2025/12/31

Ade 2025

Schon wieder ist ein Jahr vorbei. Und dass man mit zunehmendem Alter das Gefühl hat, die Zeit verstreiche schneller als früher, kann ich Jahr für Jahr nur bestätigen. Auch ohne große Ereignisse oder Meilensteine vergehen die Tage und Wochen im Nachhinein betrachtet wie im Nu. Klar, wenn man in den anstehenden Aufgaben oder laufenden Projekten mittendrin steckt, wenn viel, oft Unangenehmes zu erledigen ist, dann zieht sich das Ganze hin. Aber sonst scheint das Jahr rückblickend doch ziemlich schnell vorbeigegangen zu sein.

Wie 2026 wird, werden wir spätestens in einem Jahr beurteilen können. Das Jahr 2025 war aber insgesamt gesehen nicht schlecht, weder im privaten Bereich noch in der Arbeit. Obwohl in diesem Jahr altersbedingt leider auch zwei schmerzhafte Verluste im Verwandten- und Bekanntenkreis zu verkraften waren.

Trotz vieler Aufgaben und Herausforderung habe ich zudem im heute zu Ende gehenden Jahr fast doppelt so viele Artikel hier im Blog verfasst, als 2024. Wobei es dazu genügt – und das schreibe ich in erster Linie als Ansporn für mich selber –, wenn ich im Laufe des Jahres regelmäßig mehr als einmal pro Monat zur Tastatur greifen kann. Wahrlich keine unlösbare Herausforderung in dem vor uns stehenden neuen Jahr.

Hiermit möchte ich mich bei allen Lesern meiner kürzeren oder längeren Artikel für das Vertrauen in diesem Jahr bedanken. Auch ohne nennenswerte Kommentare und Rückmeldungen tut es gut zu wissen, dass hier hin und wieder Leser vorbeischauen, aus nah und fern. Damit wünsche ich allen Besuchern ein gesundes, erfolgreiches neues Jahr. Hoffentlich lesen wir uns auch 2026!

2025/12/18

Instant Karma!

Was haben Weihnachten, die Karriereleiter und – kein Irrtum meinerseits – Abnehmspritzen gemeinsam? Auf den ersten Blick wohl nicht sonderlich viel. Wenn man aber genauer hinschaut, dann fällt einem sicherlich auf, was auch mir vor einigen Tagen durch den Kopf gegangen ist, als ich im jetzigen Advent nun schon in der dritten oder vierten Wohnung in unserer Gegend die Lichter des Christbaums habe leuchten sehen.

Die Antwort – also der gemeinsame Nenner, wenn man es so will – lautet instant Gratification, zu Deutsch „sofortige Bedürfnisbefriedigung“. Ich bin mir darüber im Klaren, dass wir gerade die dunkelsten, kürzesten Tage des Jahres erleben. Aber die Adventszeit, das „Warten aufs Christkind“ hat meiner Meinung nach schon einen Sinn, auch wenn viele das in unserer schnelllebigen und säkularisierten Welt nicht wahrhaben wollen. Stattdessen möchten sie kurz nach Halloween – oder womöglich nach dem Black Friday – sofort zu dem zum Konsumfest degradierten Weihnachtsfest übergehen, auch auf das unterbewusste Drängen der Werbebranche und der diversen Läden hin.

So wie auch junge Hüpfer, die gerade erst das Studium abgeschlossen haben, in ihren Vorstellungen gleich am besten irgendwo in der Mitte auf die Karriereleiter aufspringen und nicht ganz unten anfangen, sich nicht mühsam hocharbeiten möchten. Zumindest, was die Finanzen betrifft. Wobei Absagen – insbesondere in Zeiten von KI & Co. – mit Sicherheit nicht viel auf sich warten lassen und die sofortige Bedürfnisbefriedigung schon bald der Ernüchterung weichen muss.

Und dann wären da noch die berühmt-berüchtigten Abnehmspritzen wie *zempic, über die regelmäßig in den Medien berichtet wird. Wenn einem Disziplin, Ausdauer, investierte Zeit, Energie und investiertes Geld auf Dauer zu wenig oder zu langsam Erfolg versprechen, dann verhilft man sich mit eben solchen Mitteln zu dem Traumkörper, der einem vorschwebt. In einer geringeren Zahl von Fällen deshalb, weil man sich in seinem Körper tatsächlich nicht wohl fühlt. In der Mehrzahl der Fälle jedoch, weil wiederum die Medien einem vorgaukeln, dass man gleich auch das große Glück – oder die Liebe seines Lebens, eventuell sofortigen Erfolg in der Karriere, siehe den vorigen Punkt – findet, wenn man einige Kilo loswird.

Wie schön wäre es, wenn neben der Rückkehr zum langsameren Lebenstempo – Stichwort Slow Living – mehr Menschen auch den Sinn des Wartens und der Geduld im Alltag wiederfinden würden. Alles hat seine Zeit, und alles hat seinen Sinn, auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen, oder diesen oft nicht sofort erkennen. Aber schließlich wäre es ja auch ein klassischer Fall von sofortiger Bedürfnisbefriedigung, wenn sich der Sinn der Sachen uns gleich erschließen würde.