Ich kann die seit einigen Jahren übliche Praxis der Internetpresse, was das Phänomen bzw. das Konzept der Paywall betrifft, im Grunde nachvollziehen und habe auch Verständnis dafür. Es ist das gute Recht der einzelnen Medien, Geld für bestimmte Artikel und Inhalte an sich zu verlangen, vor allem, wenn diese zum Beispiel besonders aufwendig recherchiert oder aktuell äußerst brisant sind. Als Leser ärgert es mich natürlich hin und wieder, aber was soll’s: Auch früher ist es vorgekommen, dass ich mir eine Zeitung oder Zeitschrift nicht gekauft habe, nur weil mich ein kurzer Artikel darin womöglich interessiert hätte – wobei natürlich auch das Gegenteil vorgekommen ist.
Was ich jedoch bei diesen Paywall-Artikeln sonderbar finde, ist in manchen Fällen das Konzept hinter der Praxis bestimmter Medien. Einerseits dann, wenn man dem Leser aktuelle – sagen wir so: brandheiße – Informationen präsentiert, die Details dann hinter der Paywall versteckt, aber ich als Leser dieselben Informationen mit einigen Klicks auch auf anderen Internetseiten wiederfinde. Ebenso sonderbar sind für mich Fälle von längeren Artikeln oder Forschungsergebnissen, die auf Resultaten ausländischer Studien beruhen. Das wird dem Leser dann entweder direkt mitgeteilt wird, oder er kann das aufgrund des Artikels selbst schlussfolgern. Jedoch handelt es sich dabei häufig um Ergebnisse, die ich als Leser wiederum leicht wiederfinden kann, auch wenn ich dazu eventuell den Weg über eine Fremdsprache gehen muss, nicht nur den Weg über eine andere Seite im Internet.
Klar, die Devise lautet wohl im Fall dieser Zeitungen und Zeitschriften – wie so oft im Leben: Zeit ist Geld. Sprich: man präsentiert dem Leser Informationen oder Ergebnisse quasi auf dem Tablett, und er muss auf diese Weise nicht den Umweg über das eventuell etwas mühsamere Suchen oder womöglich über – verstandene oder nicht verstandene – Fremdsprachen gehen. Trotzdem habe ich in solchen Fällen hin und wieder das Gefühl, dass man für dumm verkauft wird. Aber schließlich wird man im Leben ziemlich oft mit diesem Gefühl konfrontiert, man denke nur an Werbung jeglicher Art.
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