2009/11/17

Urlaub gefällig?

So etwas habe ich ja noch nie gehört, aber anscheinend gibt es das doch. Ich habe nämlich über eine holländische Firma gelesen, bei der die Arbeitnehmer für einen bestimmten Betrag zusätzliche Urlaubstage kaufen können. Noch dazu hat jeder die Möglichkeit, einen Teil seiner ungenutzten Urlaubstage zurückzugeben und hierfür bares Geld zu erhalten.
Das nenne ich Service! Zwar war in dem Bericht nicht davon die Rede, bis zu welchem Maß dies in beide Richtungen möglich ist, aber unabhängig davon klingt es auf jeden Fall überzeugend.
Ich glaube, so ein Angebot wäre für viele Menschen, bzw. in vielen Situationen sehr hilfreich. Für Familien mit Kindern, für Personen, die irgendwelche Wehwehchen haben und diese regelmäßig behandeln lassen möchten und in stressigen Lebenslagen, wie bei einem Umzug, dringlichen Behördenangelegenheiten und ähnlichem.
Ich wäre gespannt, ob so ein Service auch bei anderen großen Firmen, bzw. in anderen Ländern üblich ist, oder ob die Holländer uns allen auf diesem Gebiet einen Schritt voraus sind.

2009/11/13

Vermisst

Auf die positive Kritik von Stephen King hin habe ich ein Buch des mir bis dato unbekannten Autors Stephen Dobyns mit dem Titel The Church of Dead Girls (in der deutschen Übersetzung: Die Kirche der toten Mädchen) gelesen. Das im Jahre 1997 erschienene Werk erzählt vom nacheinander erfolgenden Verschwinden dreier Mädchen in einer Kleinstadt. Dabei spielt jedoch nicht die Person des Täters und auch nicht wirklich das Schicksal der Kinder eine zentrale Rolle, sondern die Reaktion der Bürger in einer Gemeinschaft, wo viele einander kennen, sich Tag für Tag begegnen.

Neben dem spurlosen Verschwinden erregt auch ein Neuankömmling die Gemüter, dessen Erscheinen nicht nur mit den Verbrechen zeitlich zusammenfällt, sondern auch zur Gründung einer Gruppe von Jugendlichen führt, die den Ideen des in die Kleinstadt ziehenden Lehrers wohl gesonnen sind und ihn quasi sofort als Führungsperson ansehen.
Nach und nach wird beinahe jeder verdächtig, die Menschen wissen nicht mehr, wie sie sich verhalten sollen, was sie sagen und besser für sich behalten sollten. Immer weniger Bürger trauen sich auf die Straße – kurzum: das Leben der Kleinstadt gerät aus den Fugen.

Ich habe an dieser Stelle einmal einen Artikel darüber veröffentlicht, dass man im Grunde jedes Buch zweimal lesen sollte, weil man beim ersten Lesen oftmals ganz andere Erwartungen an die Geschichte hat. So erging es mir auch bei diesem Werk: ich habe viel mehr Spannung, viel mehr Action erwartet, vor allem, da es von keinem geringeren empfohlen wurde, als von Stephen King. Was der Leser jedoch geboten bekommt, ist vielmehr eine detaillierte Darstellung einer kleinen Gemeinschaft, eine Beschreibung der Verhältnisse und der Einwohner der Stadt, die infolge diverser Ereignisse emotional aufgewühlt werden.
Mit diesem Vorwissen wäre eine zweite Lektüre auch in diesem Fall sicherlich angebracht und würde mir mehr Spaß bereiten. Beim ersten Lesen jedoch fand ich das Buch nicht so prickelnd, wie ich es mir vorgestellt habe, auch wenn es nicht wirklich schlecht ist.

2009/11/09

Twittern oder Pfeiferauchen?

Dass sich die Technik und damit unsere Welt rasant verändert und entwickelt, ist in vielen Situationen eindeutig, aber auch immer wieder erstaunlich. Zumindest für mich. Noch vor ein paar Monaten haben zum Beispiel nur Insider etwas vom Internetdienst Twitter gehört, und heutzutage sieht man fast überall einen Link auf diese Seite, wo man kurze Statusmeldungen, Gefühlsregungen, augenblickliche Gedanken und diverse Links veröffentlichen kann.

Jeder spricht heute in der virtuellen Welt von Twitter, aber auch von Facebook, wo neben der Möglichkeit der Verwaltung von Freundschaften und Bekanntschaften ähnliche Leistungen angeboten werden.
Und es scheint zumindest so, als würde niemand mehr über Blogs sprechen oder schreiben. Entweder, weil sie nicht mehr „in“ sind, von diesen neueren Entwicklungen überholt wurden und uns vielleicht schon bald das von vielen prophezeite „Blogsterben“ droht. Oder aber, weil sie nunmehr – nach wenigen Jahren – zu etwas völlig Natürlichem geworden sind und fest zu unserem (täglichen) Leben dazugehören. Diverse Informationen bietende Blogs genauso, wie Firmenblogs, oder eben private Blogs unserer Freunde oder virtuellen Bekanntschaften.

Welche der obigen Aussagen nun richtig ist, wird sicherlich erst mit dem Voranschreiten der Zeit zu beantworten sein, aber ich für meinen Teil wehre mich vorerst noch gegen den Online-Dienst Twitter. Um einen ganz profanen Vergleich heranzuziehen: Ich sehe das Verhältnis zwischen Blogs und Twitter so ähnlich, wie das zwischen Pfeiferauchen und Zigarettenrauchen. Obwohl ich Nichtraucher bin.

Würde ich jedoch damit anfangen, dann würde ich mich sicherlich für die Pfeife entscheiden. Für die Pfeife, für die man sich Zeit nehmen muss, wo das Rauchen – obwohl weiterhin eine schlechte Angewohnheit – an Format gewinnt und fast schon vornehm wirkt.
In unserer schnelllebigen, stressigen Welt brauche ich mit Twitter vorerst nicht noch einen Faktor, der mein Leben weiter beschleunigt. Viel eher einen Ruhepol, wo ich ganz gelassen philosophieren, meine Gedanken sortiert veröffentlichen, entsprechend lang ausführen kann. Und wo ich mir Gedanken mache, bevor ich etwas schreibe, denn beim besagten Mikroblogging-Dienst, wo ich natürlich schon aus Neugier öfter vorbeigeschaut habe, habe ich überhaupt nicht dieses Gefühl. Um noch einmal den vorigen Vergleich heranzuziehen: Pfeifenraucher überlegen es sich auch genau, wann sie sich eine Pfeife anstecken, nicht so, wie die meisten Zigarettenraucher.

Viele Nutzer sehen Twitter als ideale Ergänzung des Bloggens an und haben damit vielleicht sogar Recht. Und womöglich werden diejenigen richtig liegen, die der Meinung sind, dass Blogs genauso in der Versenkung verschwinden werden, wie andere technische Neuerungen der Vergangenheit. Ich dagegen hoffe, dass Blogs erhalten bleiben, genauso wie das Pfeiferauchen noch immer durchaus seine Legitimität hat. Auch, wenn man immer weniger Menschen sieht, die dieser Sucht frönen und die Zeit für dieses Ritual aufbringen wollen und können.

2009/11/05

McPleite

Wann wird McD****** eigentlich Pleite gehen? Diese Frage habe ich mir vor einigen Tagen gestellt, als ich wieder einmal in einem der Restaurants dieser Fastfood-Kette gegessen habe, was im Übrigen selten vorkommt. Nicht, dass mir das dortige Essen nicht schmecken würde, aber schließlich hat es den Ruf, recht ungesund zu sein – was auch ziemlich plausibel klingt.

Als die Gäste kamen und gingen, die Personen links und rechts neben mir hin und wieder wechselten, habe ich darüber sinniert, was geschehen muss, damit diese Kette – oder ihr großer Rivale B***** K*** – Pleite geht? Müssen alle Rinder auf der Erde aussterben? Oder steigen dann die Betreiber ganz auf den FishM** und Konsorten um, oder verkaufen womöglich nur mehr Pommes Frites? Müsste zum vollständigen und endgültigen Konkurs eine ganz große Kampagne gegen diese Restaurants und deren Essen eingeläutet werden, so ähnlich wie damals mit dem Film Super Size Me, nur viel härter und konsequenter?

Versteht mich nicht falsch, ich möchte hier nicht Wasser predigen und Wein trinken! Ich habe nichts gegen McD****** & Co., ich habe nur darüber nachgedacht, wie clever im Grunde das Konzept der Erfinder war: anscheinend meistern diese Restaurants jede Krise und bestehen noch immer, nach zig Jahrzehnten. Okay, hier und da mag es Schließungen geben, wie unlängst aus Island berichtet, wo beide Restaurants anscheinend aufgegeben werden. Und ich hatte diesmal irgendwie auch das komische Gefühl, dass der Hamburger im Vergleich zu früher – viel früher – zwar mindestens genauso viel, aber scheinbar kleiner geworden ist. Aber sonst? Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass dieser Siegeszug irgendwann einmal zu Ende gehen könnte. Wenn es einmal doch soweit sein wird, dann können wir sagen, dass unsere Konsumgesellschaft am Abhang angekommen ist.

2009/11/02

The Sound of Music

Es tut gut, mal für einige Tage zu entspannen und nichts zu tun. Und wenn einen so ein Kurzurlaub in so eine schöne Stadt führt, wie Salzburg, dann kann man noch viel besser entspannen.
Von Donnerstag bis gestern waren wir mit der Dame des Hauses in der Mozart-Stadt, bevor es bei uns am Jahresende wie gewöhnlich arbeitsbedingt etwas turbulenter wird. Das Wetter war gut, herbstlich kühl, aber nicht kalt, und zum Glück sonnig und nur teilweise bewölkt. Für mich war es nach vielen, vielen Jahren eine Rückkehr, für die Dame des Hauses dagegen eine Premiere. Wir haben uns die Stadt gründlich angesehen, sind zur Festung Hohensalzburg hinaufgestiegen und haben den gegenüberliegenden Kapuzinerberg bestiegen. Und natürlich blieb auch Zeit für ganz gewöhnliche, gemütliche Spaziergänge, ein bisschen Shopping und Ausschlafen.
Selbstverständlich durften auch die Erinnerungsfotos nicht ausbleiben, von denen ich euch einige nicht vorenthalten möchte.




2009/10/27

Viva La Revolution

Eines meiner diesjährigen Geburtstagsgeschenke war eine Live-DVD der Band, die auch für den Namen dieses Blogs verantwortlich ist. Im Jahr 2000 gastierten Die Toten Hosen zum wiederholten Male in Südamerika und filmten dabei den Live-Mitschnitt En misión del señor – Live in Buenos Aires.
Die Entstehungsgeschichte ist dabei interessant, denn das Konzert hätte eigentlich einen Tag früher stattfinden müssen. Nach den ersten Takten drängte jedoch das Publikum in der Halle – etwa 3000 Personen – gegen die Bühne, die daraufhin teilweise einstürzte und die Fortsetzung des Auftritts unmöglich machte.
Auch auf der DVD sieht man eindeutig, mit welchen fanatischen Fans wir es hier zu tun haben, und natürlich beflügelt solch ein Einsatz auch die auf der Bühne Stehenden zu Höchstleistungen. Sänger Campino zum Beispiel nimmt gleich zweimal ein Bad in der Menge und klettert wie gewohnt überall hinauf, wo das möglich ist. Das sieht dann so aus, wie auf dem beigefügten Wikipedia-Foto, komischer Weise ebenfalls in Buenos Aires geschossen, aber neun Jahre später, also in diesem Jahr. Gitarrist Breiti übersetzt für die Gäste die meisten Ansagen ins Spanische, das er sehr gut beherrscht, der damals noch recht neue Schlagzeuger Vom stellt sein Können mehr als eindeutig unter Beweis, und allen Musikern sieht man an, wie gut sie sich amüsieren.
Neben den großen Hits finden sich auf der DVD auch einige Raritäten, wie die spanische Version des Songs Viva La Revolution oder das zusammen mit Bad Religion geschriebene Lied Raise Your Voice. Insgesamt gibt die Band auf der fast zweistündigen DVD 28 Stücke zum Besten und beweist einmal mehr ihren hervorragenden Ruf als Live-Band!

2009/10/24

Das Auge des Betrachters

Es ist nicht immer einfach, die schöne Seite Budapests zu sehen, wenn man nicht als Tourist in der Stadt unterwegs ist und nicht nur einige Tage lang. Zu viel gibt es zu bemängeln, zu viel bröckelt, stinkt, macht Krach und läuft nicht rund.
Nichtsdestotrotz gibt es natürlich die wunderschöne Seite dieser Stadt, die ständig präsent ist, wenn man nur genau hinsieht. Oder auch nur für einige Tage die ungarische Hauptstadt noch mehr verschönert, wie die Festbeleuchtung des ungarischen Parlaments, die ich heute fotografieren konnte.
Anlässlich des 53. Jahrestages des Ausbruchs der Ungarischen Revolution von 1956 und des 20. Jahrestages der Ausrufung der Republik hüllt sich das wohl berühmteste Wahrzeichen Budapests seit gestern drei Tage lang in die ungarischen Nationalfarben. Im Übrigen wurde die Renovierung dieser, der Donau zugewandten Fassade des Gebäudes nach sage und schreibe einundzwanzig Jahren im September dieses Jahres fertiggestellt, sodass sich jetzt allen Einheimischen und Touristen ein noch prächtigerer Anblick bietet.