Heute feiert dieser Blog hier seinen zwölften Geburtstag, wobei aber noch wichtiger ist, dass unsere Kleinste heute Vier geworden ist. Was Ersteres betrifft, so freue ich mich, dass ich auch im vergangenen „Lebensjahr“ des Blogs die Zeit gefunden habe, zumindest einige Beiträge zu verfassen und zu veröffentlichen, trotz Alltagsstress, Familie, viel Arbeit und nicht zuletzt Corona. Ich bin zuversichtlich, dass ich auch im nächsten „Lebensjahr“ einige Posts werde veröffentlichen können, aber man weiß ja nie, was das Leben bringt. Aber seien wir zuversichtlich, es wird schon werden. In diesem Sinne: Es geht weiter, hoffentlich mit Euch allen!
"wir werden niemals einer meinung sein, und wenn sich's nur ums wetter dreht..."
2020/06/04
2020/04/29
Ich gehör‘ zu dir und du zu mir
Fast auf den Tag genau vor acht Jahren habe ich auf diesen Seiten über unsere Wegwerfgesellschaft sinniert und dabei auch unser Fernsehgerät erwähnt. Voriges Wochenende ist nun eine Ära zu Ende gegangen: Unser Fernseher der Marke Gr*ndig, der im kommenden August seinen 34. Geburtstag (!) gefeiert hätte, hat endgültig seinen Geist aufgegeben.
Schon seit über einem Jahr haben wir uns mental darauf vorbereitet, da er immer mal wieder ein unscharfes Bild gezeigt hat. In den vergangenen ein-zwei Wochen ist diese Erscheinung jedoch immer häufiger und verstärkt aufgetreten, mit gelegentlichen Aussetzern gespickt, bis das gute alte Gerät dann am Wochenende nach dem Einschalten gar nichts mehr angezeigt hat. Zum Glück aber keine Spur einer Explosion oder von Rauschschwaden.
Die Kinder waren ziemlich erstaunt, als ich ihnen vorgetragen habe, dass ich noch nicht einmal in der Schule war, als ich begonnen habe, Sendungen mit Hilfe dieses Geräts zu verfolgen. Zwischendurch stand er dann als Zweitgerät bei unserem Vater im Arbeitszimmer, bis wir ihn schließlich vor knapp dreizehn Jahren in die von der Dame des Hauses und mir bezogene Wohnung mitgenommen haben. Zwei-dreimal musste er über die Jahrzehnte hindurch natürlich repariert werden, wobei bei seiner letzten Reparatur der Fernsehtechniker noch sagte: Eine weitere Reparatur würde sich beim Gerät nicht mehr lohnen. Das war im Übrigen vor etwa zehn Jahren.
Nun hat er sich also endgültig von uns verabschiedet, wobei sein Nachfolger jedoch auch schon einige Jahre seinen Dienst tut. Das von der Großmutter der Dame des Hauses geerbte Stück von S*msung dürfte aber so um die zwanzig Jahre jünger sein und jetzt etwa anderthalb Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Genau wissen wir es aber leider nicht.
Das Bild ist natürlich viel schärfer, die Farben viel kontrastreicher, als bei seinem Vorgänger. Sicherlich nicht zu vergleichen mit den Geräten von Heute, aber das ist seine Lebenserwartung schließlich auch nicht, oder?! Wollen wir hoffen, dass er nun noch möglichst viele Jährchen dranhängt und uns dabei hilft, der Wegwerfgesellschaft ein weiteres Schnippchen zu schlagen.
2020/03/31
Captain Trips
Unglaublich, wie sich in den vergangenen zwei Wochen unser Leben verändert hat. Was früher niemand für möglich gehalten und der Kategorie Fiktion zugeordnet hätte, ist infolge der gegenwärtigen Pandemie wahr geworden. Wobei wir das gesamte Ausmaß dieser Katastrophe noch immer nicht abschätzen können, geschweige denn die Folgen für unsere Welt und unser Leben. Die Geschwindigkeit, mit der diese äußerst dunkle Wolke über unseren Himmel gezogen ist, ist einerseits furchteinflößend, andererseits aber auch eine perfekte Abbildung unserer schnelllebigen, hastigen, stressigen Welt der vergangenen Jahre und Jahrzehnte.
Viel schwirrt einem durch den Kopf in diesen Tagen und Wochen. Der Lebensstil unserer Gesellschaft, die außer Acht gelassenen Vorwarnungen seitens bestimmter Forscher und seitens der Natur und die Globalisierung. Das nie dagewesene Leid insbesondere in Italien und Spanien. Der Einbruch des weltweiten Tourismus innerhalb von wenigen Tagen, der immer als eine der aussichtsreichsten Branchen der gesamten Weltwirtschaft angesehen wurde. Die massive Arbeitslosigkeit, die sich schon jetzt bemerkbar macht und sich sicherlich noch verschlimmern wird. Der Roman The Stand – Das letzte Gefecht (1978) von Stephen King, und dass sich erneut bewahrheitet: Bestimmte Künstler haben eben ein gewisses Gespür für Zukünftiges. Und auf persönlicher Ebene natürlich die eigene Gesundheit und die der Verwandten und Bekannten, die (freiwillige) Quarantäne in den eigenen vier Wänden, die Zukunft unserer Kinder, das Leben nach dem Virus. Mit der großen Frage, die da noch im Raum schwirrt: Wann kehrt wieder zumindest ein bisschen Normalität ein, bei uns, unseren Nachbarländern und in Europa?
Vorerst bleibt nur das Hoffen und Bangen. In einigen Wochen werden wir klüger sein, bis dahin muss sich abzeichnen, ob die drastischen Maßnahmen tatsächlich Wirkung zeigen. Aber wie es danach weitergehen soll, wann und in welcher Form Lockerungen vorgenommen und wie ein (rascher) Rückfall vermieden werden soll, steht zumindest für mich noch in den Sternen. Zum Glück sind nicht wir es, die diese Entscheidungen treffen müssen. Es reicht auch schon, dass wir mit den Konsequenzen leben müssen...
2020/02/29
Alle vier Jahre wieder
Also ein ganz kurzer Eintrag muss heute einfach sein: So einen Tag wie heute gibt es ja wirklich nur einmal in vier Jahren, nicht wahr? Wirklich sonderbar – vor allem denjenigen muss es merkwürdig vorkommen, die heute Geburtstag, Hochzeitstag oder ähnliches feiern. Ein Hoch auf sie alle!
2020/01/26
Unser täglich Brot IV
Nun schreibe ich schon zum insgesamt vierten Mal über unsere Brotbackversuche zu Hause, aber es gibt halt immer wieder Neues zu berichten. Diesmal die Tatsache, dass ich vor knapp zwei Monaten einen persönlichen Quantensprung gemacht habe, was das Brotbacken betrifft.
Schon seit geraumer Zeit hege ich nämlich den Gedanken, nicht nur mit Hefe, sondern auch mit Sauerteig zu backen. Letzteres gibt es zwar auch zu kaufen, ja es gibt sogar diverse Tauschbörsen dafür, ich wollte aber den schwierigeren Weg einschlagen und es mit dem Selber Ansetzen versuchen, da ich dachte, dass das eine schöne Erfahrung und zugleich Herausforderung sein wird.
So habe ich Anfang Dezember meinen ersten eigenen Sauerteigversuch gestartet, der sofort ein voller Erfolg geworden ist. Das im Grunde problemlose Ergebnis hat mich nach den vielen Schwierigkeiten, Misserfolgen und Problemen, über die ich zuvor online gelesen hatte, selbst überrascht. Wahrscheinlich gehört auch ein Quäntchen Glück dazu, aber mein Sauerteig lebt und gedeiht seitdem, inzwischen mit nur mehr einer Fütterung alle 6-7 Tage, im Kühlschrank.
Seitdem bin ich mächtig stolz darauf, dass wir Brot essen, indem prinzipiell nur drei Zutaten zu finden sind: Mehl, Wasser und Salz. Was anderes braucht es nämlich nicht, um ein perfektes Brot auf den Tisch zu zaubern. Nun gut, natürlich auch Sauerteig, aber der besteht schließlich ebenfalls nur aus Mehl und Wasser, und nichts anderem. Insofern enthalten unsere Brote tatsächlich nur diese drei Zutaten. Keine Zusatzstoffe, keine Konservierungsmittel, keine Geschmacksverstärker, nicht Unmengen von Salz und Zucker. Und nicht einmal Hefe.
Bisher habe ich die Sauerteigversuche stets mit dem bereits früher beschriebenen Rezept des No-Knead-Breads unternommen, das ohne Ausnahme immer gelingt und unglaublich wenig Arbeit macht. So langsam möchte ich mich aber auch an Rezepte herantasten, bei denen das Brot geknetet werden muss. Geschmacklich wird sich aber zum derzeitigen tollen Zustand wohl nicht viel ändern.
Somit kann ich sagen, dass mein Versuch ein voller Erfolg geworden ist. Natürlich nehmen das Sauerteig Füttern und das Backen mehr Zeit in Anspruch, als schnell mal ein Brot im Supermarkt zu kaufen. Aber es macht einerseits eine Menge Spaß, andererseits auch mächtig stolz. Und es ist ein beruhigendes Gefühl zumindest in dieser Hinsicht zu wissen, was auf den Teller kommt. Finanziell habe ich keine großen Berechnungen durchgeführt, aber ich bin mir sicher, dass wir auch aus diesem Aspekt viel besser dastehen. Um vom Geschmack und von der Konsistenz gar nicht erst zu sprechen.
2019/12/31
Ade 2019
Ein weiteres Jahr ist schon bald wieder Geschichte. Noch wenige Stunden, und es kommt ein Jahr, bei dessen Jahreszahl man nicht viel grübeln muss. Auch wenn sich in den ersten Tagen des neuen Jahres wohl auch diesmal Fehler beim Schreiben des Datums einschleichen werden.
2019 war insgesamt gesehen ein schönes, erfolgreiches Jahr für uns persönlich, obgleich es sehr traurig begonnen hat, als wir in den ersten Tagen von der Großmutter der Dame des Hauses Abschied nehmen mussten. Aber sonst gab es nicht viel zum Herumnörgeln. Und wenn ich mir jetzt meine Vorsätze vom Vorjahr durchlese, so muss ich sagen, dass diese ziemlich gut geklappt haben.
In diesem Jahr bin ich in vielerlei Hinsicht etwas kürzer getreten. Keine berufliche Auslandsreise, wie in den vergangenen Jahren, weniger übernommene Zusatzaufgaben, weniger Programme zugunsten der Familie, dafür mehr gemeinsame Freizeit. Und mehr Zeit für mich selber. Bewusstes Slow Living. Einerseits beinahe jeden frühen Morgen Zeit zum Entspannen und Abschalten mit einer mehreren Tassen Tee auf unserem Balkon, auch bei Minustemperaturen und bei Regen. Dafür lohnt es sich besonders, früh zu Bett zu gehen und früh aufzustehen. (Nie im Leben hätte ich gedacht, einmal regelmäßig und freiwillig um 04:55 Uhr aufzustehen.) Andererseits Zeit zum Kochen und Backen für die Familie, wobei es mich doch stolz macht, dass von meinen Versuchen nichts im Müll landen musste.
Die große Herausforderung ist natürlich, diesen Zustand beizubehalten oder sogar zu vervollkommnen. Die richtige Balance ist immer ein Drahtseilakt, bei dem sich ständig Fehler einschleichen, die sich aber mit Geschick korrigieren lassen. Zudem gibt es immer Unerwartetes, das Vieles über den Haufen wirft. Aber wenn es denn so kommen sollte, dann hoffe ich, dass ich ein System habe, das den stürmischen Zeiten standhält.
In diesem Sinne wünsche ich der werten Leserschaft einen guten Rutsch und ein frohes Neues. Mögen eure Pläne und Wünsche in Erfüllung gehen. Ich hoffe, wir lesen uns auch im nächsten Jahr.
2019/10/30
Mein Haus, mein Garten
Seit einiger Zeit hege ich nun schon den Gedanken, einen Baum oder zumindest etwas Ähnliches zu pflanzen. Und auch, unsere unmittelbare Umgebung etwas grüner zu gestalten. Womöglich hängt das mit dem Älterwerden zusammen. Man sagt ja, jeder Mann sollte im Laufe seines Lebens zumindest einen Baum gepflanzt haben. Im Fall eines eigenen Hauses und Gartens ist das natürlich kein Problem und sollte nach reichlicher Überlegung auch gut möglich sein. Ein eigenes Haus und einen eigenen Garten haben wir als Bewohner eines Mehrfamilienhauses aber nicht – und sind auch nicht scharf darauf, ehrlich gesagt.
Das mit dem Bäume pflanzen auf öffentlichen Plätzen gestaltet sich aus diversen Aspekten als etwas schwierig. Deshalb lässt das in meinem Fall noch auf sich warten. Aber andere, kleinere Pflanzen, die weniger auffällig sind und nicht allzu viel Probleme machen, sollten doch kein Problem sein, dachte ich mir. So haben wir uns vor einigen Tagen mit der Dame des Hauses dazu entschlossen, die große Grünfläche vor unserem Mehrfamilienhaus, direkt unter unserem Balkon noch etwas grüner zu gestalten und zwei Reihen Kriechwacholder aus dem Garten meiner Schwiegereltern zu pflanzen.
Das Ganze gestaltete sich aufgrund der trockenen, steinigen Erde etwas schwieriger als gedacht, aber wir sind mit dem vorläufigen Ergebnis zufrieden. Wir haben uns zwar mit den Nachbarn mutiger Weise vorab nicht abgesprochen, da sich die meisten im Haus nicht wirklich um die Flächen um das Haus herum kümmern, aber zum Glück haben wir während der Arbeit von einigen vorbeigehenden Nachbarn sogar Zuspruch erhalten. Ob unsere Aktion erfolgreich war, wird sich im Laufe der kommenden Monate – oder besser Jahre – zeigen. Wir hoffen, dass der Kriechwacholder Wurzeln schlägt und zu wachsen beginnt, und dass auch die Hunde und die Rabauken der Umgebung kein allzu großes Hindernis auf diesem Weg darstellen werden.
Nun heißt es also – wörtlich genommen – abwarten und Tee trinken. Die Zeit wird hoffentlich ihre Arbeit tun. Auch wenn es (noch) kein Baum ist, aber das Ganze fühlt sich jetzt schon gut an. Sowohl was den Dienst für die Gemeinschaft als auch was die weitere Begrünung unserer direkten Umgebung anbelangt. Den Segen von Oben haben wir, glaube ich, jedenfalls sicher, da wir uns einerseits den wohl letzten schönen Herbsttag für das Pflanzen ausgesucht haben und es andererseits direkt nach getaner Arbeit angefangen hat, zu regnen und es auch am darauffolgenden Tag geregnet hat.
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