Das Gefühl und das Mitfreuen, wenn der älteste Spross das erste Mal auf dem Beifahrersitz im Auto neben einem sitzen darf: unbezahlbar. Für alles andere gibt es…
"wir werden niemals einer meinung sein, und wenn sich's nur ums wetter dreht..."
2023/05/26
2023/03/12
Nach Art des Hauses
Kuchen und Torten für Familienfeste backen recht viele zu Hause selber. Spätestens seit der Pandemie auch Brot, auch wenn diese Zahl mit dem Ende der Einschränkungen sicherlich wieder zurückgegangen ist.
Nach unserem Brotprojekt, über das ich hier im Blog bereits mehrmals berichtet habe (2009, 2011, 2018, 2020), das bei uns schon vor der Pandemie begonnen hat und immer noch andauert, hat die Dame des Hauses vor einigen Wochen angefangen, hausgemachte Müsliriegel zu backen, die sehr lecker schmecken. Und vorgestern dann fand auch ein dritter Versuch in dieser Reihe statt: handgemachte Teigware für Krautnudeln, ohne Nudelmaschine. Der erste Versuch ist schon einmal sehr gut gelungen, wie wir vorgestern und gestern alle festgestellt haben. Nur noch ein bisschen Feintuning ist notwendig, und selbstverständlich das Ausprobieren unzähliger Variationen, die es in diesem Bereich zu entdecken gilt.
Sowohl Brot als auch Müsliriegel und Nudeln schmecken hausgemacht viel besser, machen besser satt, sind gesünder, weil man weiß, was drinsteckt und weil sie keine Konservierungsstoffe enthalten, und sind mit Sicherheit auch preisgünstiger, was in Zeiten nicht unerheblicher Inflation auch kein zu vernachlässigender Aspekt ist. In diesem Fall zahlt man natürlich mit seiner Zeit für Geschmack, Qualität, Gesundheit und Preisgünstigkeit, aber das ist bzw. wird es für uns mit großer Wahrscheinlichkeit wert sein. Nicht zuletzt im Zeichen von Minimalismus und Slow Living, die für mich mit voranschreitendem Alter immer wichtiger werden.
2023/02/24
Stell dir vor, es gibt Krieg, und keiner geht hin
Über den traurigen Anlass des heutigen Jahrestages habe ich bereits im letzten Beitrag des vergangenen Jahres einen etwas längeren Absatz geschrieben. Viel ist dem im Grunde nicht hinzuzufügen. Vielleicht nur drei Kleinigkeiten:
Einerseits, dass man anhand des Ukraine-Krieges, des heutigen ersten Jahrestages und der Bilder der Zerstörung, die uns in den vergangenen zwölf Monaten erreicht haben, zumindest ein ganz klein wenig erahnen kann, welch schreckliche Umstände in den beiden Weltkriegen geherrscht haben müssen. Wenn man bedenkt, dass wir die Ukrainer gerade mal ein Jahr des Schreckens und Leids hinter sich haben, kann man nur wage vermuten, was die Menschen damals vier bzw. sechs Jahre lang haben durchmachen müssen.
Andererseits, welche Unmengen von Geld hier vor unseren Augen verpulvert werden. Summen, die anderswo auf der Welt bitter nötig wären, um zum Beispiel Hunger, Obdachlosigkeit, Bildungsmangel, unheilbare Krankheiten und – immer mehr Forschern zufolge – bevorstehende Epidemien und Pandemien zu bekämpfen.
Schließlich möchte ich noch das folgende kleine Gedicht aus dem Jahr 1966 an dieser Stelle zitieren, das leider zeitlos ist. Genauso, wie auch die Dummheit der Menschheit leider zeit- und grenzenlos zu sein scheint.
Ernst Jandl: vater komm erzähl vom krieg
vater komm erzähl vom krieg
vater komm erzähl wiest eingrückt bist
vater komm erzähl wiest gschossen hast
vater komm erzähl wiest verwundt worden bist
vater komm erzähl wiest gfallen bist
vater komm erzähl vom krieg
2022/12/31
Ade 2022
Das alte Jahr neigt sich langsam dem Ende zu, und in den kommenden Tagen und Wochen müssen wir uns wieder an eine neue Jahreszahl gewöhnen, was erfahrungsgemäß nicht gerade einfach wird.
2022 war natürlich geprägt vom Krieg in unserer Nachbarschaft. Es ist immer noch schwer zu verstehen, dass die Menschheit – oder zumindest bestimmte führende Politiker unserer Zeit – nichts aus der Vergangenheit gelernt haben und immer wieder zu alten Mustern zurückkehren. Schier unglaublich erscheint für mich aber auch die Blauäugigkeit, mit der andere Protagonisten auf der Bühne der Weltpolitik in den Tagen vor dem 24. Februar – trotz aller Bedenken, Geheimdienstinformationen und konkreten Anzeichen – seelenruhig zugesehen haben, wie die Russen vor ihrer „Spezialoperation“ nur eine „Truppenübung“ entlang der Grenze durchführten. Wollen wir hoffen, dass alle diese Taugenichtse im nächsten Jahr etwas härter für ihr Gehalt arbeiten, irgendeine Lösung in dieser derzeitigen vermeintlichen Pattsituation finden können und dieser Spuk für die Ukrainer, aber auch für uns möglichst bald vorbei ist.
Abgesehen davon war das heute zu Ende gehende Jahr für mich persönlich ein ziemlich gutes, muss ich sagen. Gesundheitlich ging es nach den Vorjahren weiter aufwärts, und trotz der vor der Pandemie üblichen Infektionen, die die Kinder vor den Feiertagen noch aus der Schule nach Hause geschleppt haben, können wir alle froh sein, wenn nun aus der Pandemie endlich eine Endemie wird. Möge es so verlaufen, trotz der aktuell schwierigen Infektionslage in China.
Beruflich habe ich in diesem Jahr, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte versucht, kürzer zu treten und mir weniger Gedanken um Dinge zu machen. Einerseits ist das wohl etwas, was auch mit dem Älterwerden zusammenhängt: es wird schon irgendwie gehen, kein Grund sich andauernd den Kopf zu zerbrechen. Andererseits ist das auch eine bewusste Reaktion meinerseits auf unsere heutige Welt und auf meine persönlichen Lebensumstände. Ich versuche, den Stress – so gut es geht – von mir fernzuhalten und mich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren. Und einfach einen Tag nach dem nächsten zu leben – diese Strategie hat mir in diesem Jahr auch viel geholfen.
Schließlich habe ich 2022 auch in diesem Blog ein klein wenig mehr geschrieben und gepostet, als in den vergangenen beiden Jahren, und das will schon etwas heißen. Nun ja, zumindest ich bin mit mir in dieser Hinsicht ziemlich zufrieden, auch wenn es sicherlich noch mehr sein könnte. Ich bedanke mich somit bei allen Lesern dieses Blogs für das Mitlesen in diesem Jahr, wünsche euch einen guten Rutsch und alles Gute für 2023 und hoffe, dass wir uns im nächsten Jahr „wiederlesen“!
2022/12/20
In die weite Welt hinein
Ich gehöre nicht zu denen, die das vorgestern zu Ende gegangene Fußball-Turnier boykottiert haben. Natürlich ist wohl etwas dran, dass es bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft an Katar nicht mit rechten Dingen zugegangen ist, und auch, dass Dutzende Arbeiter während der Bauarbeiten dort ums Leben gekommen sind. Aber warum sollte ich mir deshalb meinen Spaß vermiesen lassen? Hätte ich kein Spiel geschaut und mich dem Boykott angeschlossen, wäre das meiner Ansicht nach gleichbedeutend gewesen mit einem Sack Reis, der in China umgefallen ist.
Besonders froh war ich darüber, dass wir mit den Jungs zu Hause das Finale am Sonntag gesehen haben. Auch, wenn dieses nicht von zwei Mannschaften ausgetragen wurde, die ich mir vor der WM vielleicht gewünscht hätte. Aber was das für ein Spiel war zwischen Argentinien und Frankreich! Mit großen Worten muss man -- vor allem im Hinblick auf zukünftige Ereignisse -- vorsichtig sein, aber im Grunde fehlt es mir an Superlativen. Besseres hätten wohl auch ein erfahrener Hollywood-Drehbuchautor und -Regisseur nicht zustande gebracht.
Einer unserer Jungs drückte Frankreich, einer Argentinien die Daumen, und ich diesmal ebenfalls den Südamerikanern. Einerseits, weil Frankreich gerade erst vor vier Jahren in den Genuss des Sieges gekommen ist, andererseits weil ich dem überragenden und sympathischen Lionel Messi den Titel mehr als gegönnt hätte und habe.
Was wir gesehen haben, war einfach phänomenal. Nicht nur wegen der Verlängerung und dem Elfmeterschießen, denn das kommt hin und wieder schon mal in Endspielen vor. Aber ich erinnere mich nur zu gut an etliche Finalspiele, die langweiliger nicht hätten sein können. Und in denen höchstens ein oder vielleicht gar kein Tor gefallen ist. Diesmal aber waren es beim 3:3 insgesamt sechs an der Zahl, davon zwei in der Verlängerung. Ein Spiel mit Hochs und Tiefs wie aus dem Bilderbuch. Zudem war es ein Traum, zwei Spielern wie Messi und Mbappé -- und wir sollten vielleicht auch noch Di María erwähnen -- zuzuschauen. Während im Fall der beiden Argentinier eine fantastische Karriere mit diesem überragenden Triumph langsam ausklingen wird, werden wir vom jungen Franzosen, der im Übrigen gerade am heutigen Tag erst 24 Jahre alt geworden ist, noch sehr viel sehen und hören -- zu unser aller Freude.
Das Spiel am Sonntag war also tatsächlich ein Traum für jeden Fußballfan. Vielleicht bin ich -- und sind viele mit mir -- auch deshalb so verzaubert von diesem diesjährigen Finale, weil es uns an unsere Kindheit und die Märchen unserer Kindheit erinnert. Der im wahrsten Sinne des Wortes kleine Leo, der hinauszog in die weite Welt, und dort nicht nur sein Glück gemacht, sondern am Ende des Märchens alles erreicht hat, was er erreichen konnte. Happy Ends sind so selten geworden in unserer heutigen Zeit, vor allem vor dem Hintergrund der vergangenen, von der Pandemie und vom Krieg geprägten Monate und Jahre. Ich glaube, dieses Fußballmärchen vom Sonntag hat deshalb so einen angenehm süßen Geschmack für viele von uns.
2022/09/18
Wenn einen das Leben einholt
Wie ich am Wochenende erfahren habe, ist diese Woche ein Nachbar von uns unerwartet gestorben. Lungenembolie mit gerade mal 48 Jahren. Von seiner Krankheitsgeschichte weiß ich nichts, aber die Nachricht war schon recht hart, auch wenn wir uns nicht näher kannten. Zurückbleibt die Familie, Frau und studierender Sohn, die von einem Tag auf den anderen mit einer vollkommen neuen Situation konfrontiert werden.
Wenn ich zudem das Beispiel eines Freundes erwähne, der im Frühjahr nach einer Krebsdiagnose Mitte Vierzig eine Strahlen- und Chemotherapie – Gott sei Dank erfolgreich – über sich hat ergehen lassen, dann wird einem in solchen Momenten immer wieder bewusst, dass alles jederzeit von heute auf morgen vorbei sein kann, auch dann, wenn man erst in den Vierzigern ist. Selbstverständlich kann und darf man deswegen nicht in ständiger Angst leben, aber Nachrichten wie diese geben einem schon zu denken, und man besinnt sich stärker auf das wirklich Wichtige im Leben. Und lässt Probleme Probleme sein, die sich irgendwann, irgendwie lösen lassen werden.
2022/08/30
Summer has gone again
So schnell kann eine Jahreszeit vorüber sein... Seit meinem letzten Beitrag hier sind auch schon wieder fast drei ganze Monate 'rum, und der Sommer ist vorbei, übermorgen schreiben wir bereits September. Ein idealer Zeitpunkt, um diese Jahreszeit Revue passieren zu lassen. Einige Momente hätten natürlich auch einen eigenen Beitrag verdient, aber die Zeit war leider wieder einmal knapp bemessen.
Neben der vielen Arbeit in den ersten zwei Sommermonaten war der August zum Glück etwas lockerer. In den ersten beiden Wochen war ich im Urlaub, und in der zweiten Monatshälfte war die Arbeitsmenge überschaubar. Ein guter Grund, um den Versuch zu starten, nicht mehr als täglich acht bis achteinhalb Stunden zu arbeiten, was mir bisher leider noch nie wirklich gelungen ist. Ab September wird es -- wie gewohnt -- natürlich wieder hektischer, sodass sich der Versuch etwas schwieriger gestalten wird, aber probieren kann ich es ja, schließlich habe ich nichts zu verlieren.
Der Urlaub mit der Familie in heimischen Gefilden war schön und erholsam. Wir hatten nicht das Bedürfnis, weiter wegzufahren, das wichtigste war, dass wir zusammen waren und fast jeden Tag irgendetwas gemeinsam unternehmen konnten, je nach Lust und Laune: Ausflüge, Wandern, Museen, Freibad und ein bisschen Sightseeing.
Daneben war viel Lesen angesagt, sowohl Fachbücher als auch Romane. Von den Ersteren hat mich in erster Linie Sorge dich nicht, lebe! Die Kunst, zu einem von Ängsten und Aufregungen befreiten Leben zu finden von Dale Carnegie sehr inspiriert und mich auch zu meinem oben genannten laufenden Versuch bewogen. Von den Romanen muss ich Die Pest von Albert Camus hervorheben. Ein grundlegendes Werk, das ich bisher nie gelesen hatte und besser während der Pandemie gelesen hätte, aber da hatte ich leider ganz andere, vor allem gesundheitliche Sorgen und Probleme. Vielleicht ist es sogar gut, ein bisschen Abstand von dieser ganzen Sache gewonnen zu haben und das Buch erst jetzt gelesen zu haben.
Dazu kamen -- ebenfalls pandemiebedingt -- endlich drei Live-Konzerte nach über zweieinhalb Jahren Durststrecke, denn das letzte Live-Event für mich war Bryan Adams, im September 2019. Mit nunmehr drei Impfungen und der milderen Omikron-Variante hatte ich ehrlich gesagt keine großen Bedenken mehr, auch wenn wir in den öffentlichen Verkehrsmitteln noch stets mit Maske unterwegs waren. Aber zurück zu den Konzerterlebnissen. Mit Iron Maiden und Therapy? waren zwei Urgesteine dabei, die wie guter Wein sind: je älter, desto besser. Es waren unvergessliche Konzerte, Therapy? in einem kleinen Club mit einigen Hundert Fans, und Iron Maiden mit einem Best-of-Programm der Spitzenklasse. Zudem mit der finnischen Country-Band Steve 'n' Seagulls eine angenehme Überraschung aus der Schublade Party-Musik.
Abgerundet wurde der Sommer durch einige Treffen mit Freunden, regelmäßiges Radfahren und hin und wieder lauwarme heiße Sommerabende mit einer Flasche Bier oder ein-zwei Gläsern Wein auf unserem Balkon. Schön war's, wenn ich jetzt so zurückblicke, und dafür bin ich dankbar.
