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2026/07/22

Spaniens Blüten blühen wieder

Es dürfte wohl nicht allzu oft vorkommen, dass zwischen zwei Fußball-Weltmeisterschaften nicht die üblichen vier, sondern nur dreieinhalb Jahre vergehen, wie das in diesem Jahr der Fall war. Und innerhalb von nicht einmal vier Jahren hat es Argentinien bei der am Sonntag zu Ende gegangenen WM erneut ins Finale geschafft – unter der Leitung des inzwischen 39-jährigen Lionel Messi, was bei der letzten WM in Katar wohl nicht wirklich zu erwarten war. Das Ergebnis ist inzwischen jedoch allgemein bekannt, und der kleine Zauberer, der im Finale genauso blass blieb, wie die gesamte argentinische Mannschaft, musste sich bei seinem wohl letzten Auftritt im Trikot der Nationalmannschaft mit der Silbermedaille begnügen.

Auch wenn ich den Argentiniern vor dem Spiel den Triumph ebenso gegönnt hätte, wie den letztendlich siegreichen Spaniern: Aufgrund des Finales war der Sieg der Mannen von Trainer Luis de la Fuente mehr als verdient. Die völlige Passivität und defensive Einstellung des Gegners ohne nennenswerte Torschüsse war für mich als neutraler Zuschauer im Grunde eine klare Enttäuschung. Auch wenn das Spiel natürlich ein typisches Finale war, wo die Langeweile nur dem Umstand der Verlängerung und dem spät fallenden entscheidenden Tor wich. Aber schließlich waren wir beim Finale im Dezember 2022 sehr verwöhnt worden, und es war klar, dass ein solches Szenario nur schwer zu wiederholen sein wird.

Rodri & Co haben es nun also wieder auf den Fußball-Olymp geschafft und sind nach 2010 wieder Weltmeister geworden. Es wird spannend sein zu sehen, ob damit wieder eine ähnliche glorreiche spanische Ära eingeläutet wurde, wie damals unter Vicente del Bosque mit den beiden EM-Siegen 2008 und 2012 und der WM-Trophäe dazwischen. Auch wenn ich in den letzten Jahren nur selten dazu komme, Fußballübertragungen zu verfolgen, freue ich mich irgendwie auf die WM 2030 in Marokko, Portugal und – wie treffend – Spanien. Nicht zuletzt deswegen, weil wir alle in Europa wieder die Möglichkeit haben werden, mehr Spiele zu sehen. Ich verstehe, dass bei einer Weltmeisterschaft aufgrund der Übertragungszeiten notgedrungen viele Zuschauer weltweit auf der Strecke bleiben. Aber es war schon etwas enttäuschend, dass das Finale am Sonntag diesmal – einerseits aufgrund der Zeitverschiebung, andererseits natürlich aufgrund der vielen kleinen und wenig interessanten Mannschaften – das einzige Spiel war, das ich von Anfang bis Ende gesehen habe.

2022/12/20

In die weite Welt hinein

Ich gehöre nicht zu denen, die das vorgestern zu Ende gegangene Fußball-Turnier boykottiert haben. Natürlich ist wohl etwas dran, dass es bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft an Katar nicht mit rechten Dingen zugegangen ist, und auch, dass Dutzende Arbeiter während der Bauarbeiten dort ums Leben gekommen sind. Aber warum sollte ich mir deshalb meinen Spaß vermiesen lassen? Hätte ich kein Spiel geschaut und mich dem Boykott angeschlossen, wäre das meiner Ansicht nach gleichbedeutend gewesen mit einem Sack Reis, der in China umgefallen ist.

Besonders froh war ich darüber, dass wir mit den Jungs zu Hause das Finale am Sonntag gesehen haben. Auch, wenn dieses nicht von zwei Mannschaften ausgetragen wurde, die ich mir vor der WM vielleicht gewünscht hätte. Aber was das für ein Spiel war zwischen Argentinien und Frankreich! Mit großen Worten muss man -- vor allem im Hinblick auf zukünftige Ereignisse -- vorsichtig sein, aber im Grunde fehlt es mir an Superlativen. Besseres hätten wohl auch ein erfahrener Hollywood-Drehbuchautor und -Regisseur nicht zustande gebracht.

Einer unserer Jungs drückte Frankreich, einer Argentinien die Daumen, und ich diesmal ebenfalls den Südamerikanern. Einerseits, weil Frankreich gerade erst vor vier Jahren in den Genuss des Sieges gekommen ist, andererseits weil ich dem überragenden und sympathischen Lionel Messi den Titel mehr als gegönnt hätte und habe.

Was wir gesehen haben, war einfach phänomenal. Nicht nur wegen der Verlängerung und dem Elfmeterschießen, denn das kommt hin und wieder schon mal in Endspielen vor. Aber ich erinnere mich nur zu gut an etliche Finalspiele, die langweiliger nicht hätten sein können. Und in denen höchstens ein oder vielleicht gar kein Tor gefallen ist. Diesmal aber waren es beim 3:3 insgesamt sechs an der Zahl, davon zwei in der Verlängerung. Ein Spiel mit Hochs und Tiefs wie aus dem Bilderbuch. Zudem war es ein Traum, zwei Spielern wie Messi und Mbappé -- und wir sollten vielleicht auch noch Di María erwähnen -- zuzuschauen. Während im Fall der beiden Argentinier eine fantastische Karriere mit diesem überragenden Triumph langsam ausklingen wird, werden wir vom jungen Franzosen, der im Übrigen gerade am heutigen Tag erst 24 Jahre alt geworden ist, noch sehr viel sehen und hören -- zu unser aller Freude.

Das Spiel am Sonntag war also tatsächlich ein Traum für jeden Fußballfan. Vielleicht bin ich -- und sind viele mit mir -- auch deshalb so verzaubert von diesem diesjährigen Finale, weil es uns an unsere Kindheit und die Märchen unserer Kindheit erinnert. Der im wahrsten Sinne des Wortes kleine Leo, der hinauszog in die weite Welt, und dort nicht nur sein Glück gemacht, sondern am Ende des Märchens alles erreicht hat, was er erreichen konnte. Happy Ends sind so selten geworden in unserer heutigen Zeit, vor allem vor dem Hintergrund der vergangenen, von der Pandemie und vom Krieg geprägten Monate und Jahre. Ich glaube, dieses Fußballmärchen vom Sonntag hat deshalb so einen angenehm süßen Geschmack für viele von uns.

2018/05/28

Fluch endgültig besiegt

Also das Champions-League-Finale vergangenen Samstag zwischen Real Madrid und Liverpool hatte es wirklich in sich. Vieles ist bereits über das Spiel geschrieben worden, aber es wird sicherlich noch lange Zeit hindurch für Gesprächsstoff sorgen.
Am Ergebnis ist nichts zu rütteln -- leider, muss ich aus meiner Sicht sagen, weil ich den Engländern die Daumen gedrückt habe. Das Wie war aber bei Weitem nicht so eindeutig bzw. lässt viele Fragen offen. Wie wäre das Spiel verlaufen, hätte sich Salah nicht in einer frühen Phase verletzt? War das Foul von Ramos an ihm Absicht, oder war das Ganze nur eine unglückliche Landung der beiden in der Hitze des Gefechts? Was rittt Torhüter Karius bei seinen zwei großen Patzern? Welche Zukunft hat er jetzt beim Club, und wie wird er mit dieser schwierigen Situation in der nächsten Saison umgehen?

Trotz dieser Fragen muss man auch als Barcelona-Fan vor Real Madrid den Hut ziehen. Sie haben nicht nur im Vorjahr den Champions-League-Fluch besiegt, sondern nunmehr dreimal in Folge den Titel in die spanische Hauptstadt geholt. Wobei aber auch diese Tatsache weitere Fragen aufwirft, wie zum Beispiel, wie es jetzt mit Cristiano Ronaldo weitergeht, und wie Madrid ein neues, jüngeres Team aufbauen wird, wenn etliche ältere Spieler in den kommenden ein-zwei Jahren aufhören bzw. wechseln werden. Fragen über Fragen, aber an dieser beeindruckenden Serie von Real gibt es nunmehr leider nichts zu rütteln.

2015/07/26

Der 30. Große Preis

An diesem Wochenende fand in der Formel 1 der Große Preis von Ungarn statt. Ein wirklich äußerst spannendes Rennen war’s, mit etlichen Ereignissen und Wendungen. So wie man Autosport auch als Softcore-Fan, wie ich es einer bin, mag. Auch wenn ich noch nie bei einem Rennen dabei war, schaue ich mir die Übertragungen im Fernsehen gerne an, wenn ich gerade nichts Besseres zu tun habe.
Worüber ich aber schreiben möchte, ist nicht das heutige Ergebnis oder das Rennen selbst, sondern das runde, nämlich 30. Jubiläum, das der Große Preis von Ungarn in diesem Jahr feiert. Nicht nur, dass beinahe zwei ganze Generationen schon groß geworden sind mit dem Formel-1-Rennen in Budapest. Als bemerkenswert und löblich sehe ich die Tatsache an, dass das Land seit nunmehr drei Jahrzehnten ununterbrochen im Rennkalender mitmischen kann – unabhängig vom politischen System (man beachte, dass die ersten Rennen im Jahr 1985 noch hinter dem Eisernen Vorhang stattfanden!), den gerade regierenden Parteien, der wirtschaftlichen Lage oder ähnlichem.

Dabei darf man natürlich nicht außer Acht lassen, dass dies im wirtschaftlich (und politisch) weitaus besser dastehenden Österreich und Deutschland nicht der Fall ist, aber auch sonst gibt es nicht viele Länder – und besonders Strecken –, die auf solch eine imposante Serie zurückblicken können. Von denjenigen Nachbar- und anderen europäischen Ländern gar nicht erst zu sprechen, die nicht im Rennkalender vertreten sind.
Der Wille, das Rennen auch weiterhin zu behalten und die Umstände zu verbessern bzw. die Rennstrecke und die Umgebung weiterzuentwickeln, ist seitens der jetzigen Regierung da. Hoffentlich wird das diesjährige spannende Wochenende auch dazu beitragen, dass Budapest noch lange Jahre hindurch im Formel-1-Rennkalender zu finden sein wird. Dem Land, der Stimmung, dem Image und der Wirtschaft würde es sicherlich gut tun.

2014/04/30

Der Champions-League-Fluch

Ich weiß nicht, ob jemand schon auf diesen Begriff gekommen ist, aber mir ist er gestern Abend spontan eingefallen, als ich die schmerzhafte Niederlage der Bayern gegen Real Madrid miterleben musste. Zugegeben, nach der überragenden Saison 2012/13 war es sicherlich nicht einfach, das Triple oder zumindest den Titel in der Champions League zu wiederholen. (Auch die Meisterschaft nicht, aber das haben die Münchner ja frühzeitig geschafft.) Aber wenn man es einer Mannschaft zugetraut hat, dann wohl den Bayern, nicht nur wegen der großen Erfolge, sondern auch wegen der Spielweise und Überlegenheit im Vorjahr und zu Beginn dieser Saison.

Es schein jedoch so zu sein, wie es auch schon bei anderen großen europäischen Mannschaften (Barcelona, Real Madrid, Manchester United, Chelsea) in der jüngsten Vergangenheit der Fall war: Zuhause werden sie oft Meister, gewinnen häufig den heimischen Pokal und schaffen es auch unter die besten acht oder vier Mannschaften Europas. Vielleicht sogar ins Finale. Und das über Jahre hinweg. Aber auf allen lastet anscheinend der Champions-League-Fluch, wegen dem bisher keiner der (Spitzen-) Mannschaften gelungen ist, den Wettbewerb, der seit der Saison 1992/93 existiert, zweimal hintereinander zu gewinnen, also den Titel zu verteidigen.
Die letzte Mannschaft, die das vollbracht hat, war in den Saisons 1988/89 und 1989/90 der AC Mailand im Vorgängerwettbewerb, der noch den Namen Europapokal der Landesmeister trug. Der Fluch dauert also nun schon mehr als zwei Jahrzehnte. Eine unglaublich lange Zeit, die irgendwo auch zeigt, wie ausgeglichen der europäische Topfußball in unseren Tagen ist und wie wenig manchmal über Sieg oder Niederlage entscheidet.

2012/07/02

Noch immer grünt es so grün, wenn Spaniens Blüten blühen

Das dritte Mal habe ich die Möglichkeit, an dieser Stelle Spanien zu einem großen Fußballtitel zu gratulieren. Nach dem EM-Sieg 2008 und dem WM-Erfolg 2010 hat die Mannschaft von Trainer Vicente del Bosque mit dem dritten Pokal in Serie Geschichte geschrieben und ist quasi unsterblich geworden.
Anders als die vorigen beiden Finalspiele, war das Gestrige gegen Italien nicht erschreckend schwach, was in erster Linie natürlich den Spaniern und ihren vier Toren zu verdanken ist. Die Azzurri hatten nämlich gestern nur ganz wenige Lichtblicke, insbesondere der große Töne spuckende Balotelli war fast überhaupt nicht zu bemerken.
Für Italien tut es mir am Ende genauso leid, wie für Deutschland – diesen beiden Mannschaften drücke ich bei Welt- und Europameisterschaften immer die Daumen. Spanien ist jedoch derzeit ein überragendes und zudem überaus sympathisches Team – ein Gefühl, das durch den Auftritt der spanischen Fußballer-Sprösslinge nach dem Abpfiff auf dem Rasen nur verstärkt wurde.
Ob es für die Mannschaft um Iker Casillas in zwei Jahren bei der WM in Brasilien wieder zum Titel reichen wird, das wage ich zu bezweifeln, und sie werden auch bei der nächsten EM in Frankreich eine schwere Aufgabe haben, wenn nicht mehr die besten 16, sondern 24 Mannschaften antreten werden. Man sollte aber niemals nie sagen, wer weiß, was noch in diesem Team steckt!

2011/09/20

Eintagsfliege

Über das Privatleben des berühmtesten Lothars des deutschsprachigen Raums habe ich ja hier schon Anfang des vorigen Jahres berichtet. Nun scheint es mir jedoch so, dass auch die Trainerkarriere von Matthäus irgendwie in dieselbe Richtung geht, wie sein Privatleben.
Gestern wurde er nämlich als Nationaltrainer Bulgariens entlassen, nach nur einem Jahr Engagement. Es war insgesamt seine siebte Station als Trainer, und nirgendwo ist er länger als ein Jahr geblieben, mit Ausnahme des Postens des ungarischen Nationaltrainers, wobei auch dieser Auftrag nur knappe zwei Jahre gedauert hat.

Als Aktiver war er einer meiner Lieblingsspieler und zweifelsohne einer der Besten. So langsam müssten die Fußballclubs jedoch begreifen, dass sein Name nicht automatisch Trainererfolge bedeutet, zumal er in dieser Position im Grunde noch nichts aufweisen kann. Und auch er könnte mal ein wenig in sich gehen und sich einen anderen Job suchen, der vielleicht mit Fußball zu tun hat, aber kein Trainerposten ist. Spielerbeobachter, Berater, Spielervermittler, Marketingchef oder ähnliches – wieso muss es gerade die Position des Trainers sein?
So wirklich glaube ich selbst nicht daran, dass er mit seinen fünfzig Lenzen nun diesen jetzigen Job an den Nagel hängen wird, um sich lieber hinter den Kulissen zu engagieren. Deshalb bin ich schon gespannt, wo er als nächstes anheuert und wann er vom ersten Club in der Bundesliga verpflichtet wird, wo er ja noch keine Mannschaft trainiert hat. Es müsste schon vieles perfekt klappen, damit er dort Erfolge aufweisen kann.

2010/07/11

Es grünt noch immer so grün, wenn Spaniens Blüten blühen

Vor fast genau zwei Jahren habe ich an dieser Stelle anlässlich des EM-Triumphes von Spanien einen Artikel veröffentlicht, den ich nun wieder gelesen habe und der erneut im Großen und Ganzen zutrifft. In einem sehr schwachen, aber typischen Finale hat sich nämlich der amtierende Europameister gegen die Niederlande heute auch die WM-Krone aufgesetzt, diesmal mit einem anderen Trainer an der Spitze, nämlich Vicente del Bosque.

Dabei hat bei dieser Weltmeisterschaft sicherlich Deutschland den attraktivsten (und auch offensivsten) Fußball gezeigt, ist aber letztlich im Semifinale am späteren Sieger gescheitert. Und für die andere Mannschaft, der ich bei großen Turnieren immer die Daumen drücke, war noch viel früher Schluss. Italien war – wie schon bei der letzten EM – erneut erschreckend schwach und musste bereits nach den Gruppenspielen die Heimreise antreten.
Vor dem heutigen Finale hätte ich auch den Niederlanden den Sieg gegönnt, da sie – ähnlich wie Spanien – noch nie Weltmeister waren und sogar zwei verlorene Endspiele auf dem Konto hatten. Auf Grund des heutigen Auftritts, der ihrerseits streckenweise eher einem Gemetzel glich, freue ich mich jedoch über den Sieg Spaniens.

Der wahre Gewinner und Star dieser WM in Südafrika ist für mich jedoch ein ganz anderer: die Krake Paul, die alle sechs Spiele der Nationalelf und auch das Endspiel richtig tippte. Ich wusste gar nicht, dass das Tier auch schon bei der EM vor zwei Jahren „befragt“ wurde, wobei es sich bei sechs Spielen jedoch noch zweimal geirrt hatte.
Pauls diesjähriger Auftritt stellt aber wahrhaftig eine unglaubliche Leistung dar, deren Untersuchung sich nun sicherlich viele Wissenschaftler widmen werden. Und das nicht nur im Land des neuen Weltmeisters!

2010/06/28

Wembley reloaded

Man kann ja vieles über das gestrige umstrittene und schließlich nicht gegebene Tor beim WM-Achtelfinalspiel Deutschland gegen England sagen. Aber dass dies eine Rache für das Wembley-Tor von 1966 und eine Genugtuung für Deutschland war oder ist, wie das auf vielen Internetportalen, Blogs und auch bei Wikipedia jetzt verkündet wird, das finde ich ehrlich gesagt als Nicht-Deutscher übertrieben.
Warum? Nun, wie kann man bitte schön ein Achtelfinale mit einem Finale vergleichen? Ist ja so, als ob man das mit Äpfeln und Birnen veranstalten würde! Ich verstehe ja die deutsche Euphorie, ich teile sie sogar ganz ehrlich und habe der Nationalelf gestern auch die Daumen gedrückt. Ich verstehe auch, dass niemand erwartet hätte, dass die Jungs England derart entzaubern und streckenweise regelrecht vorführen. Aber von einem zweiten Wembley-Tor zu sprechen... also nein.
Man muss immer wissen, wo man steht und wer man ist. Das würde ich den professionellen und den Amateur-Journalisten ans Herz legen. Wenn nämlich Deutschland im Viertelfinale gegen Argentinien ausscheiden sollte – was ich nicht hoffe! –, dann hat das sogenannte Wembley-Tor von Bloemfontein überhaupt, ja überhaupt keinen Sinn und beschert Deutschland rein gar nichts. Höchstens einen überzeugenden Sieg gegen die Three Lions, der schon bald vergessen sein wird. Während England mit dem einstigen umstrittenen Treffer schließlich die WM gewonnen hat. Soviel dazu.

2010/06/10

Der Ball rollt wieder

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren habe ich hier als insgesamt dritten Artikel in der Geschichte dieses Blogs einige kurze Gedanken zur beginnenden Fußball-EM veröffentlicht. Das, was ich damals auf der Tastatur getippt habe, hat Wort für Wort auch jetzt seine Richtigkeit, wenn morgen endlich die WM in Südafrika beginnt.
Im Klartext heißt das: Wie seit genau zwanzig Jahren bei jeder WM und EM drücke ich wieder Italien die Daumen, fiebere aber ein Stückweit auch für Deutschland mit. Der Grund für Letzteres ist schnell erzählt: infolge der sprachlichen Verbundenheit kenne ich diese Nationalmannschaft dank der deutschsprachigen Medien am besten von allen Teilnehmern. Was es aber mit Italien auf sich hat, habe ich damals, im Beitrag vor zwei Jahren, nicht genauer beschrieben.

Nun, 1990 fand die Fußball-WM bekanntermaßen in Bella Italia statt, und während dieser Zeit waren wir mit der Familie genau dort in Urlaub. Es war die erste Weltmeisterschaft in meinem Leben, die ich verfolgt und auch mitbekommen habe, und auch, wenn wir bei keinem Spiel live im Stadion dabei waren, haben mich die ganze Atmosphäre und das Trara um dieses Ereignis einfach in den Bann gezogen.
Ich erinnere mich noch genau an die langen Fußballabende vor dem Fernsehgerät im Hotel. Ja, ja, für die Jüngeren unter den werten Lesern sei an dieser Stelle festgehalten: Damals gab es noch kein Rudelgucken – neudeutsch Public Viewing –, bzw. irgendwie schon. Vor dem Fernseher im Gemeinschaftsraum des Hotels nämlich, aber nicht auf großen Leinwänden in der Stadt, mit mehreren Zehn- oder Hunderttausend mitfiebernden Fans.

Kurz gesagt hat mich das ganze Drumherum damals mitgerissen, wobei aber natürlich auch so fantastische Spieler ihren Anteil daran hatten, wie Roberto Baggio, Paolo Maldini, Franco Baresi und Roberto Donadoni. Was für Namen, du meine Güte!
Schließlich landete Italien auf dem dritten Platz – und eroberte sich einen Platz in meinem Herzen. Und Weltmeister wurde – ja, genau: Deutschland, das ich auch schon damals mitfavorisierte. Auch hier ein paar Namen gefällig? Andreas Brehme, Jürgen Kohler, Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann, Pierre Littbarski und Rudi Völler. Ich kann mich nur wiederholen: Was für Namen, du meine Güte!

Und morgen geht es also los in Südafrika! Wollen wir auf gute, faire Spiele, viele Tore und schöne Spielzüge hoffen. Auch wenn ich wieder den oben genannten beiden Mannschaften die Daumen drücke, hätte ich am Ende wohl nichts gegen einen sympathischen Gewinner einzuwenden, wie es bei den letzten beiden Europameisterschaften Griechenland und Spanien gewesen sind. Möge also der Beste gewinnen!

2010/01/03

Loddar

Ist das denn die Möglichkeit? Die Boulevardpresse rätselt seit gestern, ob in naher Zukunft auch die vierte Ehe von Lothar Matthäus in die Brüche geht, denn die Anzeichen vermehren sich... und das nach nur einem Jahr!
Ich möchte hier über keinen persönlich ein Urteil fällen und äußere mich an dieser Stelle nur über solch ein Verhalten, das ich – um es vorsichtig zu formulieren – überhaupt nicht verstehen kann.
Wieso heiratet ein Mann auch ein viertes Mal, wenn es schon vorher dreimal nicht geklappt hat? Noch dazu wenn die Ehen allem Anschein nach immer schneller in die Brüche gehen? Wieso denkt er nicht darüber nach, bevor er erneut „Ja“ sagt, oder wieso begnügt er sich nicht mit einer „schlichten“ Lebenspartnerschaft?
Andererseits: Was bewegt eine Frau dazu, einen Mann zu heiraten, der schon dreimal geschieden ist? Glaubt sie allen Ernstes, dass sie derart wunderbar und perfekt ist, dass der Mann für immer und ewig an ihrer Seite bleiben und sein früheres Verhalten von Grund auf ändern wird?
Ehrlich gesagt kann man bei so viel Dummheit – und zwar was beide Seiten betrifft – nur den Kopf schütteln. Wenn jedoch in diesem Fall und in ähnlichen Fällen eher Ruhm, Ehre und Geld die entscheidende Rolle beim „Ja“ der Dame spielen, dann ist dieses berechnende Verhalten wohl noch schlimmer, als Dummheit an sich.
Wir dürfen gespannt sein, wann das endgültige Aus bestätigt und nach wie viel Zeit eine weitere Ehe verkündet wird. Ich befürchte nämlich, das ist alles nur eine Frage der Zeit.

2009/07/27

Freud und Leid

Ausgerechnet hier bei uns in Budapest ist es leider beim Großen Preis von Ungarn zu dem schwersten Unfall seit Jahren in der Formel 1 gekommen. Angesichts dieses Unfalls des Brasilianers Felipe Massa mache ich mir darüber Gedanken, welch unglaublich großes Pech – aber auch welch unglaublich großes Glück – er da gehabt hat. Wie bekannt, hat sich nämlich eine 800 Gramm schwere Metallfeder vom Auto des vor ihm fahrenden Rubens Barrichello – übrigens interessanter Weise ein Landsmann von Massa – gelöst und ihn genau am Helm getroffen. Daraufhin ist er dann ungebremst in einen Reifenstapel gekracht.
Welche Kräfte waren hier im Spiel, sowohl wortwörtlich, als auch im übertragenen Sinne?! Welche Chance besteht, dass sich solch eine Feder löst? Dass sie sich genau dann löst, als jemand direkt hinter einem herfährt? Dass sie genau gegen den Helm des hinterherfahrenden Piloten kracht? Und welches Glück hatte Massa im Grunde, dass er durch den Einschlag nicht noch schlimmer verletzt wurde, wobei wir natürlich noch abwarten müssen, ob und welche bleibenden Schäden er davontragen wird.
In diesem Zusammenhang könnte man wieder einmal über Zufall, Schicksal und Prädistination philosophieren, aber das würde, glaube ich, zu weit führen. Ich meinerseits bin aber – wie schon einmal an dieser Stelle angedeutet – der Ansicht, dass alles im Leben einen Sinn hat und nichts zufällig geschieht.
Wollen wir hoffen, dass das ganze gut für den sympathischen jungen Fahrer ausgeht und er schon bald wieder hinter dem Steuer des Ferrari Platz nehmen kann!

2009/05/24

Curtain call

Es gibt Sportler, deren gesamte Laufbahn alleine durch die Nennung ihres Namens charakterisiert werden kann. So auch in seinem Fall: Paolo Maldini. Keinem, der etwas von Fußball versteht und sich für das Metier interessiert, braucht man zu erklären, wer das ist und was er geleistet hat.
Nun ist es soweit: Wenn er es sich nicht anders überlegt, so wird Maldini nach dem anstehenden Heimspiel gegen den AS Rom und dem Auswärtsspiel gegen Fiorentina seine Karriere als Verteidiger beim AC Mailand beenden und sich für immer von der großen Fußballbühne verabschieden. Wieso das so etwas Besonderes ist? Nun, die Zahlen sprechen für sich: fast 41 Jahre alt (und noch immer einer der Besten seiner Mannschaft), seit 1985 bei Milan (hat nie bei einer anderen Mannschaft gespielt), mehr als 900 Spiele für den Verein, siebenmal italienischer Meister, fünfmal Champions League- und fünfmal UEFA-Pokalsieger, 126-facher italienischer Nationalspieler.
Einer, der dem Verein immer mehr gegeben, als vom Verein gefordert hat. Einer, der auf dem Rasen immer durch sein Spiel, seinen Verstand aufgefallen ist und nicht durch sein Verhalten und seine Worte. Einer, der als Verteidiger nie für spektakuläre Szenen oder Tore sorgen konnte und trotzdem einer der besten Spieler aller Zeiten ist.
Einer, der bei der großen Milan-Ära Anfang der Neunziger dabei war, und der Letzte aus dieser Mannschaft, der sich nun endgültig vom Rasen verabschiedet. Was für Spieler, meine Güte: Franco Baresi, Roberto Donadoni, Zvonimir Boban und natürlich die drei holländischen Genies: Marco van Basten, Frank Rijkaard und Ruud Gullit!
Und einer, der einen Typ Fußballer repräsentiert, den es leider immer seltener gibt: den Clubtreuen, der nie nach England, Spanien oder Deutschland gewechselt ist, nur um mehr Geld zu verdienen oder in die Schlagzeilen zu kommen. Hut ab!
In diesem Sinne: Ciao, Paolo, und danke für alles!

2008/09/22

Kritische Masse

Heute fand bei uns wieder eine Critical Mass-Veranstaltung statt. Ich habe ja, wie ich an dieser Stelle unlängst berichtet habe, vor Kurzem wieder angefangen, Rad zu fahren, und da achtet man verstärkt auf solche Ereignisse. Heute war ich zwar nicht dabei, dazu herrscht mir bei diesen Events ein viel zu großes Gedränge, aber ich finde diese Aktionsform sehr lobenswert.
Gerade in Budapest, wo es leider immer noch verhältnismäßig wenige Fahrradwege gibt und man deshalb häufig auf der Fahrbahn oder dem Gehsteig fahren muss. Vielleicht helfen Ereignisse wie dieses, das es ja erst seit einigen Jahren bei uns gibt, auch dabei, die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen auf die große Menge an Radfahrern, ihre Rechte und Bedürfnisse zu lenken.
Und natürlich auch die Aufmerksamkeit der Autofahrer. Oft sind ja auch Radfahrer rücksichtslos gegenüber Autofahrern und Passanten unterwegs, aber in der Mehrheit der Fälle achten eher die Autofahrer nicht genügend auf die Radler, genauso, wie sie oft auch die Fußgänger außer Acht lassen. Ein guter Anlass also, um aufeinander aufmerksam zu werden und sich gegenseitig im Straßenverkehr zu respektieren. Hoffentlich nicht nur an diesem Tag oder ein-zwei Tage lang, sondern auf Dauer.

2008/09/17

Auge zu und durch

Lange Zeit hatte ich Glück mit Sportverletzungen, aber heute hat es mich leider erwischt. Nein, zum Glück nichts Schlimmes (ich hoffe, das bleibt auch so), aber ärgerlich und noch ein wenig schmerzhaft.
Einmal die Woche spiele ich mit Freunden Fußball und das schon seit etwa elf Jahren. Immer wieder gibt es da kleinere-größere Verletzungen: verstauchte Knöchel, Sehnenanrisse, gebrochene Arme und Finger hatten wir alles schon. Ich bin zum Glück bisher immer ziemlich gut weggekommen; die einzige wirklich größere Verletzung war eine angebrochene Nase vor zig Jahren, die aber keine allzu großen Schmerzen bereitet hat und gut verheilt ist.
Heute aber habe ich bei einem Einsatz vor dem Tor den Ball direkt auf das linke Auge bekommen. Mit voller Wucht, als der Torwart ihn nach vorne schießen wollte. Jetzt sieht das Augenlid ziemlich blutunterlaufen aus und schmerzt auch noch ein wenig, aber während des Spiels (das ging ja weiter, da blieb nicht viel Zeit zum Erholen) war der stechende Schmerz bedeutend stärker.
Ich hoffe, dass es nicht schlimmer wird. Sieht zumindest nicht danach aus, weil ich gut sehe. Kein verschwommenes Bild oder ähnliches. So, aber nun ab ins Bett, damit sich das lädierte Auge ein wenig entspannen kann.

2008/08/07

Dabei sein ist alles

Morgen ist es so weit: Olympia 2008 beginnt, und ich glaube, dass sich in den nächsten mehr als zwei Wochen ein Großteil der Nachrichten und Berichterstattungen im Fernsehen, im Rundfunk, in den Tageszeitungen und natürlich im Web mit diesem Weltereignis in China beschäftigen wird. Schließlich ging es ja auch schon im Vorfeld in den Medien sehr häufig um die anstehenden Spiele: die Organisation, die Bauarbeiten, die Zensur in China und und und.
Ich verfolge die Olympischen Spiele im Grunde immer nur so nebenbei. Es gibt einfach zu viele Sportarten und Wettbewerbe, die mich größtenteils gar nicht interessieren. Folglich informiere ich mich nur oberflächlich über die Ergebnisse und die Aufreger. Nichtsdestotrotz lässt es mein Herz immer höher schlagen, wenn ich mal einen Wettkampf sehe, an dem einer unserer Sportler oder unsere Nationalmannschaft beteiligt ist. Da fiebert man auch ungewollt mit, drückt die Daumen. Man kann das Nationalgefühl, Patriotismus, Vaterlandsliebe oder Nationalstolz nennen, aber am Ende erscheint dieses Gefühl immer im selben Gewand: Man hofft, dass am Ende ein möglichst gutes Ergebnis für den "eigenen" Sportler, die "eigene" Mannschaft dabei herauskommt.
Und so wird es auch diesmal sein, glaube ich. Ein-zwei Wettkämpfe werde ich mir ansehen, bei einigen Ereignissen, Spielen werde ich mitfiebern und hoffe, dass der Medaillenspiegel am Ende ein möglichst ansehnliches Ergebnis zeigt. Auch, wenn ich mir darüber im Klaren bin, dass nicht nur Medaillen zählen. Denn bei den Olympischen Spielen gilt stets mehr denn je: Dabei sein ist alles!

2008/07/21

I want to ride my bicycle, I want to ride my bike...

Gestern bin ich nach x Jahren wieder das erste Mal so richtig Rad gefahren. Nach wie vielen Jahren genau, weiß ich gar nicht, aber in der letzten Zeit habe ich diese Freizeitbeschäftigung (oder soll ich lieber schreiben: diesen Sport?) ungerechter Weise vernachlässigt. Früher bin ich nämlich ziemlich viel gefahren, keine großen Touren, nichts Weltbewegendes, aber doch.
Und nun also der Neubeginn, zum Glück nicht mehr allein, sondern zu zweit. Nachdem ich mein Rad die Woche über habe durchsehen lassen, ging es gestern in die nähere Umgebung. Sonnenschein, Grünflächen, Fahrtwind, schon nach wenigen Metern auftauchende andere Radler -- und das angenehme Kribbeln (in den Beinen) ist sofort zurück. Erinnerungen kommen hoch: Da bin ich schon... Da habe ich mal... Stell dir vor, dass damals...
Eines hat sich in der Zwischenzeit jedoch geändert: ich achte noch mehr auf jedes in der Nähe auftauchende Fahrzeug und nähere mich den Kreuzungen noch vorsichtiger, als damals. Zu viele zu schreckliche Unfälle hat es in der jüngsten Vergangenheit gegeben, die einen zu besonnenem Handeln veranlassen.
Fast zweieinhalb Stunden treten wir in die Pedalen, immer wieder mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht, und am Ausgangspunkt angekommen spüre ich, als ich vom Drahtesel steige, eine bekannte angenehme Erschöpfung in den Beinen. Der erste Ausflug liegt also hinter uns, und ich hoffe, dass noch viele folgen werden.

2008/07/15

Unerklärlich

Schon wieder hat es im Sport einen tragischen Todesfall gegeben. Der ungarische Kanute György Kolonics, zweimaliger Olympiasieger, der sich gerade auf seine fünfte Teilnahme an den Olympischen Spielen vorbereitete, ist heute im Trainingslager an Herzversagen gestorben. Und zwar mit nur 36 Jahren.
In den vergangenen Jahren hat es -- vor allem in der Welt des Fußballs -- immer wieder Meldungen über verstorbene Sportler gegeben, die allesamt unter 40, ja teilweise sogar unter 30 waren. Ich frage mich jedes Mal, so auch nach diesem schockierenden Ereignis, wieso es in letzter Zeit vermehrt zu diesen unfassbaren Fällen kommt. Hat es mit den teils unmenschlichen Leistungen zu tun, die diese (Spitzen-) Sportler Woche für Woche erbringen? Die ihnen abverlangt werden, die sie erbringen müssen, um in der Liga der ganz Großen mitspielen zu können? Oder ist es vielleicht eine Folge von diversen Aufputschmitteln, irgendwelchen "legalen Drogen", die zwar ihre Leistungen kontinuierlich verbessern, aber ihren Körper letztendlich ruinieren?
Ich kenne die Antwort nicht, aber ich weiß, dass der Spitzensport sicherlich nicht so viel wert ist, dafür sein Leben zu opfern. Nicht einmal ein Sieg bei einer Welt- oder Europameisterschaft, oder bei den Olympischen Spielen. Auch, wenn sie, wenn uns der Ehrgeiz packt, wenn sich am Ende alle nur an den Namen des Siegers erinnern, sollten sie sich und wir uns jedes Mal vor Augen führen, dass auch ein zweiter oder dritter Platz bei einem großen Turnier, auch ein gutes Qualifikationsergebnis eine ungeheuerliche Leistung ist, die den meisten von uns verwehrt bleibt.

2008/06/30

Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen

Nun denn, es hat nicht sollen sein: Weder Italien, das bei dieser EM für mich erschreckend schwach war, nicht zuletzt wegen dem Ausfall von Kapitän Fabio Cannavaro kurz vor Beginn des Turniers, noch Deutschland, das es zumindest ins gestrige Finale geschafft hat, konnten am Ende triumphieren, obwohl ich beiden die Daumen gedrückt habe. Mit Spanien ist aber eine Mannschaft Europameister geworden, die es durchaus verdient hat und die mir auch sympathisch ist. Also: für mich zumindest kein Grund, allzu traurig zu sein.
Das gestrige Spiel freilich war kein gutes Fußballspiel, eher ein typisches Finale. Die deutsche Mannschaft hat für mich sehr wenig nach vorne getan, die Offensivleute Klose, Podolski, Ballack und die Einwechselspieler waren sehr schwach, und ein Fehler in der Defensive hat schließlich zum Sieg Spaniens gereicht.
Trotzdem muss man feststellen, dass es die Deutschen immer wieder in die Nähe des Titels schaffen, und manchmal reicht es sogar zum endgültigen Erfolg, egal, wie sehr sie die Mannschaft umkrempeln, in welcher Zusammensetzung und mit welchem Trainer sie antreten. Das ist auf jeden Fall beachtlich.
Spanien konnte bei den bisherigen Turnieren -- egal, ob EM oder WM --, die ich in der Vergangenheit verfolgt habe, nie so richtig überzeugen. Kein Wunder, dass sie nun erst nach 44 langen Jahren Europameister geworden sind. Diese lange Zeitspanne ist natürlich umso beachtenswerter, als dass spanische Mannschaften auf Vereinsebene auch in dieser Zeit regelmäßig Erfolge feiern konnten.
Nun ist es dieser kompakten, recht jungen Mannschaft gelungen, was so großen Stars, wie Zubizaretta, Hierro, Butragueno oder Michel in den vergangenen Jahrzehnten verwehrt geblieben war, und dieser Triumph sei ihnen und ihrem siebzigjährigen Trainer Luis Aragonés auf alle Fälle gegönnt.

2008/06/11

Weltmeister

Die Fußball-EM hat zwar gerade erst begonnen, aber es hat bereits die ersten Überraschungen gegeben. Sowohl der amtierende Weltmeister Italien als auch der amtierende Europameister Griechenland mussten im ersten Spiel eine herbe Niederlage einstecken. Dies hat mich an einen unterhaltsamen und zugleich interessanten Eintrag erinnert, den ich unlängst bei Wikipedia gesehen habe:

http://de.wikipedia.org/wiki/Nasazzi-Stab

Dem hier beschriebenen Prinzip zufolge heißt der aktuelle, jedoch leider inoffizielle Fußball-Weltmeister Ungarn! Ja, Ungarn, das sich ja bekanntlich seit etlichen Jahren weder für die EM, noch für die WM qualifizieren, aber in Freundschaftsspielen -- auch in der jüngsten Vergangenheit -- immer wieder beachtenswerte Ergebnisse erzielen konnte. Man denke nur an den 3:1 Sieg gegen Weltmeister Italien im Vorjahr, oder das 1:1 Unentschieden gegen Europameister Griechenland vor wenigen Wochen.
Das jedoch bedeutet im Fußball wenig, genauso, wie die Tatsache, dass der Nasazzi-Stab zur Zeit im Besitz der Nationalmannschaft Ungarns ist. Im Grunde zählen nur die Spiele, bei denen es auch um etwas geht, und da sieht es aktuell leider weiterhin ziemlich düster für Ungarn aus. Oder, um es mit einem Klassiker von AC/DC auszudrücken: It's a Long Way to the Top...