2010/10/08

Ein Land sieht rot

Es kommt ja nicht so oft vor, dass man in den Medien in Österreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern, die unweit von uns entfernt liegen, über Ungarn berichtet. Zumeist nur, wenn es etwas Sensationelles zu melden gibt... etwas sensationell Negatives.

Leider sind nun zumindest die Online-Versionen der großen österreichischen und deutschen Blätter erneut voll mit Nachrichten aus unserem Land, nachdem sich vor einigen Tagen die größte Chemiekatastrophe in der Geschichte des Landes ereignet hat und ungeheure Mengen Giftschlamm die Umgebung eines Deponiebeckens in Westungarn überschwemmt haben.
Wie so oft in solchen Fällen will natürlich auch diesmal keiner schuld gewesen sein. Die Verantwortung wird hin- und hergeschoben, und es ist zu befürchten, dass am Ende das ganze wieder zu einer Farce wird, obwohl bereits jetzt sieben Todesopfer zu beklagen sind und ihre Zahl aller Voraussicht nach leider weiter steigen wird.

Das ganze Ausmaß der Tragödie ist noch gar nicht abzuschätzen, was an den unterschiedlichen Messergebnissen und abweichenden Aussagen sehr gut sichtbar ist. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest die Donau von den größten Schäden verschont bleibt, so wie es jetzt aussieht, nachdem ja schon im Fluss Marcal der gesamte Fischbestand ausgestorben ist. Von den umliegenden Ortschaften gar nicht erst zu sprechen, die wohl vollkommen verseucht und unbewohnt geworden sind.

Es ist vielleicht nicht ganz abwegig, von einer ähnlichen, aber hoffentlich etwas kleineren Katastrophe zu sprechen, wie sie sich im Frühjahr im Golf von Mexiko in Form einer Ölpest ereignet hat. Und da menschliches Versagen leider auch in Zukunft genauso wenig vermieden werden kann, wie technische oder Konstruktionsfehler, werden sich wohl auch in den nächsten Jahren solche Tragödien auf der Erde ereignen.

Es bleibt zu hoffen, dass der Mensch zumindest auf ähnlichen Fachgebieten, wie die beiden Erwähnten, etwas umsichtiger und vorsichtiger verfahren wird, um die Chancen solcher Ereignisse zu minimieren.

Kommentare:

  1. Das ist wirklich übel - hab ja die Bilder im TV gesehen und ich glaube einfach nicht, dass bei einer Prüfung 2 Wochen vor dem Unglück wirklich alles in Ordnung war.
    Schlimm für die Menschen die jetzt alle ihr Zuhause verloren haben und auch schlimm für die Tiere die von diesem Schlamm erwischt wurden :-(

    AntwortenLöschen
  2. Das glaubt bei uns auch keiner, Patsy... entweder wurde extrem geschlampt, oder es wurde jemand erfolgreich bestochen, um ein Auge zuzudrücken. Wäre leider nicht das erste Mal!

    AntwortenLöschen