Es dürfte wohl nicht allzu oft vorkommen, dass zwischen zwei Fußball-Weltmeisterschaften nicht die üblichen vier, sondern nur dreieinhalb Jahre vergehen, wie das in diesem Jahr der Fall war. Und innerhalb von nicht einmal vier Jahren hat es Argentinien bei der am Sonntag zu Ende gegangenen WM erneut ins Finale geschafft – unter der Leitung des inzwischen 39-jährigen Lionel Messi, was bei der letzten WM in Katar wohl nicht wirklich zu erwarten war. Das Ergebnis ist inzwischen jedoch allgemein bekannt, und der kleine Zauberer, der im Finale genauso blass blieb, wie die gesamte argentinische Mannschaft, musste sich bei seinem wohl letzten Auftritt im Trikot der Nationalmannschaft mit der Silbermedaille begnügen.
Auch wenn ich den Argentiniern vor dem Spiel den Triumph ebenso gegönnt hätte, wie den letztendlich siegreichen Spaniern: Aufgrund des Finales war der Sieg der Mannen von Trainer Luis de la Fuente mehr als verdient. Die völlige Passivität und defensive Einstellung des Gegners ohne nennenswerte Torschüsse war für mich als neutraler Zuschauer im Grunde eine klare Enttäuschung. Auch wenn das Spiel natürlich ein typisches Finale war, wo die Langeweile nur dem Umstand der Verlängerung und dem spät fallenden entscheidenden Tor wich. Aber schließlich waren wir beim Finale im Dezember 2022 sehr verwöhnt worden, und es war klar, dass ein solches Szenario nur schwer zu wiederholen sein wird.
Rodri & Co haben es nun also wieder auf den Fußball-Olymp geschafft und sind nach 2010 wieder Weltmeister geworden. Es wird spannend sein zu sehen, ob damit wieder eine ähnliche glorreiche spanische Ära eingeläutet wurde, wie damals unter Vicente del Bosque mit den beiden EM-Siegen 2008 und 2012 und der WM-Trophäe dazwischen. Auch wenn ich in den letzten Jahren nur selten dazu komme, Fußballübertragungen zu verfolgen, freue ich mich irgendwie auf die WM 2030 in Marokko, Portugal und – wie treffend – Spanien. Nicht zuletzt deswegen, weil wir alle in Europa wieder die Möglichkeit haben werden, mehr Spiele zu sehen. Ich verstehe, dass bei einer Weltmeisterschaft aufgrund der Übertragungszeiten notgedrungen viele Zuschauer weltweit auf der Strecke bleiben. Aber es war schon etwas enttäuschend, dass das Finale am Sonntag diesmal – einerseits aufgrund der Zeitverschiebung, andererseits natürlich aufgrund der vielen kleinen und wenig interessanten Mannschaften – das einzige Spiel war, das ich von Anfang bis Ende gesehen habe.
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