2012/10/17

Du riechst so gut

Auch nach dem zweiten Lesen halte ich Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders von Patrick Süskind für ein Meisterwerk der Literatur. Ich möchte an dieser Stelle nicht näher auf die Handlung eingehen, denn die wird sicherlich den meisten Lesern dieser virtuellen Seiten bekannt sein, nicht zuletzt seit der ziemlich guten Verfilmung des Buches im Jahre 2006.
Vielmehr möchte ich an dieser Stelle nur anmerken, dass es sich meiner Meinung nach deshalb um ein großartiges Werk handelt, weil es sehr viele Facetten hat, stets neue Momente aufzeigt und einen so zum Nachdenken anregt. Es kann sowohl als ein Stück Belletristik, als auch als ein Unterhaltungsroman bzw. Kriminalroman gelesen werden. Es ist ein Buch, bei dem man laufend Neues über die Welt der Düfte, die Parfumherstellung und über das 18. Jahrhundert erfährt, bei dem man in die damalige Atmosphäre, ins damalige Leben eintauchen kann, aber zugleich auch ein Buch, das einen stellenweise erschaudern lässt.
 
Die detaillierten, aber nie allzu langatmigen Ausführungen über die verschiedenen Düfte, Gerüche und den Gestank in den einzelnen Szenen sind für den Leser beinahe spürbar, was ein großes Verdienst des Autors ist. Auch sprachlich ist das Werk überaus anspruchsvoll, aber keineswegs unverständlich. Die Handlung ist spannend erzählt, und insbesondere der Schluss des Buches erschütternd und unerwartet. Es handelt sich um ein Ende, bei dem man unweigerlich nachzudenken und zu philosophieren beginnt, da der Autor dem Leser zum Glück nicht alles vorkaut.
Alles in allem handelt es sich also um einen überaus empfehlenswerten Roman, den es sich sicherlich lohnt, öfter zu lesen, damit sich dem Leser nach und nach immer mehr Details erschließen.

Kommentare:

  1. Klingt ja an und für sich gut was Du geschrieben hast. Nur kann ich mit Geschichten aus dieser Epoche nicht viel anfangen.
    Generell mit Geschichten die in der Vergangenheit anderer Epochen spielen. Außer vielleicht Western! ;-)

    AntwortenLöschen
  2. Hmm, mehr Lust kann ich dir da, glaube ich, nicht machen, Andi :-)

    Ich würde dem Buch eine Chance geben, wenn ich du wäre. Nach einigen Seiten kann man immer noch aufhören, aber wieso sollte man sich von vornherein selbst eines eventuellen tollen Leseerlebnisses berauben, nur weil man ansonsten ein Genre nicht mag, oder schlechte Erfahrungen gemacht hat?

    AntwortenLöschen