2011/08/03

Das Christkind kommt bald

Weltwirtschaftskrise, das Schwächeln des Euro, Tausende Menschen in der Kreditfalle, ganze Staaten gehen pleite oder stehen knapp davor... wenn man Meldungen, wie die folgende hört, dann wundert man sich weniger über solche Geschehnisse und fragt sich stattdessen, in was für einer Welt wir leben.
Kurz zusammengefasst: Im legendären Kaufhaus Harrods in London wurde vor einigen Tagen die Weihnachtssaison eingeläutet. Ja, ihr lest richtig, die Weihnachtssaison. Ende Juli. Um Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen, die jetzt im Sommer die Metropole besuchen, werden nun neben Sonnenschirmen, Badehosen und Gummibooten auch Christbaumschmuck und allerlei Plunder angeboten.

Seit einigen Jahren haben wir uns ja schon daran gewöhnen müssen, dass die Weihnachtssaison bei uns schon im Herbst beginnt. Kaum ist Halloween vorbei – ein anderes Fest übrigens, das sich perfekt dazu eignet, das Geld der Menschen einzuheimsen –, beginnt auch schon die Vorbereitung auf Weihnachten. Aber die Verantwortlichen von Harrods in London sind anscheinend jetzt noch einen Schritt weitergegangen.
Was wohl als nächstes folgt? Wieso bieten sie nicht das ganze Jahr über Sachen an, die mit Weihnachten zu tun haben? Da spart man sich das lästige ausstellen und wegräumen ganz! Am besten gleich eine ganze Etage für den Plunder, damit jeder irgendetwas findet, was seinem Geschmack entspricht. Schon im Februar oder März, wenn man es so möchte. So langsam wissen sowieso nur mehr die wenigsten, was wir zu Weihnachten überhaupt feiern, insofern kann man dieses Fest ruhig noch mehr zu einem Konsumfest degradieren, oder? Menschliche Dummheit und Geldgier kennen wirklich keine Grenzen...

Kommentare:

  1. Hier in Berlin gibt es einen Laden, wo es das ganze Jahr über nur Weihnachtsartikel gibt - allerdings aus Holz. Es ist bei Touristen sehr beliebt, grade bei denen aus Ländern wo solche Sachen überwiegend aus Plastik sind. ;-)

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  2. Gut, das ist natürlich etwas anderes, vor allem, wenn die Sachen sogar aus Holz sind. Die haben sich ganz einfach darauf spezialisiert.

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