Es gibt Tage, da dreht sich vieles um eine bestimmte Sache, ein Ereignis, einen Gedanken. Heute war auch so einer. Ich konnte nämlich zwei interessante Erfahrungen auf dem Gebiet der menschlichen Kommunikation machen.
In der Früh war ich – wie beinahe täglich – mit der U-Bahn unterwegs. Heute hatte ich mal ausnahmsweise kein Buch dabei, sodass ich nur dumm aus der Wäsche geschaut und möglichst unauffällig die Menschen beobachtet habe. Genau mir gegenüber saß ein Pärchen so um die Vierzig. Der Mann hielt eine der kostenlosen U-Bahn-Zeitungen in der Hand und schmökerte darin. Seine Lebensgefährtin las hin und wieder mit, oder tat einfach nur dasselbe, wie ich. Ab und zu fielen zumindest einige kurze Worte zwischen ihnen, als der Mann wahrscheinlich auf einen interessanten Artikel oder einen Umstand hinweisen wollte, aber es waren wirklich nur wenige Worte; sonst herrschte Funkstille zwischen ihnen.
Okay, die U-Bahn ist nicht gerade der Ort für längere Gespräche und tiefgehende Debatten, aber es war schon komisch, dass da zwei – noch nicht einmal ältere – Menschen sitzen und der eine liest, während die andere sich sichtlich langweilt. Auch, wenn man heutzutage sehr oft davon hört, dass die Menschen – und auch Partner – immer weniger miteinander reden.
Die andere Erfahrung heute auf diesem Gebiet hat mit meinem vorigen Beitrag über meine Studien zu tun. Im Rahmen eines Gesprächs mit einem unserer Professoren, das nicht allzu lang, aber trotzdem sehr anregend war, habe ich prompt ein-zwei nützliche Gedanken und Tipps aufschnappen können, die ich bei meiner wissenschaftlichen Arbeit nutzen kann. Ich muss dazusagen, dass ich nicht gerade ein Plappermaul bin, im Gegenteil, eher schweigsam, und nach der Stunde auch nur hingegangen bin, um etwas anderes zu fragen, aber da sieht man doch, dass es sich lohnt, sich mit Menschen zu unterhalten, vor allem mit klugen. Man lernt immer etwas dazu, wenn man nur ein offenes Ohr für Neues hat.