2008/08/07

Dabei sein ist alles

Morgen ist es so weit: Olympia 2008 beginnt, und ich glaube, dass sich in den nächsten mehr als zwei Wochen ein Großteil der Nachrichten und Berichterstattungen im Fernsehen, im Rundfunk, in den Tageszeitungen und natürlich im Web mit diesem Weltereignis in China beschäftigen wird. Schließlich ging es ja auch schon im Vorfeld in den Medien sehr häufig um die anstehenden Spiele: die Organisation, die Bauarbeiten, die Zensur in China und und und.
Ich verfolge die Olympischen Spiele im Grunde immer nur so nebenbei. Es gibt einfach zu viele Sportarten und Wettbewerbe, die mich größtenteils gar nicht interessieren. Folglich informiere ich mich nur oberflächlich über die Ergebnisse und die Aufreger. Nichtsdestotrotz lässt es mein Herz immer höher schlagen, wenn ich mal einen Wettkampf sehe, an dem einer unserer Sportler oder unsere Nationalmannschaft beteiligt ist. Da fiebert man auch ungewollt mit, drückt die Daumen. Man kann das Nationalgefühl, Patriotismus, Vaterlandsliebe oder Nationalstolz nennen, aber am Ende erscheint dieses Gefühl immer im selben Gewand: Man hofft, dass am Ende ein möglichst gutes Ergebnis für den "eigenen" Sportler, die "eigene" Mannschaft dabei herauskommt.
Und so wird es auch diesmal sein, glaube ich. Ein-zwei Wettkämpfe werde ich mir ansehen, bei einigen Ereignissen, Spielen werde ich mitfiebern und hoffe, dass der Medaillenspiegel am Ende ein möglichst ansehnliches Ergebnis zeigt. Auch, wenn ich mir darüber im Klaren bin, dass nicht nur Medaillen zählen. Denn bei den Olympischen Spielen gilt stets mehr denn je: Dabei sein ist alles!

2008/08/05

Esst mehr Obst!

Ich habe ja vor kurzem geschrieben, dass ich kein Umweltschutzapostel bin. Nun, ein Gesundheitsapostel bin ich auch nicht, aber trotzdem muss ich sagen: Der Sommer ist, was schmackhaftes Obst und Gemüse betrifft, einfach unschlagbar!
Am Wochenende habe ich auf dem Markt eine halbe Wassermelone und Honigmelonen eingekauft. Gestern und heute haben wir die Wassermelone verdrückt, und sie war perfekt. Kalt, saftig und süß. Sehr lecker. Vorige Woche haben wir Mais gegessen, das erste Mal selbst gekocht, so hat es natürlich doppelt so gut geschmeckt. Und natürlich immer wieder jede Menge Pfirsiche und Nektarinen, die auch sehr gut sind.
Ach ja, und heute Abend gab es dann einen sehr leckeren hausgemachten gemischten Salat mit Tomaten, Paprika, Zwiebeln, Oliven, Gurken und einem Joghurt-Dressing.
Wahrscheinlich ist mir das ganze aufgefallen, weil in diesem warmen, teilweise schwülen Wetter all das viel besser schmeckt. Es löscht den Durst und ist keine schwere Kost. So abwechslungsreich könnte es ruhig auch in der kalten Jahreszeit sein, wenn oft sogar die Laune schlechter ist, als im Sommer.

2008/08/03

Abenteuerlust

Ein Verwandter war heute bei uns zu Besuch, der vor einem halben Jahr nach Irland "ausgewandert" ist. Nur für eine befristete Zeit, aber ohne Job, ohne Wohnung, ohne Bekanntschaften dort. Er hatte sich fest vorgenommen, einerseits besser Englisch zu lernen, andererseits Geld zu verdienen, und zwar mehr, als er hier verdient hatte.
Es ist ihm auch gelungen, eine Wohnung und eine recht gute Stelle zu finden, und er hat vor, noch etwa zweieinhalb Jahre zu bleiben. Und er ist nicht der einzige: zahlreiche Polen, Tschechen, Letten und Litauer arbeiten in Dublin, sagt er, und sparen sich im Laufe von nur wenigen Jahren eine stattliche Summe zusammen, mit der sie zu Hause ihr (neues) Leben beginnen können.
Bewundernswert, diese Abenteuerlust. Zig Kilometer von der Heimat entfernt, ohne Bekannte und Freunde bauen diese Menschen -- teilweise allein, teilweise zu zweit -- für eine bestimmte Zeit ein neues Leben auf. Sie lernen eine völlig andere Kultur kennen, erlernen eine neue Sprache in einer Weise, die am geeignetsten dafür ist, und kehren dann nach etlichen Jahren mit vielen Erlebnissen, Lehren und einem Startkapital in ihre Heimat zurück. Dafür müssen sie aber einige Jahre lang auf vieles verzichten, das aber nehmen sie gerne in Kauf, damit sie später zufriedener sind, als vorher. Sei es, weil sie sich mehr leisten können, oder einfach, weil sie sich und der Welt bewiesen haben, dass sie solch große Abenteuer meistern können.

2008/07/31

Wetterkapriolen

Zuerst hat es zu hageln begonnen, das laute Pochen war auf den Häuserdächern klar und immer lauter zu hören. Pures Eis, sonst nichts. Dann, nach einigen Minuten, immer stärker einsetzender Regen, der noch immer andauert.
Dieser Sommer macht schon wieder von sich reden, und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Vorige Woche wurde der Kälterekord gebrochen, davor und auch in dieser Woche teilweise heißes Sommerwetter, aber dann immer wieder untypisch lange Regenperioden. Wenn wir bedenken, dass es im Vorjahr mit Temperaturen um die 40 Grad einen neuen Hitzerekord gab, dann kann man, glaube ich, tatsächlich denen Glauben schenken, die davon sprechen, dass mit unserem Klima etwas nicht stimmt.
Ich bin kein Umweltschutzapostel und kein eifriger Klimaschützer, aber ich denke auch, dass das nicht mehr ganz normal ist. Zumal wir auch keine richtigen Winter mehr haben. Und ich denke auch nicht, dass sich all das von heute auf morgen ergeben hat. Aber genau deshalb sollten wir uns vielleicht manchmal Gedanken darüber machen, etwas für unsere Umwelt zu tun und an unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder denken. Vielleicht mal das Auto stehen lassen, das Licht abschalten, oder den Wasserhahn zudrehen, und -- was zumindest bei uns immer noch nur sehr langsam Verbreitung findet -- den Abfall selektieren.

2008/07/27

Zähne zusammenbeißen

Endlich komme ich dazu, von meinem kleinen schmerzhaften Abenteuer am Donnerstag zu berichten. Um fünf Uhr in der Früh bin ich, nachdem ich mich bereits eine Zeit lang im Bett gewälzt hatte, aufgestanden und habe ein Schmerzmittel genommen, da ich ganz schlimme Zahnschmerzen hatte. Der ominöse hintere Backenzahn war schon seit einiger Zeit empfindlich, aber ich gehe nur ungern zum Zahnarzt, deshalb habe ich die Sache so lange hinausgeschoben, wie es nur ging. Ich weiß, ich weiß, eine sehr schlechte Angewohnheit von mir (und von vielen anderen Menschen), aber was soll ich tun?!
Nach zwei weiteren Stunden, in denen ich zum Glück schlafen konnte, stand ich dann auf und wusste, dass ich keine andere Wahl habe: ich muss zum Zahnarzt. Das ganze war im Grunde gar nicht so schlimm, auch wenn ich immer ziemlich nervös vor solchen Besuchen bin. Ich habe zwar -- trotz einer Spritze -- ein wenig gelitten, aber eigentlich war es nicht unerträglich. Natürlich war da ein Loch, und so hieß es auch Nerven raus, Wurzelbehandlung, bzw. so heißt es noch immer, denn ich muss nächste Woche noch zurück.
Okay, es war nicht gerade angenehm, nach vier Jahren (ja, ja, ich weiß und schäme mich sehr dafür) wieder im Zahnarztstuhl Platz zu nehmen, das Geräusch des Bohrers und das alles bedeckende Gesicht des Zahnarztes über mir zu ertragen, aber eigentlich sollte ich mir klar machen, dass es Schlimmeres gibt und in Zukunft regelmäßig zum Zahnarzt gehen, zumal dann wohl seltener gebohrt werden müsste.
Auch ein System, wie in Deutschland wäre nicht schlecht, über das ich gestern von zwei dort lebenden Freunden gehört habe: Da bekommt man angeblich, wenn man jedes Jahr zum Zahnarzt geht und sich das mit einem Stempel bestätigen lässt, später zum Beispiel Rabatt auf die Dritten.

2008/07/23

Jenseits der Wahrheit

Ich bin kein großer Kinogänger. Gestern war ich aber wieder einmal im Kino, da ich die Möglichkeit hatte, den neuen Akte X-Film mit dem Untertitel Jenseits der Wahrheit vor der Premiere zu sehen. Die Serie war ein Klassiker, ich glaube, darüber muss man keine Worte verlieren. Das müssen auch diejenigen neidlos anerkennen, die sie nicht gemocht (und nicht geschaut) haben.
Der zweite Film, der nun exakt zehn Jahre nach dem ersten in die Kinos kommt, ist nicht schlecht, hat mich aber nicht vollkommen überzeugt. Eigentlich hatte ich erwartet, dass er sich erneut um Außerirdische dreht, was aber überhaupt nicht der Fall ist. Stattdessen führt uns die Story in die Geheimnisse der Stammzellenforschung ein und ist viel mehr ein Mystery-Film, ein Krimi mit Horror-Elementen, als ein Thriller. Die im Übrigen spannende und zum Teil spektakuläre Handlung (u. a. mit wunderschönen winterlichen Landschaftsaufnahmen) ist meines Erachtens kein typischer Akte X-Plot, falls es so etwas überhaupt gibt. Oder zumindest hätte man aus den ein-zwei typischen Ansätzen viel mehr machen müssen.
Nichtsdestotrotz war es gut, Mulder und Scully, also David Duchovny und Gillian Anderson, wiederzusehen. Sehr gut fand ich auch die Momente im Film, in denen sich die Protagonisten nicht ganz ernst nehmen und quasi mit einem Augenzwinkern spielen. Ein-zwei kleinere Lacher sind also trotz des ernsten Themas vorprogrammiert.
Mein Fazit: Ein sehenswerter Film, wenn auch kein Klassiker. Echte Fans werden wohl mehr erwartet haben.

2008/07/21

I want to ride my bicycle, I want to ride my bike...

Gestern bin ich nach x Jahren wieder das erste Mal so richtig Rad gefahren. Nach wie vielen Jahren genau, weiß ich gar nicht, aber in der letzten Zeit habe ich diese Freizeitbeschäftigung (oder soll ich lieber schreiben: diesen Sport?) ungerechter Weise vernachlässigt. Früher bin ich nämlich ziemlich viel gefahren, keine großen Touren, nichts Weltbewegendes, aber doch.
Und nun also der Neubeginn, zum Glück nicht mehr allein, sondern zu zweit. Nachdem ich mein Rad die Woche über habe durchsehen lassen, ging es gestern in die nähere Umgebung. Sonnenschein, Grünflächen, Fahrtwind, schon nach wenigen Metern auftauchende andere Radler -- und das angenehme Kribbeln (in den Beinen) ist sofort zurück. Erinnerungen kommen hoch: Da bin ich schon... Da habe ich mal... Stell dir vor, dass damals...
Eines hat sich in der Zwischenzeit jedoch geändert: ich achte noch mehr auf jedes in der Nähe auftauchende Fahrzeug und nähere mich den Kreuzungen noch vorsichtiger, als damals. Zu viele zu schreckliche Unfälle hat es in der jüngsten Vergangenheit gegeben, die einen zu besonnenem Handeln veranlassen.
Fast zweieinhalb Stunden treten wir in die Pedalen, immer wieder mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht, und am Ausgangspunkt angekommen spüre ich, als ich vom Drahtesel steige, eine bekannte angenehme Erschöpfung in den Beinen. Der erste Ausflug liegt also hinter uns, und ich hoffe, dass noch viele folgen werden.