Es wird ja in letzter Zeit sehr viel über künstliche Intelligenz und darüber gesprochen, in wie weit Maschinen uns ersetzen können, und welche Berufe quasi vom Aussterben bedroht sind. Das Thema wird in zahlreichen Lebensbereichen so ausgiebig thematisiert, dass vielen, auch mir, das ganze ehrlich gesagt schon zum Hals raus hängt.
Worüber aber wenig gesprochen wird, ist die Tatsache, dass uns beileibe nicht nur Maschinen, sondern auch andere Menschen ersetzen können. Und das war womöglich schon immer so, in diesem Bereich hat sich aufgrund der Entwicklung des Menschen und der Zivilisation kaum etwas getan. Das ganze ging mir vor kurzem durch den Kopf, als ich das innerhalb von ein-zwei Wochen gleich zweimal erlebt habe.
Dazu bedarf es nicht einmal eines größeren Ereignisses, wie dem Tod eines Menschen oder dem Ruhestand. Es reicht, wenn aus diesen oder jenen Gründen entweder ein anderer die Möglichkeit bekommt, die Arbeit zu versehen, die bisher eine beliebige Person gemacht hat. Oder – und das ist die andere Möglichkeit – die betreffende Person wird, wiederum aus diversen Gründen, ganz einfach aus einem Prozess ausgelassen, quasi ignoriert. Das heißt, die Prozesse müssen weitergehen, so oder so, koste es, was es wolle – die „Maschine“ muss ganz einfach am Laufen gehalten werden, weil die Interessen des Betreibers oder des Unternehmens dies diktieren.
Wir alle sind tatsächlich nur kleine Zahnräder in verschiedenen Räderwerken. Fallen wir vorübergehend oder endgültig aus, geht es – machen wir uns nichts vor – auch ohne uns weiter. Ob sofort oder nach einer kürzeren-längeren Zwangspause – aber es geht weiter. Ob es weiterhin wie geschmiert läuft, oder ob es doch ein bisschen hapert – aber es geht weiter. Ob es uns gefällt oder nicht, ob wir wahrhaben wollen, dass keiner von uns unersetzlich sind, oder lieber den Kopf in den Sand stecken – aber es geht weiter. Jetzt und bis in alle Ewigkeit.
Und das ist vielleicht auch gut so, aus der Sicht der Welt und der Menschheit. Unsere Aufgabe ist es, das einzusehen, je früher, desto besser, und uns damit irgendwie abzufinden. Denn: „Das große Werk, es ist vollbracht und gut. / Der Mechanismus läuft, der Schöpfer ruht. / Äonen bleibt das Räderwerk in Fluß, / Eh eine Schraube man ersetzen muß.“