Man könnte ja meinen, zumindest Ärzte erreichen in Sachen Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit, Verlässlichkeit oder gar Menschlichkeit ein gewisses Niveau. Schließlich haben sie irgendwann einmal den Hippokratischen Eid abgelegt, besser gesagt das Genfer Gelöbnis geleistet. Dass dem nicht so ist, habe ich in letzter Zeit am Beispiel meines Hausarztes erfahren. Der Alte ist unlängst in Rente gegangen, und nun haben wir eine Neue mittleren Alters. Während der eine sich nie um meine jährlichen Laborwerte gekümmert oder mich nie zu weiteren Untersuchungen eingewiesen hat, ist die andere genau das Gegenteil, obwohl auch sie nicht mehr die Jüngste ist. Nun heißt es also, auch die zusätzlichen Untersuchungen zu dulden, auch wenn sie womöglich zu keinem Ergebnis führen oder hinfällig sind.
Wünschenswert wäre sicherlich – wie in so vielen anderen Fällen – die goldene Mitte, aber ich muss nun mit dieser Situation leben. Ich denke aber, es ist immer noch besser, eine etwas übereifrige Hausärztin zu haben, als einen, dem alles und jeder egal ist. In jüngeren Jahren, wo ich seltener dort aufkreuzen musste und weniger (potentielle) Wehwehchen an der Tagesordnung standen, war das zum Glück – zumindest in meinem Fall – kein großes Problem, ja sogar einfacher für mich. Aber mit voranschreitendem Alter ist es wahrscheinlich beruhigender zu wissen, dass jemand achtgibt und ihre Aufgabe, ihren Beruf, ja sogar ihre Berufung ernst nimmt. Auch wenn das kurz- und mittelfristig lästig erscheint.
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