2026/03/29

Von Wahlen, Walen und Moneten

Dass die Medien uns ständig manipulieren, ist ja nichts Neues. Und da muss man nicht einmal an Politik und an eine Wahl denken. Um es mit einem Kalauer auszudrücken: Es genügt, wenn man an einen Wal denkt und sich den jüngsten Fall des am Timmendorfer Strand gestrandeten Buckelwals anschaut, dem die Anwohner den liebevollen Namen Timmy gegeben haben.

Selbstverständlich hoffe auch ich, dass sich das mittlerweile geschwächte Tier nach den bisherigen Fehlversuchen und einer verstrichenen Woche freischwimmen kann, oder auf irgendeine Weise von den Helfern gerettet werden kann. Klar fiebere ich mit. Aber wenn wir ein bisschen Abstand zu den Ereignissen gewinnen, müssen wir nüchtern feststellen: Wir werden von den berichtenden Medien ganz klar manipuliert.

Denn seien wir ehrlich: Der Fall ist nicht viel interessanter und hat nicht bedeutend mehr Nachrichtenwert, als wenn in China ein Sack Reis umfällt. Wen würde das Schicksal des Wals interessieren, wenn von den führenden Presseorganen im In- und Ausland nicht darüber quasi im Stunden-, ja teilweise sogar im Minutentakt berichtet werden würde? Außer einigen Tierschützern und den Verantwortlichen vor Ort wohl niemanden. Schließlich trifft auch in diesem Fall zu: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. So aber baut der Durchschnittsleser auch aus der Ferne, ja sogar aus dem Ausland eine emotionale Bindung zum Tier auf und fiebert auch unbewusst mit ihm mit.

Das haben die betroffenen Medien geschickt eingefädelt, so wie es vermutlich auch im Lehrbuch steht. Denn für sie geht es primär um Klicks, Likes und sie damit verbundenen Einnahmen. Insofern können wir wohl sagen, dass ihr Vorgehen den gewünschten Effekt und auch finanziellen Erfolg mit sich bringt.

2026/03/21

Errare ergo sum

Kennt ihr auch die Sorte von Mensch, die nur darauf wartet, dass man mal einen Fehler macht? Und dann, wenn diese Menschen gerade anwesend oder in einen bestimmten Prozess involviert sind, sind sie selbstverständlich sofort zur Stelle, weisen auf den Fehler oder Irrtum hin. Womöglich tun sie sogar so, als ob sie das nur gut meinen würden und fügen dann Dinge hinzu, wie: „Nur so nebenbei bemerkt…“, oder: „Ich wollte nur darauf hinweisen, dass...“.

Trotzdem spürt man als Gesprächspartner, sei es unter vier Augen oder vor versammelter Mannschaft, dass sie nur sich selbst inszenieren, gut bzw. besser dastehen oder vor dem anderen mit ihrem (vermeintlichen) Wissen, ihren Fähigkeiten prahlen wollen. Und insgeheim nur darauf gewartet haben, dass ein Fachmann, jemand, der etwas besser kann, oder zumindest anerkannter, erfolgreicher ist, als sie selbst, irgendwann mal einen Fehler macht und sie diesen bemerken. Weil sie, indem sie dann gleich darauf hinweisen, ihr eigenes Ego aufpolieren wollen, oder glauben, dadurch ihre schlechteren Fähigkeiten, ja in gewissen Fällen sogar ihre Minderbemitteltheit wettmachen zu können.

Das Wort, das mir in solchen Situationen zuerst einfällt, ist „erbärmlich“. Das zweite vielleicht „lächerlich“. Das beste, was man aus solchen Situationen machen kann, ist wohl, dass man den dazugegebenen „Senf“ des Gesprächspartners zur Kenntnis nimmt, freundlich lächelt, vielleicht ein-zwei nett gemeinte Worte erwidert und sich dann still und leise seinen eigenen Teil dazu denkt. Etwas anderes haben solche Menschen wahrscheinlich nicht verdient. Nun gut, ein wenig Mitleid vielleicht schon.