2012/09/20

Dalli, dalli

In letzter Zeit ertappe ich mich öfters dabei, dass unsere Welt, die in den vergangenen Jahren zweifelsohne viel an Tempo zugelegt hat, auch auf mich ihre Wirkung ausübt. Ihr kennt das bestimmt: Heute muss alles schnell gehen, zack-zack, möglichst wenig Zeit verplempern, möglichst alles gleich und sofort machen und so weiter, und so fort. Das wird von uns erwartet, das ist es, woran wir uns immer öfter gewöhnen müssen.
 
Und nun erwische ich mich, wie gesagt, hin und wieder dabei, dass ich auch so zu denken beginne, obwohl mir das Ganze selbst manchmal zu viel des Guten ist. Soll heißen: Ich verschicke zum Beispiel eine E-Mail, die womöglich für mich selbst wichtig ist, und warte schon nach dreißig-vierzig Minuten, vielleicht nach einer oder zwei Stunden auf eine Antwort. Kommt sie nicht, denke ich gleich, der andere will mir nicht antworten, interessiert sich nicht für meine wichtige Angelegenheit oder Ähnliches. Dabei sitzt er womöglich gar nicht vor dem Computer, oder arbeitet vielleicht am besagten Tag gar nicht. Und wenn dann die Antwort eventuell nach zwei-drei Stunden kommt, muss ich mir stets sagen, dass das immer noch eine sehr prompte Antwort war, im Vergleich zu dem, wie lange es hätte dauern können. Oder im Vergleich zu dem, wie lange es früher gedauert hat… Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeiten, als ich – und viele andere – ihr E-Mail-Postfach vielleicht einmal am Tag, wahlweise in der Früh oder am Abend, geöffnet haben.
 
Wie gesagt, ich denke öfters so in letzter Zeit, auch wenn ich selbst nicht immer sofort auf Anfragen oder Fragen antworte, die bei mir eintrudeln. Wieso erwarte ich es dann von anderen? Leider hat unsere hektische Welt anscheinend doch eine negative Wirkung auf mich, und ich muss mich ein wenig anstrengen, damit sie nicht die Überhand gewinnt. Ist schließlich auf Dauer sicherlich nicht förderlich für die Gesundheit.

Kommentare:

  1. Hmmm... jetzt wo du es so schreibst, muss ich zugeben, dass ich auch in diesem Punkt irgendwie "ungeduldig" geworden bin. Wenn ich mir dann vor Augen halte, dass ich zu einer Zeit, wo die meisten Menschen schon e-Mail Kontos hatten, ich mich immer noch weigerte überhaupt Internet für zuhause anzumelden muss ich heute aber auch irgendwie darüber schmunzeln. ;-)

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  2. Scheint so, als ob ich damit nicht alleine wäre. Man muss sich solche Sachen und Erlebnisse regelmäßig vor Augen führen, und dann kann man sich wohl etwas besser in Geduld üben, denke ich :-)

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