Im Dezember werden es nun schon sechs Jahre, dass ich mich an mein persönliches Sauerteig-Experiment gewagt habe, das – zu meinem größten Erstaunen – gleich beim ersten Anlauf von Erfolg gekrönt wurde. Ich bin einerseits stolz darauf, dass er seit nunmehr sechs Jahren ununterbrochen in unserem Kühlschrank lebt und gedeiht. Andererseits auch ein bisschen stolz auf die Tatsache, dass ich noch vor dem großen Sauerteig-Hype, der nur wenige Monate später aufgrund der Pandemie einsetzte, das Brotbacken und speziell das Backen mit Sauerteig für mich entdeckt hatte – wie dies auch mein diesbezüglicher Beitrag an dieser Stelle belegt.
Auch wenn ich selber im Alltag mittlerweile fast kein Brot mehr esse und versuche, es durch andere Lebensmittel zu ersetzen, backe ich immer noch regelmäßig frisches, hausgemachtes Brot für die Familie. Im Rahmen dieses Prozesses habe ich vor einigen Wochen einen weiteren Versuch gestartet, über den ich unlängst gelesen hatte: Backen mit getrocknetem Sauerteig. Dies soll früher gang und gäbe gewesen sein, weil man sich damit das regelmäßige Füttern des nassen Sauerteigs erspart. Und siehe da: Auf eine entsprechende Nachfrage hat mir auch meine Mutter diese Information aus dem Netz gleich bestätigen können.
In der Praxis bedeutet das nichts anderes, als dass die am Rand der Rührschüssel übrig bleibenden Teigreste des aktuellen Sauerteigbrotes ganz einfach für einige Stunden dort gelassen oder auf einem Blech mit Backpapier getrocknet werden. Beim nächsten Backvorgang kann man dann mit ein wenig frischem Mehl und Wasser den getrockneten Sauerteig wieder aktivieren und im nächsten Brot – ohne frischen gefütterten Sauerteig – verwenden. Der einzige Unterschied zwischen der gefütterten und der getrockneten Substanz besteht darin, dass die Letztere ein klein wenig Salz enthält – aufgrund der Tatsache, dass man den Brotteig als Ausgangspunkt für den nächsten Schritt nutzt.
Die bisherigen beiden Versuche sind problemlos gelungen. Mein ursprüngliches Experiment werde ich zwar auch weiterhin beibehalten und regelmäßig füttern. Aber nun kann ich, wenn Bedarf bestehen sollte, nicht mehr nur frischen Sauerteig verschenken, sondern auch getrockneten, der viel leichter zu handhaben ist. Im Übrigen gibt es solchen neuerdings auch zu kaufen, wie ich im Netz gesehen habe, so wie ja auch Trockenhefe erhältlich ist. Selbstverständlich funktioniert der beschriebene Prozess ganz sicherlich auch bei hausgemachten Broten, die mit Hefe gebacken werden, auch wenn ich das noch nicht ausprobiert habe.