Auch das Gefühl und das Mitfreuen, wenn der mittlere Spross zum ersten Mal offiziell auf dem Beifahrersitz im Auto neben einem Platz nehmen darf, ist unbezahlbar. Unabhängig davon, dass man als Vater eine Art Déjà-vu hat...
"wir werden niemals einer meinung sein, und wenn sich's nur ums wetter dreht..."
2025/02/23
2025/02/18
Backe, backe Fladen
In der Unterstufe des Gymnasiums - das ist gefühlt schon eine Ewigkeit her - hatte ich einen arabischen Klassenkameraden. Ein netter Junge, so weit ich mich noch erinnern kann. Herkunfts- und familienbedingt hat der besagte Sami hin und wieder - leider viel zu selten - sehr leckere Fladenbrotstücke in die Schule mitgebracht, die er dann warmherzig auch mit der interessierten Gemeinschaft teilte.
Szenenwechsel. Beim Surfen im Internet, stets offen für neue Rezeptideen zum Ausprobieren, bin ich vor einiger Zeit auf ein Tortilla-Rezept aus Weizenmehl aufmerksam geworden: 30 dag Mehl, 4 EL Öl, 1 TL Salz, etwa 1,2 dl lauwarmes Wasser und Oregano je nach Belieben. Kneten, in 8 Stücke teilen, papierdünn ausrollen. In trockener Pfanne beide Seiten ca. 1 Minute lang backen und fertig. Es wurde natürlich für später gespeichert und nun vor kurzem ausprobiert. Am vorigen Wochenende übrigens bereits zum zweiten Mal, weil es so einfach klingt und ist. Es werden keine Eier, keine Hefe bzw. kein Sauerteig und auch keine Milch gebraucht.
Als ich das fertige Produkt zum ersten Mal gekostet habe, durchfuhr es mich wie ein Blitz. All die schönen Erinnerungen kamen wieder hoch: an meine ehemalige Schule, an einen anderen Ort, an eine quasi andere Welt und Zeitrechnung, an Sami und an sein legendäres Fladenbrot, das er Lavash nannte. In all den Jahren, die seither vergangen sind, habe ich schon das eine oder andere Mal an ihn und sein so leckeres Fladenbrot gedacht - aber ganz selten. Wie gut es wäre, wieder ein Stück davon abzureißen und zu genießen. Und ein wenig auch daran, wie schön es damals und dort war, trotz all der kindlichen und kindischen Streitereien und Probleme mit anderen, die jedoch aus heutiger Sicht ziemlich mickrig und unbedeutend erscheinen.
Was ein Rezept für Tortilla war, hat genauso geschmeckt, wie ich Lavash in Erinnerung hatte. Interessant, dass die englische Wiki-Partnerseite auch Hefe unter den Zutaten für Lavash nennt, die deutsche jedoch nicht. Nun gut, es scheint - wie es oft der Fall ist - so zu sein, dass sich die Bezeichnungen ein wenig überschneiden und auch die Zubereitung nicht immer nur auf eine Weise möglich ist und sich regional unterscheidet. Im Grunde könnte man aufgrund meiner Recherche das fertige Produkt auch Yufka nennen. Naan jedoch, an das es mich auch erinnert hat, weniger, weil dieses scheinbar tatsächlich mit Hefe zubereitet wird.
Beim zweiten Mal habe ich aufgrund der gefundenen Beschreibung das Öl vollkommen weggelassen, sowohl aus dem Teig als auch aus dem Backverfahren. Dadurch ist das Ergebnis etwas trockener ausgefallen, war aber geschmacklich immer noch top. Beim nächsten Mal werde ich es wohl mit der Hälfte der im Rezept vorgeschriebenen Ölmenge als goldene Mitte versuchen.
Es ist schon schier unglaublich, wie einfach es ist, bestimmte Dinge zu Hause zuzubereiten, und wie lecker ganz einfache Rezepte mit nur wenigen Zutaten schmecken können. Auch dieses hier wird selbstverständlich ins Repertoire aufgenommen, als perfekte Alternative zum Beispiel zur hausgemachten Pizza.
2025/02/15
Doppelt gemoppelt
Den heutigen ruhigen frühen Morgen, während der Rest der Familie noch geschlafen hat, habe ich teils damit verbracht, nicht mehr benötigte E-Mails aus dem beruflichen Postfach zu löschen. Das hätte ich schon vor einiger Zeit, am besten in den Weihnachtsferien machen müssen, aber was soll’s. Einerseits, weil sich zwischenzeitlich ziemlich viel angehäuft hat, andererseits weil ich zu der Spezies gehöre, die ihre E-Mails weder privat noch beruflich gerne hortet. Ich weiß, da scheiden sich die Geister…
Was mich heute irgendwie am meisten geärgert hat, wohl wegen der diesmal bedeutend größeren Zahl an Mails, war die Tatsache, dass ich in meinem beruflichen Outl**k-Postfach die von mir versandten und nicht mehr benötigten Nachrichten zweimal löschen musste. Einmal aus der Mappe mit den verschickten Mails und dann aus der “Trash”-Mappe.
Ein vollständiger Verzicht auf die versandten Mails kommt aufgrund eventueller wichtiger Nachrichten natürlich nicht in Frage. Ich denke mir aber, dass es viel logischer und einfacher wäre, wenn ich selbst entscheiden könnte, wann ich eine von mir verschickte Nachricht in der “Gesendet”-Mappe aufbewahren möchte und wann nicht.
Ich habe danach ein bisschen im Internet gestöbert, aber noch keine Lösung für dieses Problem gefunden. Ich überlege, ob sich da vielleicht etwas mit dem Aufstellen von Regeln im Postfach machen lässt. Wenn einer meiner werten Mitleser eine Lösung dafür hat, bitte ich um einen diesbezüglichen Kommentar oder eine Nachricht.
Bis dahin bleibt mir nichts anderes übrig, als überflüssige Nachrichten meinerseits zweimal zu löschen. Und zwar am besten gleich nach dem Verschicken, damit sich zumindest diese nicht anhäufen und dann zuhauf gelöscht werden müssen.
2025/01/08
Ein Virus ist entwichen
In diesen Tagen, in denen wieder die Nachricht von einem – vorerst scheinbar wenig besorgniserregenden – Atemwegsinfekt in China die Runde macht, sollten wir uns ein wenig erfreuliches kleines Jubiläum vor Augen halten. Unglaublich, dass der Ausbruch der Pandemie in diesen Wochen bereits ein halbes Jahrzehnt her ist. Die Kinder, die um die Monate des Ausbruchs des Virus herum geboren wurden, kommen so langsam in die Schule. Und mir schwirrt in letzter Zeit immer wieder der Gedanke im Kopf herum, wie viel ich von meinen Vorhaben schon damals hätte realisieren können, als wir monatelang zu Hause hockten und – zumindest einige Zeit lang – reichlich weniger Arbeit ins Haus stand und noch dazu Homeoffice angesagt war. Aber die Unsicherheit, Angespanntheit, ja Angst damals – und dann meine Erkrankung – drückten dieser Zeit ihren Stempel auf und lähmten meine Gedanken und Handlungen.
Andererseits bedurfte es, wie ich im Nachhinein unschwer erkennen kann, ebendieser Erkrankung und Schwächephase, um zu realisieren, dass ich beruflich in jeder Hinsicht kürzer treten muss, mich nicht mehr jedem Projekt widmen kann, das an mich herangetragen wird oder an dem ich gerne arbeiten würde. Gemeinplatz hin, Gemeinplatz her: Gesundheit und Familie müssen ganz einfach vorgehen, sonst bleiben mit der Zeit notgedrungen beide auf der Strecke. In diesem Sinne habe ich, glaube ich, das Beste aus der Situation von damals herausgeholt: Ich habe daraus meine Lehren gezogen und mein Leben zwar nicht umgekrempelt, aber entsprechend angepasst.
Fünf Jahre sind nun schon seit den ersten Meldungen über das Coronavirus ins Land gezogen. Die Menschheit hat aus der damaligen Situation allem Anschein nach gar nichts gelernt – auch das müssen wir an dieser Stelle eindeutig konstatieren. Nur noch minimale Hygienemaßnahmen sind im Vergleich zu damals auch heute noch in der Gesellschaft anzutreffen, vieles scheint ganz einfach vergessen. Die Menschen reisen zudem wieder so viel in der Welt herum, als hätte es die Pandemie, Quarantänen und Ausgehverbote nie gegeben. Auch wenn die Zeit jetzt, zum Zeitpunkt der Meldungen über das sich ausbreitende Virus HMPV hoffentlich noch nicht reif ist: Die nächste weltweite Epidemie ist – auch aufgrund der Meinung der Experten – nur eine Frage der Zeit, was infolge der oben geschilderten Verhaltensmuster unserer Gesellschaft überhaupt nicht überraschend ist. Wollen wir einerseits hoffen, dass wir noch möglichst viel Zeit bis zum Ausbruch dieser haben, und dass sie, wenn sie kommt, weniger großflächig und tragisch ausfallen wird, als vor fünf Jahren.
2024/12/31
Ade 2024
In wenigen Stunden ist auch dieses Jahr wieder Geschichte, und wir müssen uns wieder einmal an eine neue Jahreszahl gewöhnen. Was in den ersten Wochen hin und wieder sicherlich Fehler nach sich ziehen wird.
Wie das Jahr 2024 war? Ich werde es als ein schönes Jahr in Erinnerung behalten. Privat sind einige angenehme Erinnerungen, abgeschlossene Projekte und verwirklichte Vorhaben dabei, die mich das sagen lassen. Beruflich habe ich auch weiterhin erfolgreich versucht, kürzer zu treten und zuzulassen, dass das Berufsleben seine Wendungen nimmt. Die körperliche und seelische Gesundheit geht immer noch vor, was ich früher am eigenen Leib habe erfahren müssen. Auch aus gesundheitlicher Sicht war aber das heute zu Ende gehende Jahr gut, mit recht wenigen Krankheiten und Wehwehchen in der Familie.
Was 2025 bringen wird? Wir werden es sehen. Auf und Abs kommen und gehen im Leben, alles ist fast ständig in Bewegung, deshalb sollten wir uns nichts vormachen. Es gilt, mit den sich gerade ergebenen Situationen und Ereignissen – so gut es geht – fertig zu werden und das Beste aus diesen herauszuholen. Wie sich dann die Dinge entwickeln werden, steht nicht mehr in unserer Macht und sollte einen nach Möglichkeit auch nicht weiter wurmen.
Ich danke hiermit allen werten Lesern meines Blogs für die Treue in diesem Jahr und wünsche ein möglichst gesundes, schönes und aus Sicht der eigenen Ziele erfolgreiches neues Jahr. Mögen so viele Projekte, Vorhaben, Ziele und eventuelle Vorsätze von uns wie nur möglich in Erfüllung gehen. Wir lesen uns 2025, wenn Sie es so wollen!
2024/12/27
Steck Bratwurst in dein Sauerkraut
In den Tagen vor und jetzt nach Weihnachten haben wir uns mit dem ältesten Spross, der seinen Bauch ziemlich gern hat und zudem gastronomisch begabt ist, an zwei kleinere Projekte gewagt. Nach dem Erfolg des eigenen Sauerteig-Anstellguts, den ich noch vor dem großen Sauerteig-Hype in der Pandemie aus Neugier angesetzt hatte, der jetzt im Dezember bereits fünf Jahre alt geworden ist und noch immer regelmäßig bei uns zum Einsatz kommt, und den fermentierten Salzgurken im Sommer, über die ich vergessen hatte zu berichten, haben wir uns diesmal an zwei weitere Gemüsesorten gewagt. Einerseits an selbst fermentiertes Sauerkraut, andererseits an in Essig eingelegte rote Beete.
Das Sauerkraut ist nach nur vier Tagen Fermentation perfekt geworden, und bei der ebenfalls sehr leckeren roten Beete braucht man im Grunde nur einen Tag, bis die Essiglösung ein klein wenig Wirkung entfaltet. Vorab hat man natürlich seine Bedenken, ob alles klappen wird, ob die Qualität der Zutaten entsprechend ist und der Prozess ohne Probleme ablaufen wird. Aber einerseits: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Andererseits muss ich im Nachhinein – wie auch schon beim Sauerteig und den Gurken – feststellen: Ich weiß selber nicht, warum wir uns nicht schon früher an diese Küchenvorhaben gewagt haben. Auf derart einfache Weise so leckere, gesunde und preiswerte Sachen zu zaubern, grenzt tatsächlich beinahe schon an Zauberkunst. Wenn es am Sohnemann und mir liegt, werden beide aktuellen Weihnachtsprojekte von nun an mit Sicherheit dauerhaft ins Repertoire aufgenommen.
2024/12/22
Die Tage werden wieder länger
Auch wenn wir das vorerst noch nicht wirklich bemerken werden und sich der Januar und Februar noch zäh wie Gummi hinziehen werden. Wenn ich diesen Advent Revue passieren lasse, so sind mir einige Dinge aufgefallen, die es sich vielleicht lohnt, kurz zu notieren.
Da wäre zum Beispiel die Sache mit den Weihnachtsgrüßen. Ich habe das Gefühl, dass diese immer früher per E-Mail eintreffen. Dabei würde es meiner Meinung nach vollkommen genügen, wenn man frühestens erst morgen die ominösen Mails verschicken würde.
Weihnachtsgrüße die zweite: Diese politische Korrektheit des 21. Jahrhunderts geht mir ehrlich gesagt ziemlich auf den Wecker. Da heißt es in den verschickten Grüßen von einer Kollegin: Denjenigen, die Weihnachten feiern, wünsche ich ein schönes Fest. Jedem, wie er mag, aber mir stellen sich da die Nackenhaare auf.
Die Lichterorgien der Nachbarschaft werden auch immer aufdringlicher. Noch mehr, noch bunter, noch blinkender, noch heller soll es sein, als im Vorjahr und als beim Nachbarn. Passt aber irgendwie ins Gesamtbild der heutigen Gesellschaft. Wie auch die Tatsache, dass die Weihnachtsbeleuchtung vor der Haustür oder vor dem Fenster bei vielen die ganze Nacht leuchtet. Ich verstehe, dass wir gerade die dunkelsten Tage des Jahres erleben, aber so ganz habe ich es nie verstanden, dass man die Lichter nicht für sich selbst und das eigene Wohlbefinden, sondern für die Nachbarschaft einschaltet. Aber womöglich liegt der Fehler bei mir.
Ansonsten habe ich für mich vielleicht meinen schönsten Advent hinter mich bringen können, trotz der Tatsache, dass ich ziemlich viel um die Ohren hatte. Am eigenen Leib zu erfahren, dass es wirklich zu einem Großteil von einem selbst abhängt, wie man sich auf ein Ereignis vorbereitet, was man aus bestimmten Situationen herausholt, wie man auf (unbequeme) Dinge und Momente reagiert, ist eine schöne Bestätigung. Meckern, dass keine Weihnachtsstimmung aufkommen will, gilt nicht, wenn man selbst nichts dafür tut, dass sie aufkommt. Natürlich nur, wenn man sich überhaupt in weihnachtliche Stimmung versetzen möchte.
Für mich persönlich waren die Momente der Stille und Besinnung, das Lesen von täglichen Gedanken, Einträgen und Artikeln zum Advent und zum Weihnachtsfest, und dass ich beinahe jeden Tag in aller Frühe, um sechs Uhr mit der Rorate-Messe beginnen konnte, alles Entscheidungen, die sich mehr als gelohnt haben – das sollte ich auch im nächsten Jahr so handhaben.
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern dieses Blogs gesegnete, fröhliche Weihnachten!




