2026/08/07

Des Historikers Freud ist des Landwirts Leid

Der diesjährige Sommer hat bislang schon mehrere Rekorde geknackt. Lokale und womöglich auch globale Temperaturrekorde und historische Tiefststände an diversen großen und kleinen Flüssen bzw. sonstigen Gewässern. Und dabei liegt der Großteil des Monats August noch vor uns – will heißen: Der diesjährige Sommer ist noch längst nicht vorbei.

Die Medaille hat jedoch auch in diesem Fall – wie so oft – zwei Seiten. Was unter anderem für die Landwirtschaft in vielen Regionen eine einzige Katastrophe ist und aufgrund der aufeinander folgenden Hundstage insbesondere auch viele von uns, vor allem unsere älteren Mitbürger, vor große gesundheitliche Herausforderungen stellt, hat im Kreis der Historiker, Museologen und Archäologen zu vielleicht nie erhofften Fundstücken und Schätzen geführt.

So sind alleine aus der Donau neben Minen, Waffen, Geschossen und Alltagsgeräten zum Beispiel die folgenden Funde zum Vorschein gekommen: In der Slowakei das Wrack eines deutschen Schiffs, das im Jahr 1944 nach einer Minenexplosion gesunken war, und in Budapest ein fast vollständig erhaltenes deutsches Militärmotorrad – vermutlich ein Relikt der Kämpfe zwischen der Roten Armee und der Wehrmacht im Jahr 1945 – samt der Überreste zweier deutscher Soldaten. Es erübrigt sich wohl, auszuführen, dass solche, über achtzig Jahre alte historische Schätze eine unglaubliche Fundgrube für die Fachleute bedeuten.

Somit können wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Zukunft blicken. Wenn sich die oft zitierten Szenarien der Klimaexperten bewahrheiten, sollten wir uns spätestens jetzt bewusst sein, dass der diesjährige Sommer wohl noch der kühlste der vor uns liegenden Sommer sein wird. Andererseits lässt diese Version darauf hoffen, dass auf diese Weise aus den Gewässern in unseren Gefilden weitere ähnliche oder noch größere Schätze zum Vorschein kommen werden. Fragt sich nur, ob der Preis, den wir alle dafür zahlen müssen, nicht doch unverhältnismäßig hoch sein wird.