2024/06/04

Sweet Sixteen

Nein, die kleine Dame des Hauses ist heute bei Weitem noch keine sechzehn geworden, sondern gerade mal die Hälfte davon. Aber dieses virtuelle Journal feiert dafür am heutigen Tag schon seinen sechzehnten Geburtstag. Es dürfte nicht allzu viele Blogger geben, die mit mir zusammen so lange durchgehalten haben und nicht viele Journale in der Blogosphäre, die im Zeitalter von Social Media nach so vielen Jahren immer noch ihren Senf dazugeben, womöglich sogar unter derselben Adresse. Das macht mich schon ein wenig stolz.

So gibt es also wieder einmal einen Anlass, allen treuen Mitlesern dieses Online-Tagebuches meinen Dank auszusprechen. Ich kann weiterhin nur hoffen, dass ich zumindest hin und wieder die Zeit und Lust finden werde, über die Dinge in der Welt oder in meinem Leben an dieser Stelle zu sinnieren, auch wenn die Aufgaben sicherlich nicht weniger werden. Aber schließlich wäre ein „volljähriger“ Blog eine noch größere Rarität, um von einem, der zwei Jahrzehnte auf dem Buckel hat, gar nicht erst zu sprechen. Aber bleiben wir bescheiden: vorerst heißt das anvisierte Ziel siebzehn.

2024/05/26

Leise rieselt das Unnütze

Wir sollten alle mehr lesen, glaube ich. Und damit meine ich nicht all das, womit uns das Internet in jeder einzelnen Minute überflutet, also nicht Nachrichten, Social-Media-Beiträge, Blogs, Foren, Kommentare usw. Sondern Belletristik und Sachbücher.

Während ich früher, als ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs war, noch recht regelmäßig Fahrgäste beobachten konnte, die Bücher in Papierform, später dann in Form von E-Books gelesen oder in Zeitschriften geblättert haben, sehe ich in den letzten Jahren nur mehr vereinzelt welche. Oder zumindest auf jeden Fall bedeutend weniger als früher. Die allermeisten sind in ihrem Handy versunken: lesen Nachrichten, spielen oder schauen Filme. Wenn nicht, dann starren sie nur vor sich hin.

Aber um nicht (nur) auf andere zu zeigen: Obwohl ich in den öffentlichen Verkehrsmitteln nach wie vor regelmäßig lese, habe ich mich in letzter Zeit dabei ertappt, dass es zu Hause Bücher nur schwer mit dem Bann des Internets aufnehmen können. Das ziellose Scrollen und Surfen im weltweiten Netz kostet nach getaner Arbeit nur wenig Energie und ist eine „ideale“ Berieselung. Ganz so, wie es früher das Fernsehen war – und bei manchen, die gerne Filme und Serien schauen, vielleicht immer noch ist. Man muss nur wenig nachdenken, nicht wirklich Informationen verarbeiten, oder falls doch, hat es keine Folgen, wenn man einige Infos nicht wirklich versteht, sich nicht merkt oder Zusammenhänge nicht versteht.

Und so habe ich mir in letzter Zeit vorgenommen, den Kampf gegen den inneren Schweinehund verstärkt aufzunehmen. Nicht nur während der Fahrt Bücher zu lesen, sondern möglichst oft auch in der Früh, vor der Arbeit, nach Möglichkeit hin und wieder auch am Ende des Tages und am Wochenende, wenn es die Zeit erlaubt. Denn ich habe an mir beobachten können, dass die freie Zeit – begrenzt, aber – durchaus zur Verfügung stünde, aber eben der einfachere Weg der Berieselung und des Trägheitsmoments meist stärker sind. Hoffentlich werden mich die angenehmen Leseerlebnisse und das angeeignete Wissen in meinem Vorhaben immer weiter stärken.

2024/03/24

Schlips

Ähnlich unbezahlbar, wie die erste Mitfahrgelegenheit des Sohnemanns auf dem Beifahrersitz ist es, wenn man diesem auf seinen eigenen Wunsch beibringen kann, wie man eine Krawatte bindet. Zwar wird er dieses Wissen noch eine Weile sicher nicht benötigen, aber schaden kann es ihm ja nicht, wenn er es jetzt schon drauf hat.

2024/03/13

Verne revisited

Ich habe schon lange nichts mehr von Jules Verne gelesen. Und wenn wir schon dabei sind: Ich habe schon lange über keine Leseerlebnisse mehr berichtet. Asche auf mein Haupt. Während der zweiten Pandemiewelle, im November 2020, hatte ich 20.000 Meilen unter dem Meer im Krankenbett gelesen. Oder wieder gelesen – so richtig weiß ich es gar nicht mehr, denn die Teenagerjahre sind schon eine Weile her. Diesmal habe ich mich nun für Die Kinder des Kapitän Grant entschieden, einen der längsten Romane von ihm. Über 600 Seiten umfasst die zweibändige Ausgabe unserer Familienbibliothek in der Übersetzung, die ich gestern beendet habe.

Man kann von Verne halten, was man will, aber er amüsiert und vermittelt gleichzeitig so viel Wissen, wie es nur wenige andere tun. Die Unterscheidung Trivialliteratur vs. Hochliteratur hat mich persönlich noch nie wirklich interessiert. Auch der Vorwurf, dass er Jugendliteratur schreibe, mag vielleicht in Teilen zutreffend sein, ist aber für mich persönlich auch nicht von Bedeutung. Wenn ich mich für ein Buch entscheide, weil ich gerade unterhalten werden möchte, ist die Zielgruppe für mich zweitrangig.

Aus diesem Aspekt hat auch der Roman Die Kinder des Kapitän Grant nicht enttäuscht. Auf eine detaillierte Inhaltsangabe verzichte ich, da sie leicht im Internet nachgelesen werden kann, aber fest steht: Das Buch war überaus kurzweilig und ließ sich trotz des Umfangs relativ schnell lesen, wie auch mein bis dato letztes Verne-Erlebnis. Auf einige eingeschobene, historische Passagen und Rückblenden hätte ich zwar verzichten können, aber diese machen jeweils nur wenige Seiten aus und tun dem Leseerlebnis alles in allem keinen Abbruch.

Ein durchaus empfehlenswertes, spannendes und mit Wendungen vollgepacktes Buch also. Zudem war es mit Sicherheit ein Grund mehr für mich, irgendwann zu den Werken von Jules Verne zurückzukehren.

2024/02/29

Schalte ein!

Wenn ich Tw*tter nutzen würde, würde ich es sicherlich dort posten, denn mehr als eine kurze Meldung ist es nicht wirklich wert. Aber so wie vor vier Jahren, möchte ich es auch diesmal nicht versäumen, dem heutigen besonderen Tag die Ehre zu erweisen. Kommt ja so selten vor, dass ich nicht spurlos daran vorbeigehen kann.

2023/12/31

Ade 2023

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende entgegen, und somit ist es wieder einmal an der Zeit, ein kleines Fazit zu ziehen. Im Kopf und auch hier im Blog. Alles in allem war dieses Jahr recht gut, wenn auch ein-zwei unvorhergesehene und unangenehme Wendungen dabei waren. So lange aber die Gesundheit mitspielt und man arbeiten kann, lässt sich mit der Zeit vieles wieder ins Lot bringen.

Privat hatten wir gemeinsam mit der Familie ein recht schönes Jahr und haben uns über den ähnlich guten Abschluss gefreut, als wir Weihnachten gemeinsam mit der Verwandtschaft feiern konnten. Zum Glück kamen dieses Jahr pünktlich zum Fest keine Krankheiten dazwischen, was in den vergangenen Jahren leider immer wieder vorgekommen ist.

Beruflich hat sich im Großen und Ganzen nicht viel verändert. Die Zielsetzungen vom letzten Jahr fortführend habe ich mich bei weitem nicht für alle anstehenden Aufgaben und Projekte gemeldet, denn die Devise lautet auch weiterhin: So gut es geht kürzer treten, es wird schon irgendwie werden. Überstunden und große Karriereziele überlasse ich bewusst der nachfolgenden Generation und denjenigen Altersgenossen, denen das wirklich wichtig ist. Die dafür die Familie und andere persönliche Ziele in den Hintergrund rücken.

Mal sehen, was 2024 für uns bringen wird. Wollen wir vor allen Dingen hoffen, dass sich die noch immer andauernden Gefechte in der Ukraine und im Gaza-Streifen nicht ausbreiten werden und womöglich endlich Frieden herrschen kann. Der Rest wird sich im Leben von uns allen schon ergeben und hoffentlich zu handhaben sein, wenn wir die erforderliche Zeit und Energie entsprechend bündeln. In diesem Sinne wünsche ich der werten Leserschaft ein frohes, glückliches und vor allem gesundes 2024. Bis zum nächsten Jahr!

2023/12/29

Der Polka-König des Mittleren Westens

Obwohl unsere Familie kein großer Kino- und Filmfreak ist, schauen wir uns seit einigen Jahren mit den Kindern jedes Jahr um das Weihnachtsfest herum die beiden Kevin-Filme mit Macaulay Culkin an. Auch früher habe ich diese bereits unzählige Male, damals noch allein, gesehen und kann mich jedes Mal gut amüsieren. Was vermutlich einerseits damit zusammenhängt, dass ich als Kind mit diesen Filmen aufgewachsen bin uns sie mir ein angenehmes Gefühl von Nostalgie vermitteln. Und andererseits damit, dass der Hauptdarsteller genauso alt war und ist, wie ich, sodass ich mich unbewusst noch mehr mit ihm identifizieren konnte.

In diesem Jahr ging mir aber aus Alterssicht etwas anderes nahe. Wie ich jetzt realisiert habe, ist nämlich der im ersten Teil in einer Nebenrolle als selbsternannter Polka-König mitwirkende Schauspieler John Candy genauso alt gewesen, als er starb, wie ich es jetzt bin. Obwohl ich ihn im Vergleich zu mir immer als recht „alt” empfunden habe, war er, als der Film gedreht wurde, drei Jahre jünger, als ich es jetzt bin, und ist im Jahr 1994 nach einem Herzinfarkt bereits mit 43 Jahren leider von uns gegangen.

Klar, es gibt unzählige Größen im Bereich Film, Sport und Musik, die bei weitem nicht einmal dieses Alter erreicht haben. Denken wir nur an die Mitglieder des berühmten Club 27:  Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Kurt Cobain und Amy Winehouse. Trotzdem ging mir diese unbedeutende kleine Tatsache, die mir in diesem Jahr beim Anschauen des ersten Films aufgefallen ist, recht nahe, wahrscheinlich aufgrund der Koinzidenz. Es ist wirklich schade um einen begnadeten Schauspieler, der die zweite Karrierehälfte noch vor sich hatte und mit Sicherheit auch verdient hätte.