2013/10/11

Schluss, aus und vorbei

Es ist vollbracht. Die Verteidigung meiner Dissertation, die am heutigen Tag erfolgreich stattgefunden hat. Ein großer persönlicher Erfolg, ein großer Schritt für mich, und vor allem die Tatsache, dass ich das ganze so schnell, innerhalb von vier Jahren hinter mich gebracht habe, erfüllt mich ein wenig mit Stolz. Durchschnittlich benötigen die Studenten in unserem Doktorandenprogramm nämlich um die sechseinhalb Jahre vom Beginn ihrer Studien bis zur Verteidigung der Arbeit.
Auf der anderen Seite weiß ich, wem ich das zu verdanken habe, wer diejenigen waren, die mir Tag für Tag, Woche für Woche Kraft gespendet haben. Und schließlich ist es nicht die Welt, nur ein Titel, der sich auf meinen Alltag wohl recht wenig auswirken wird. In meinem Inneren, so hoffe ich, werde ich dieselbe Person bleiben, wie bisher.

Trotzdem ist das Ereignis von großer Bedeutung für mich. Einerseits, weil ich mich – wie ich hoffe – mehr der Familie widmen kann, nachdem ich zumindest nicht mehr an der Doktorausbildung teilnehmen und an der Dissertation arbeiten muss. Andererseits habe ich mit dem später zu verleihenden Doktortitel einen der größten Wünsche meines Vaters erfüllt, der das leider nicht mehr miterleben kann.
Im Grunde muss ich gestehen: Mein Wunsch ist es nie gewesen, aber beruflich hat es sich eben so ergeben, dass ich diesen Schritt wagen musste. Zu einem Zeitpunkt, an dem ich – und vielleicht auch mein Vater nicht – daran gedacht hätte, dass ich damit beginne, Schritt für Schritt seinen Wunsch zu erfüllen. Zum Glück hat er meine erfolgreiche Aufnahmeprüfung und die ersten zaghaften Schritte noch miterleben dürfen.
An Zufälle glaube ich nicht, insofern musste es so kommen, dass ich den Doktor mache. Und auch wenn mein Vater mich nie dazu gedrängt hat: am Ende hat er doch Recht behalten. Und das Wichtigste für mich in diesem Moment ist, dass ich diesen Weg zu Ende gehen und ihm diesen großen Wunsch erfüllen konnte und durfte. Alles andere zählt im Vergleich dazu fast überhaupt nichts...

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