zu machen.
Nun habe ich aus genau denselben Überlegungen das Werk Der Hobbit beendet, noch bevor der Zweiteiler Ende des Jahres im Kino anläuft. Der Roman, der die Abenteuer von Bilbo Baggings, dem Onkel Frodos, erzählt, ist natürlich ein bedeutend leichteres Leseerlebnis, als die Trilogie, schon allein weil er viel kürzer ist. Erwähnen sollte man auch, dass es sich hierbei quasi um die Vorgeschichte zu Der Herr der Ringe handelt.
Es war für mich eine schöne Erfahrung, wieder in die Fantasy-Welt von Tolkien einzutauchen, einige altbekannte Motive und Protagonisten wiederzuentdecken und zugleich von Abenteuern zu lesen, wie sie in Der Herr der Ringe nicht vorkommen.
Soweit ich mich zurückerinnern kann, fand ich die Trilogie gut, aber stellenweise auch ziemlich langatmig. Und das größte Verdienst vom Autor war und ist natürlich die eigene Welt, die er entworfen und detailliert ausgearbeitet hat. Beim Roman Der Hobbit handelt es sich um ein leichter verdauliches Werk, das meines Erachtens kompakter ist und deshalb die Spannung besser aufrechterhält. Andererseits kann man natürlich damit argumentieren – was eingefleischte Fans sicherlich auch tun –, dass Der Herr der Ringe besser und detaillierter ausgearbeitet ist, mehr hergibt und einen größeren Spielraum für Interpretationen bietet.
Ich bin schon auf den Kinofilm gespannt, da mir der vorige Dreiteiler von Peter Jackson vor etwa einem Jahrzehnt sehr gut gefallen hat.

2012/05/20

Unterschiede

In den letzten Tagen habe ich darüber nachgedacht, wie unterschiedlich wir Menschen doch sind. Der Gedanke ist mir gekommen, als ich – wie im vorigen Artikel beschrieben – gerade draußen auf unserem Balkon gesessen bin.
Manche würden alles dafür geben, in einer Wohnung mit Balkon zu wohnen, andere, denen er zur Verfügung steht, kümmern sich nicht die Bohne um ihn. Oder nutzen ihn, um diversen Kram dort unterzubringen, wie einige unserer Nachbarn. Wieder andere wünschen sich nichts sehnlicher, als ein eigenes Einfamilienhaus, wogegen andere der Ansicht sind, dass dieses mit viel zu viel Arbeit rund ums Haus einhergeht.
Noch ein anderes Beispiel: Für Tierfreunde ist es die selbstverständlichste Sache der Welt, ein Haustier zu besitzen und sich um das Geschöpf zu kümmern. Jeden Morgen früh, noch vor dem Weg zur Arbeit aufzustehen, um mit Waldi spazieren und spätabends noch mit ihm Gassi zu gehen. Andere würden sich nie eines anschaffen; nicht weil sie Tiere hassen, sondern weil sie zu viel Arbeit bedeuten, ihrer Meinung nach überflüssige Ausgaben verursachen usw.
Ich finde es faszinierend, wie ähnlich wir Menschen uns sind, aber gleichzeitig so unterschiedlich sein können. Wie verschieden wir erzogen werden, welch unterschiedliche Werte wir von zu Hause mitbringen und dann im Laufe der Jahre selber entwickeln, welche Prioritäten wir für uns – und manchmal auch für unsere Umgebung – aufstellen.

2012/05/12

Draußen vor der Tür

Der Mai hat ja gerade erst begonnen, da aber das Wetter bisher ziemlich gut mitgespielt hat, zieht es mich irgendwie immer öfter nach draußen. Nicht nur für Ausflüge und Spaziergänge mit der Familie, sondern auch auf unseren Balkon. Der ist zwar nicht besonders groß, gerade mal zwei Stühle passen hinaus, aber trotzdem. Schließlich kann man ja das Weinglas oder die Bierflasche auch neben sich auf den Boden stellen.
Das Komische ist, dass ich mich in den vergangenen fünf Jahren, seit wir in unserer jetzigen Wohnung wohnen, wenn, dann nur einige Male zum Sonnen nach draußen gesetzt habe. Jetzt aber zieht es mich einerseits öfter, andererseits eher dann hinaus, wenn die Sonne bereits untergegangen ist, wenn sich der Tag dem Ende zuneigt. Dann, wenn der Lärm um mich herum nachgelassen hat und ich möchte, dass er auch in meinem Kopf nachlässt.
Wenn ich sehe, dass der Himmel Minute für Minute dunkler wird, und spüre, dass die Luft langsam, aber stetig abkühlt, dann kann ich in Ruhe den Tag und die aktuellen Ereignisse der letzten Tage und Wochen Revue passieren lassen. Ich glaube, ich werde älter...

2012/04/30

Von der Showbühne direkt ins Wohnzimmer

Es gibt ja Bands, die neben den ausverkauften Hallen und Stadien dieser Welt auch ab und zu in kleineren Clubs spielen, um dem Publikum ein bisschen näher zu sein und für ein wenig Abwechslung zu sorgen. Was sich jedoch Die Toten Hosen zum wiederholten Male haben einfallen lassen, muss etwas ganz Besonderes sein.
Im Rahmen ihrer Magical-Mystery-Tour geht es nämlich nach einer entsprechenden Bewerbung und den notwendigen Abstimmungen – unter strengster Geheimhaltung und dem Ausschluss der Presse – für einige Geheimgigs in die Wohnzimmer dieser Welt. So nah kommen die Fans wohl keiner anderen Band!
Die jüngste Station dieser außerordentlichen Tour führte die fünf Jungs nach Ungarn, in die Stadt Szigetszentmiklós, die sie auf ihrer Homepage mit den Worten „unaussprechliche Ortschaft“ charakterisierten. 57 Auserwählte durften den Gerüchten zufolge dabei sein und quasi im Rahmen einer eigenen Hosen-Party den alten Klassikern und ein-zwei Liedern des bald erscheinenden Albums Ballast der Republik lauschen.
Das muss wahrlich ein Riesenerlebnis gewesen sein, kann ich mir vorstellen, zumal die illustren Gäste vorher und nachher auch gesellig mit ihren Gastgebern zu Abend aßen und plauschten. Auch nach 30 Jahren im Showbiz haben Die Toten Hosen nicht vergessen, wo und wie sie angefangen haben, wem sie ihren Erfolg zu verdanken haben. Respekt dafür, auch wenn ich das nächste Mal auf ein etwas größer angelegtes Konzert hoffe, um selbst dabei sein zu können.

2012/04/24

Wie bitte?

Die Erkenntnis des Tages lautet: Es ist verdammt schwierig, Menschen mit einem Sprachfehler am Telefon zu verstehen. Es gibt da einen Bekannten, der gleichzeitig nuschelt und haspelt. Oder so ähnlich – ich weiß nicht, wie ich das genau ausdrücken soll! Wenn ich persönlich mit ihm sprechen muss, dann kann ich ihm mehr oder weniger folgen, wobei mir sicherlich auch die Lippenbewegungen ein bisschen dabei helfen. Wenn er mich jedoch, so wie heute, aus heiterem Himmel anruft, dann gestaltet sich das Ganze weitaus schwieriger. Vor allem, wenn ich gerade unterwegs bin und einiges an Lärm dazukommt.
Auch heute habe ich nur ungefähr die Hälfte von dem verstanden, was er gesagt hat und von mir wollte. Letztes Mal war es vom Gefühl her noch weniger. Manchmal sage ich ihm natürlich während des Gesprächs, ich habe ihn nicht genau verstanden, er soll das Ganze wiederholen, aber das kann man ja im Laufe eines fünfminütigen Gesprächs leider nicht andauernd, nach jedem Satz sagen. So musste ich wieder einmal einiges erraten, schlussfolgern und mir mit ein-zwei allgemeinen Antworten zu helfen wissen.
Ich weiß nicht, wie zufrieden der Bekannte mit meinen Antworten war und ob er mich manchmal für ein bisschen meschugge hält, aber ich denke, ich habe auch die heutige Herausforderung gut gemeistert. Und hoffe insgeheim, dass er mich das nächste Mal wieder eher persönlich anspricht, wenn wir uns sehen und er etwas von mir möchte.